Private Phones - professionelle Probleme

Zekeria Oezdemir von Novalink über die Hürden und Herausforderungen von EMM

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von Coen Kaat

Private Geräte im beruflichen Alltag zu nutzen, ist längst keine Seltenheit mehr. Arbeitgeber versprechen sich dadurch effizientere Mitarbeiter. Für IT-Verantwortliche bedeutet dies jedoch vor allem mehr Aufwand. Worauf zu achten ist, sagt Zekeria Oezdemir, CTO von Novalink.

Zekeria Oezdemir, CTO von Novalink. (Source: zVg)
Zekeria Oezdemir, CTO von Novalink. (Source: zVg)

Wie haben sich die Anforderungen an IT-Verantwortliche bezüglich mobiler Geräte in den vergangenen Jahren verändert?

Zekeria Oezdemir: Mitarbeiter haben das Bedürfnis, von unterwegs zu arbeiten, und das auf mobilen Geräten wie Tablets, Smartphones oder eigenen, nicht von den Unternehmen verwalteten Geräten. Die grosse Herausforderung ist deshalb, dies auf eine sichere Art und in Einklang mit den Sicherheitsanforderungen des Unternehmens zu erledigen. Der Schutz mobiler Geräte wird seit 20 Jahren gewährleistet und ist sozusagen Alltag. Der Fokus liegt heute auf dem garantierten Schutz von Firmendaten und der komfortablen Anwendung für den ­Mitarbeiter.

Was muss eine Enterprise-Mobility-Management-Lösung alles ­umfassen?

Eine State-of-the-Art-EMM-Lösung verwaltet nicht nur Smartphones und bietet eine sichere Anbindung an E-Mails und Kalender. Um am Markt auch in Zukunft bestehen zu können, sind das Ökosystem und Anbindungen an datenliefernde Systeme sehr wichtig. Eine EMM-Lösung spielt eine zentrale Rolle und ist die Drehscheibe für Mobility. Angefangen vom Onboarding des Mitarbeiters über die Berechtigungsvergabe für Appikationen bis hin zum Schutz von Dateninhalten, die je nach Standort zugänglich sind. Entscheidend ist ausserdem, dass es für die Mitarbeiter einfach ist, die Lösung zu bedienen. "Usability" spielt beim Endanwender schon heute eine sehr grosse Rolle und wird in Zukunft darüber entscheiden, ob eine EMM-Lösung ihre Daseinsberechtigung hat oder nicht.

Worauf kommt es beim Enterprise Mobile Management besonders an?

Für EMM-Hersteller sind Innovationen im Bereich der Integration von Back-end-Systemen sowie die Bereitschaft, neue Technologien von Google, Microsoft, Samsung und Apple möglichst schnell zu adaptieren und zu integrieren, zukunftsentscheidend. Die Welt dreht sich im Bereich Mobility sehr schnell, und die Entwicklungszyklen werden immer kürzer. Als EMM-Partner ist es wichtig, sein Handwerk zu verstehen und als Visionär den Kunden auf die Zukunft vorzubereiten und die mögliche Richtung vorzugeben. Dies gelingt nur mit Know-how-Transfer und Beratung beim Kunden direkt vor Ort.

Benutzerfreundlichkeit oder IT-Sicherheit – was wiegt bei Enter­prise Mobile Management schwerer?

Mit der richtigen Lösung ist beides machbar. Der Kunde wählt die Lösung, die für ihn am besten passt. Die Entscheidung ist sehr davon abhängig, wie eine Firma aufgestellt ist und wo die speziellen Anforderungen liegen. Jede moderne EMM-Lösung kann sowohl Komfort als auch Sicherheit bieten.

Wo liegen die Chancen für IT-Dienstleister?

Mit EMM-Systemen werden heutzutage hauptsächlich Android- und iOS-Geräte verwaltet. Diese Betriebssysteme haben sich in den l­etzten Jahren zu den Marktführern bei mobilen Geräten entwickelt. Der Trend zu leistungsfähigeren mobilen Geräten steigt immer weiter und dank "Modern Management" im Bereich Windows 10 übernehmen EMM-Systeme zukünftig die Verwaltung aller mobilen Geräte. Gartner geht davon aus, dass im Jahre 2022 etwa 30 Prozent der firmeneigenen Windows-10-PCs mit EMM-Lösungen verwaltet werden. Deshalb ist es wichtig, dass IT-Fachhändler den Anschluss nicht verpassen.

Wie müssen IT-Dienstleister aufgestellt sein, um EMM optimal ­anbieten zu können?

Es ist essenziell, sich als traditioneller IT-Fachhändler weiterzuentwickeln. Wer nur reagiert, verpasst den Anschluss. IT-Dienstleister, die EMM-Systeme anbieten, benötigen nicht nur Profiwissen in der EMM-Software, sondern auch Wissen im ganzen Umfeld: Android Enterprise, Modern Management, Apple DEP, Samsung Knox, Microsoft-Technologien wie Azure, Intune App Protection Policies, Identifity-Themen und allgemeine Security-Themen, um hier nur einige zu nennen. Es reicht heutzutage nicht aus, sich nur mit der EMM-Software auszukennen, sondern es ist notwendig, auch den persönlichen Service beim Kunden anzubieten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist zusätzlich die Projektbegleitung, der Betrieb und die professionelle Unterstützung im Supportfall sowie die Weiterentwicklung der Mobility-Strategie des Kunden.

Die Antworten der übrigen Podiumsteilnehmer:

Martin Blattmann, Nomasis: "Die Sicherheit soll nicht auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit erfolgen."

Beat Brunschwiler, Comsoft Direct: "Das Thema Security wird uns in den nächsten Jahren enorm beschäftigen."

Alen Sulejmanagic, Abraxas: "Für IT-Verantwortliche ist dies immer eine Gratwanderung zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit."

Michael Veit, Sophos: "Der traditionelle Best-of-Breed-Ansatz ist heute nicht mehr zeitgemäss."

Stefan Walter, Schaefer: "Mit der richtigen EMM-Lösung stellt sich die Frage 'Benutzerfreundlichkeit oder IT-Sicherheit' nicht."

Webcode
DPF8_129648

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