So verändert KI laut Proalpha den Geschäftsalltag
Der Schweizer Markt für Business-Software entwickelt sich stetig weiter. Künstliche Intelligenz wird dabei zunehmend tiefer in Geschäftsprozesse integriert. Inwiefern die Technologie den Arbeitsalltag prägt, sagt Stefan Inderbitzin, Geschäftsführer von Proalpha Schweiz.
Wie hat sich der Schweizer Markt für Business-Software im vergangenen Jahr entwickelt?
Stefan Inderbitzin: Insgesamt sehen wir eine stabile Entwicklung mit klarem Wachstumskurs. Dabei wird immer deutlicher, dass die Digitalisierung für mittelständische Unternehmen längst keine Option mehr ist, sondern schlicht notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. KI wird zum echten Produktivitätsfaktor und Unternehmen suchen dabei zunehmend nach integrierten Plattformen, die ihre Kernprozesse intelligent vernetzen – isolierte Einzellösungen haben da ausgedient.
Wie viel KI steckt bereits in Ihrer Business-Software?
Tatsächlich schon eine ganze Menge. Mit unserer Industrial AI Platform bieten wir mittlerweile über 30 Ready-to-use-AI-Business-Apps an, also von Bestandsoptimierung über Produktionsplanung bis hin zum Kundenservice. Das Entscheidende ist dabei, dass die KI-Funktionen direkt in die täglichen Arbeitsabläufe eingebettet sind, sodass Anwender sofort einen greifbaren Nutzen haben.
Wie gross ist die tatsächliche Effizienzsteigerung durch KI im Geschäftsalltag?
Die Ergebnisse unserer Kunden sprechen eigentlich für sich. Inotec etwa, ein Spezialist für Not- und Sicherheitsbeleuchtung, hat die Liefertreue von 86 auf 96 Prozent gesteigert, und zwar durch KI-basierte Produktionsplanung. EMZ Hanauer wiederum konnte über 1000 Teile mit intelligenter Bestandsplanung optimieren. Der Schlüssel ist letztlich, auf bewährte Lösungen zu setzen, statt alles selbst zu entwickeln.
Welche (weiteren) Vorteile erwarten Sie von KI-gestützter Business-Software?
KI entwickelt sich gerade zum echten Business-Enabler, also präzisere Prognosen, automatisierte Datenbereinigung und intelligentes Wissensmanagement. Gerade Letzteres wird enorm wichtig, denn wenn erfahrene Fachkräfte in den nächsten Jahren in Rente gehen, muss ihr Know-how ja irgendwie im Unternehmen bleiben. Und genau das ermöglichen KI-basierte Wissenssysteme.
Wie können IT-Dienstleister Unternehmen bei der Nutzung/Einführung von KI bei Business-Software unterstützen?
Ganz wichtig ist, die Fachabteilungen von Anfang an einzubinden. Die kennen ihre Prozesse am besten und wissen auch, wo KI wirklich Mehrwert bringt. Dazu braucht es dann praxiserprobte Lösungen statt langwieriger Individualprojekte, eine solide Datenqualität als Grundlage und vor allem einen schrittweisen Ansatz. Die Zeit des Experimentierens ist ehrlich gesagt vorbei – jetzt geht es um die systematische Umsetzung.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
- Claudio Beltrametti, Bexio: "KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Schlüssel zur Steigerung des Kundennutzens."
- Gregroy Leproux, Salesforce: "KI-gestützte Software entwickelt sich vom Datensystem zum Handlungssystem."
- Jens Löhmar, Workday: "Wenn KI zunehmend Standardaufgaben übernimmt, werden Kapazitäten für strategische Aufgaben und individuelle Weiterentwicklung frei."
- Dino Minichiello, Servicenow: "Effizienz entsteht dann, wenn KI tief in die Geschäftsprozesse integriert wird."
- Jean Marc Pfammatter, Oracle: "Der entscheidende Punkt ist, dass jeder Agent durch konkrete KPIs gerechtfertigt sein muss."
- Christian Reiter, Opacc: "Durch KI-gestützte Business-Software erhalten wir mehr zentral verfügbare Daten für bessere Entscheidungen in Echtzeit."
- Alexander Trautmann, Sage: "KI-Agenten werden künftig eigenständig Prozesse steuern und so die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken."
- Alexander Vegh, Abacus: "Ausser der Effizienz verbessert KI auch die Qualität von Entscheidungen."
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