Private Phones - professionelle Probleme

Beat Brunschwiler von Comsoft Direct über die Hürden und Herausforderungen von EMM

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Private Geräte im beruflichen Alltag zu nutzen, ist längst keine Seltenheit mehr. Arbeitgeber versprechen sich dadurch effizientere Mitarbeiter. Für IT-Verantwortliche bedeutet dies jedoch vor allem mehr Aufwand. Worauf zu achten ist, sagt Beat Brunschwiler, Head of Services bei Comsoft Direct.

Beat Brunschwiler, Head of Services bei Comsoft Direct. (Source: zVg)
Beat Brunschwiler, Head of Services bei Comsoft Direct. (Source: zVg)

Wie haben sich die Anforderungen an IT-Verantwortliche bezüglich mobiler Geräte in den vergangenen Jahren verändert?

Beat Brunschwiler: Die Vielzahl der Endgeräte hat sich drastisch verändert. Tablets und Smartphones sind geschäftlich sowie privat im Einsatz. Die Mobilität ist ein stetig wachsender Arbeitsansatz in allen Unternehmen und fordert die Unternehmens-IT ständig. Vom Einsatz der Mittel, sprich von der Unternehmensstrategie bis hin zum Rollout von Lösungen und Geräten – das Thema Security wird uns in den nächsten Jahren enorm beschäftigen. Die Kontrolle und Steuerung der Geräte für geschäftliche Unternehmensdaten oder auch privat genutzte Geräte mit solchen Zugriffen müssen zwingend geschützt sein.

Was muss eine Enterprise-Mobility-Management-Lösung alles ­umfassen?

Ausser den Aufgaben und Zugriffen sind auch die Verantwortlichkeiten für die IT-Sicherheit zu regeln. Bedenken Sie, dass rund ein Drittel der KMUs bereits von Cyberattacken betroffen waren. Die Sensibilisierung von Mitarbeitenden im Umgang mit Unternehmensdaten ist eine Hauptaufgabe, die auch für Fremddienstleister und Freelancer, die für Unternehmen arbeiten, gelten. Im Wesentlichen enthält eine EMM-Lösung alles, von der Strategie über die Konzeption, Lösungsfindung bis hin zum Betrieb.

Worauf kommt es beim Enterprise Mobile Management besonders an?

Eine Mobile-Device-Management-Strategie im Unternehmen zu haben, ist eine Grundvoraussetzung. Diese beinhaltet auch Mobile-, Content-, Identity- und Access-Management. Damit wird sichergestellt, dass Mitarbeiter von überall Aufgaben angehen und Anwendungen nutzen können.

Benutzerfreundlichkeit oder IT-Sicherheit – was wiegt bei Enter­prise Mobile Management schwerer?

Keine einfache Frage, wenn ich unkritische Daten verwenden will, gilt sicher der Anspruch der Benutzerfreundlichkeit. Bei sensitiven Daten gilt es, diese bestmöglich zu schützen. Zusätzlich möchten wir mit EMM den Workload des Mitarbeitenden reduzieren und verbessern. Daher gilt die Regel, erstens die Daten zu klassifizieren und zu priorisieren. Dann sind Sie in der Lage die Daten nach Benutzerfreundlichkeit für Anwender und IT-Sicherheit für das Unternehmen ausgewogen bereitzustellen.

Wo liegen die Chancen für IT-Dienstleister?

In der Ausbildung der Mitarbeiter sich den verschiedenen oben erwähnten Themen in der Tiefe zu widmen. Zusätzlich ist es wichtig, einen gutes Know-how in den unterschiedlichen Industriesegmenten zu haben, da die Ansprüche der Segmente sehr verschieden sind. Denken Sie an ein führendes Hochtechnologieunternehmen, das selbst entwickelt, versus eine Marketingfirma als Zielsegment. Der Umgang mit Daten und der Einsatz der Technologien sind sehr unterschiedlich. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Mitarbeiter mit fachspezifischer Ausbildung und Know-how das Kapital der Zukunft sind.

Wie müssen IT-Dienstleister aufgestellt sein, um EMM optimal ­anbieten zu können?

Mit einer nahen Präsenz zum Kunden und mit Fachspezialisten für die oben genannten Bereiche. Diese haben sich nicht sonderlich verändert, aber der Umstand der technologischen Mittel und die wachsende Kriminalität im Umgang mit Daten. Dem Rechnung tragen zu dürfen, ist die Veränderung für die kommenden Jahre.

Die Antworten der übrigen Podiumsteilnehmer:

Martin Blattmann, Nomasis: "Die Sicherheit soll nicht auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit erfolgen."

Zekeria Oezdemir, Novalink: "Jede moderne EMM-Lösung kann sowohl Komfort als auch Sicherheit bieten."

Alen Sulejmanagic, Abraxas: "Für IT-Verantwortliche ist dies immer eine Gratwanderung zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit."

Michael Veit, Sophos: "Der traditionelle Best-of-Breed-Ansatz ist heute nicht mehr zeitgemäss."

Stefan Walter, Schaefer: "Mit der richtigen EMM-Lösung stellt sich die Frage 'Benutzerfreundlichkeit oder IT-Sicherheit' nicht."

Webcode
DPF8_129640

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