Warum Equinix beim ERP auf Standardlösungen setzt
Wer eine Standardsoftware nutzt, weiss genau, worauf er sich einlässt. Wer aber selbst Hand anlegt, kann etwa sein ERP auf die eigenen, individuellen Bedürfnisse anpassen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Roberto Cazzetta, Marketing Director, Equinix Schweiz, spricht über seine Erfahrungen.
Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte Lösung?
Roberto Cazzetta: Als internationaler Konzern nutzen wir eine Reihe von eingekauften Lösungen. Diese decken Verkauf (Sales), Customer Services (CRM), Business-Management, Procurement, Accounting, HR, Operations, Marketing etc. ab.
Warum haben Sie sich dafür entschieden? Was sprach gegen die Alternative?
Wir sind auf allen Kontinenten und betreuen über 9800 Kunden. Wir sind börsennotiert und ein Real Estate Investment Trust (REIT). Darum wollten wir von Anfang an auf standardisierte ERP-Lösungen setzen. Wir konzentrieren uns auf unser Core-Business; die Business-Verwaltung muss über professionelle ERP-Lösungen laufen.
Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in der Zeit überarbeitet?
Sie sind schon lange im Einsatz und werden kontinuierlich optimiert. Regelmässig werden sie durch neue Funktionen, Schnittstellen, verbesserte Versionen und optimierte Prozessabläufe angepasst und in der Benutzerfreundlichkeit gesteigert. Wir passen auch kontinuierlich unsere internen Prozesse an und diese müssen durch die ERP-Systeme abgebildet werden.
Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?
Als Unternehmen an der Nasdaq müssen wir immer genau über unsere Ergebnisse Bescheid wissen. Als REIT (über 200 Datacenter weltweit) verfügen wir über eine riesige Infrastruktur. Die Genauigkeit von Erfolgs- und operationellen Daten ist sehr wichtig. Nur wenn wir unsere Geschäftsentwicklung genau voraussagen können, können wir auch entsprechend investieren. Unsere ERP-Systeme müssen miteinander verbunden sein, Schnittstellen sind enorm wichtig. Und genau hier können uns IT-Dienstleister helfen, indem sie genau diese Schnittstellen für uns gewährleisten.
Inwiefern haben Sie die eingekaufte Standardlösung individualisiert?
Wir haben sie bezüglich Sprachen, Schnittstellen, Gebäudemanagement und -planung, Energieeffizienz (RZs), Businessprognosen und weiteren Analyse-Tools individualisiert. Als globaler Konzern müssen wir einerseits einheitliche Systeme haben, und andererseits lokalen, länderspezifischen Anforderungen gerecht werden.
Woher holten Sie sich die nötige Expertise?
Wir haben immer Standardprodukte gewählt, die wir auf unser Business angepasst haben. Wir setzen in allen Bereichen weltweit die gleichen ERP-Systeme ein. Die nötige Expertise holen wir von den zertifizierten Spezialisten der entsprechenden Lösungen.
Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer:
Thomas Boll, Boll Engineering: "Wir verfolgen nicht das Ziel, dass die Lösung jemals fertig wird."
Harald Rotter, HSG: "Die Eigenentwicklung wurde aus verschiedenen Gründen gestartet."
Jürg Schneider, Six: "Seit es Six in dieser Form gibt, setzt sie auf SAP."
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