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Warum man mobile Geräte so absichern sollte wie einen PC

Uhr | Aktualisiert

Welche Chancen bietet das Geschäft rund um Smartphone, Tablet und Co.? Stratos Komotoglou von Mobileiron spricht über Mobile Device Management, und was Reseller damit anfangen können.

Stratos Komotoglou, Senior Manager Product- und Field-Marketing bei Mobileiron. (Quelle: Mobileiron)
Stratos Komotoglou, Senior Manager Product- und Field-Marketing bei Mobileiron. (Quelle: Mobileiron)

Wer braucht Mobile Device Management?

Stratos Komotoglou: Ein Mobile-Device-Management-System oder besser ein Enter­prise-Mobility-Management-System, kurz EMM, ist spätestens dann geboten, wenn die ersten kritischen Unternehmensdaten auf einem mobilen Endgerät sind. Natürlich ist dies bei einem Handwerksbetrieb anders zu sehen als bei einem Finanzdienstleister. Aber auch eine kleine Anwaltskanzlei, die mobile Geräte einsetzt, sollte sich um das Thema zentrale Verwaltung der Smartphones und Tablets sowie um die Sicherheit der Geräte, der Apps und der Inhalte Gedanken machen. Man muss in der IT-Abteilung verstehen, dass die Absicherung der mobilen Geräte genauso wichtig ist wie die der stationären PCs und Laptops. Nur dann kann das volle Potenzial mobiler Endgeräte ausgenutzt werden.

Wie kann der Channel im Umfeld von Mobile Device ­Management Geld verdienen?

Es gibt in der Welt vermutlich immer noch eine grosse Zahl von Mobilgeräten, die Zugriff auf Unternehmensdaten haben und die immer noch nicht unter der Kontrolle eines EMM-Systems stehen. Die Zahl der sicher verwalteten Geräte dürfte in der Schweiz zwar höher sein als in vielen anderen Ländern – Mobileiron hatte seine ersten Kunden ausserhalb der USA tatsächlich in der Schweiz – trotzdem ist auch hierzulande noch viel zu tun. Aber MDM respektive EMM ist kein Abverkaufsprodukt, sprich keine Out-of-the-Box-Lösung, sondern benötigt fachkundige Beratung sowie Tests aus Nutzersicht, damit Geschäftsprozesse für Unternehmen gewinnbringend auf Mobilgeräte transformiert werden können. Die Reseller von Mobileiron wie etwa Nomasis, Swisscom und Go4mobile verfügen durchweg über hohes Beratungs-Know-how im Mobility-Bereich. Um das klassische Lizenzgeschäft können und müssen also zahlreiche Dienstleistungen geschnürt werden. Sowohl in der Beratungs- und Implementierungsphase als auch im Betrieb der EMM-Umgebung, wenn es etwa um Support oder Managed- und Hosted-Services geht.

Welche Kompetenzen müssen Reseller hier mitbringen?

Sie müssen die Herausforderungen der Unternehmen im Bereich Mobile IT verstehen und das EMM-Produkt so gut kennen, dass sie die einzelnen Lösungsmöglichkeiten für diese Herausforderungen dem potenziellen Kunden erklären können. Dazu bietet Mobileiron natürlich Kurse und Zertifizierungen an. Eine entsprechende Zertifizierung, die immer wieder erneuert werden muss, ist Voraussetzung dafür, dass sich jemand als Mobileiron-Reseller bezeichnen darf. Darüber hinaus gibt es die sogenannte Mobileiron University. Diese wird für die Zertifizierungen und Fortbildungen der Reseller virtuell genutzt. Aber es gibt auch Live-Trainings und Roadshows sowie Technical-Partner-Symposien, an denen wir unsere Partner weiterbilden und qualifizieren. Da wir in der EMEA-Region zu 100 Prozent über den Channel verkaufen, sehen wir unsere Partner als Familie beziehungsweise verlängerten Arm an. Wir investieren intensiv in die Bildung und Weiterbildung unserer Partner.

Was sind die grössten Herausforderungen im Markt?

Smartphones und Tablets werden immer mehr zum primären Endgerät. Vor PC und Laptop. Das verändert bestehende Geschäftsmodelle und bietet viel Platz für neue Geschäftsmodelle. Diese digitale Transformation der Wirtschaft ist eine grosse He­rausforderung sowohl für die Unternehmen als auch für die EMM-Anbieter. Mobile Apps und mobile Dokumente respektive Daten sind die technischen Träger dieser Transformation. Da mobile Applikationen anders verwaltet und gesichert werden als diejenigen auf traditionellen stationären Geräten – ich nenne hier nur das Stichwort Sandbox-Technik –, ist eine andere Herangehensweise notwendig. Das müssen die Anwender verstehen. Wir als Hersteller müssen Verwaltungs- und Sicherheitslösungen bauen, die das Potenzial, das in der Mobile IT steckt, umfassend zur Wirkung bringen und nicht etwa ausbremsen. Sprich die Lösungen müssen einfach zu bedienen und trotzdem sicher sein. Und sie müssen etwa den breiten, herstellerübergreifenden Pool an Apps sicher bereitstellen können. Dieses letztere Ziel hat sich etwa die "AppConfig Community" gesetzt. Sie wurde kürzlich von Firmen wie IBM, JAMF, Airwatch und Mobileiron initiiert. Der Gruppe geht es darum, den Entwicklungsansatz bei mobilen Apps zu standardisieren. Dadurch werden proprietäre App Wrapper oder SDKs zur Installierung zusätzlicher Sicherheitsmechanismen überflüssig.

Welche Rolle spielen Wearables (etwa Smartwatches) im ­Mobile Device Management?

Körpernahe Computer, also die sogenannten Wearables, werden die Mobile-Security-Spezialisten noch länger beschäftigen. Gerade wird auf diesem Feld die erste Generation einfacher und billiger Apps durch eine zweite Generation ersetzt, die das Produktivitätspotenzial dieses Formfaktors besser ausreizen. Damit werden Wearables immer mehr zu einem Element, das in der eben genannten digitalen Transformation eine wichtige Rolle spielen wird. Und damit ist auch klar: Die Geräte müssen von einem EMM-System verwaltet und abgesichert werden. Derzeit sehen wir noch nicht allzu viele Business Cases in dem Bereich. Dies wird sich in Zukunft aber entscheidend ändern. Ich kann mir gut vorstellen, dass etwa die Servicemitarbeiter der Energiekonzerne, die grosse Energietrassen warten, wichtige Daten am Arm haben werden. Da sie die Hände in den schwindelerregenden Höhen wohl eher nicht frei haben werden.

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