Ricoh Spaces

Wie Ricoh den Arbeitsplatz der Zukunft gestalten will

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von Joël Orizet und cka

Die Pandemie drückt auf das Druckergeschäft von Ricoh Schweiz. Der japanische Hersteller stellte jedoch schon vor Corona die Weichen für neue Geschäftsfelder. Mit Cloud- und Workspace-Lösungen will Ricoh künftig über die Hälfte seines Umsatzes machen.

Daniel Tschudi, Managing Director von Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)
Daniel Tschudi, Managing Director von Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)

Das Business mit Druckern schrumpft seit Jahren - die Pandemie machte es noch schwieriger. Das spürt man auch beim japanischen Druckerhersteller Ricoh. "In der Schweiz nimmt das Druckvolumen jährlich um 3 Prozent ab", sagte Daniel Tschudi, Managing Director von Ricoh Schweiz, an einer Pressekonferenz in Wallisellen.

Die Abnahme um 3 Prozent bezieht sich allerdings auf den Normalfall, also auf die Zeiten vor Corona. Doch während des Lockdowns 2020 sei das Volumen plötzlich um 40 Prozent eingebrochen, um sich dann im Sommer auf ein Minus von 10 Prozent einzupendeln. "Ja, wir hatten ein herausforderndes Jahr. Im Printing-Bereich gab es Umsatzeinbussen - genauso wie bei allen Mitbewerbern", sagte Tschudi. Doch der Lichtblick: Das Druckergeschäft habe sich bereits erholt. "Wir finden langsam aber sicher zurück in eine neue Normalität - global wie auch in der Schweiz", sagte Tschudi.

Der Grund für den zwischenzeitlichen Dämpfer liegt auf der Hand: Mitarbeitende sind im Homeoffice, ergo wird weniger gedruckt. In Europa war der Rückgang jedoch kleiner als im globalen Schnitt, wie Tschudi sagte. Und in der Schweiz sei das Geschäft im internationalen Vergleich gut gelaufen. Ricoh Schweiz habe im Geschäftsjahr 2020 einen überdurchschnittlichen Vorsteuergewinn auf Stufe EBIT verbucht - konkrete Zahlen zu den einzelnen Ländergesellschaften publiziert der Konzern nicht. Was den Umsatz angeht, belegte die Schweizer Niederlassung den siebten Platz von insgesamt 22 Ländervertretungen.

 

Mehr und mehr Umsatz mit Services

Spannend bleibt allerdings die Frage, woher der Umsatz kommt. Ricoh Schweiz setzte im vergangenen Jahr 47 Prozent der Erlöse mit Dienstleistungen um - davon rund 38 Prozent mit IT-Services. Zwei der neuen Geschäftsfelder seien besonders stark gewachsen: Das Business mit Communication Services wuchs im Jahresvergleich um 178 Prozent; das Geschäft mit Enterprise Content Management (ECM) um 111 Prozent.

Weltweit setzte Ricoh im Geschäftsjahr 2020 14,8 Milliarden Franken um - das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Office Services machten indes 32 Prozent des globalen Umsatzes aus. Im Jahr zuvor waren es noch 4 Prozentpunkte weniger. In der Schweiz hat Ricoh Schweiz derweil über 40 Prozent des Umsatzes mit Office Services gemacht. Bis in zwei Jahren soll dieser Anteil auf über 50 Prozent wachsen, wie Tschudi sagte.

 

Daniel Tschudi, Managing Director von Ricoh Schweiz. (Source: zVg)

 

Das Büro als Begegnungszone

Tschudi sprach denn auch über den kulturellen Wandel, den Ricoh auf globaler Ebene wie auch in der Schweiz eingeleitet habe. Im Kern gehe es darum, Leistung zu fördern und die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden zu respektieren. "New Work heisst für uns, einen konstruktiven Führungsstil zu leben, der auf viel gegenseitiges Vertrauen beruht", sagte Tschudi.

Zur neuen Arbeitskultur von Ricoh gehöre es auch, mobiles und flexibles Arbeiten zu ermöglichen. "Es spielt keine Rolle, von wo aus und wann jemand arbeitet - nur das Ergebnis zählt", sagte Tschudi. Künftig sollen alle Mitarbeitenden von Ricoh Schweiz bis zu 40 Prozent ihres Arbeitspensums auch remote erledigen können.

Die Büros haben allerdings nicht ausgedient. Im Gegenteil: Sie sollen einen neuen Zweck erfüllen, und zwar als Begegnungs- und Projektzonen, insbesondere für die kreative Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden sowie mit Kunden und Partnern.

 

Komplettlösung für Workspace-Management

2020 sei für Ricoh trotz der Pandemie auch ein Jahr der Innovation gewesen, sagte Tschudi. Mit Ricoh Spaces lancierte das Unternehmen ein neues Angebot - eine cloudbasierte, umfassende Lösung für den modernen Arbeitsplatz.

Die Lösung umfasst ein Modul für die Buchung von Sitzungsräumen und Arbeitsplätzen, eines fürs Service-Management und ein weiteres fürs "Visitor Management". Mit letzterem lassen sich beispielsweise Infos für Besuchende auf Digital-Signage-Displays anzeigen. Ausserdem beinhaltet Ricoh Spaces auch ein Modul fürs Management von Parkplätzen. "Mitarbeitende können damit einen Parkplatz für die Zeit buchen, in der sie im Büro arbeiten", sagte Thomas Szegö, Director Sales & Consulting bei Ricoh Schweiz.

 

Thomas Szegö (r.), Director Sales & Consulting bei Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)

 

Ricoh Spaces lässt sich via Mobile-, Desktop-App oder über Booking-Panels nutzen, die man wahlweise im Büro oder beim Eingang von Sitzungszimmern anbringen kann. In die Lösung lassen sich auch digital bedienbare Schliessfächer integrieren.

 

Vom Drucker- zum Digitaldienstleister

Die Weichen für den Schritt vom Druckerhersteller zum "One-Stop-Provider" für die digitale Transformation hat Ricoh schon vor einigen Jahren gestellt. "Wir sind stolz darauf, dass wir viele Kunden zunächst End-to-End im Printing-Geschäft betreut haben, und nun auch mit Kommunikationslösungen, ECM oder im Cloud-Geschäft unterstützen können", sagte Tschudi.

So sieht sich Ricoh denn auch gut aufgestellt für die Zukunft. "Immer mehr Kunden wollen immer weniger Ansprechpartner - und auch gegenüber unseren Mitbewerbern differenzieren wir uns dadurch, dass wir uns gewissermassen als Generalunternehmer positionieren."

Ricoh sei zwar ein Weltkonzern, fuhr Tschudi fort. "In der Schweiz sind wir aber ein KMU mit 400 Mitarbeitenden - und wir können uns an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen."

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