Harald Rotter im ERP-Podium

Warum die HSG ihr Campus-Management selbst entwickelt

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von Coen Kaat

Wer eine Standardsoftware nutzt, weiss genau, worauf er sich einlässt. Wer aber selbst Hand anlegt, kann etwa sein ERP auf die eigenen, individuellen Bedürfnisse anpassen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Harald Rotter, CIO, Universität St. Gallen (HSG), spricht über seine Erfahrungen.

Harald Rotter, CIO, Universität St. Gallen (HSG). (Source: HANNES THALMANN)
Harald Rotter, CIO, Universität St. Gallen (HSG). (Source: HANNES THALMANN)

Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte Lösung?

Harald Rotter: Ja und Nein. Im Kontext einer Universität ist unser Wording etwas anders. Das ERP-System ist hier meist ein Campus-Management-System oder allenfalls nur einzelne Module eines ERP-Systems. In unserem Fall nutzen wir im Bereich Finanzen und HR SAP-Module. Für unser Campus-Management-System ist eine Eigenentwicklung am Start.

 

Warum haben Sie sich dafür entschieden? Was sprach gegen die Alternative?

Die Eigenentwicklung hat ihren Ursprung um 1999/2000 mit der Bolognareform. Ursprünglich war der Einsatz einer Standardlösung geplant. Aus verschiedenen Gründen wurde aber dann dieser Prozess abgebrochen und die Eigenentwicklung gestartet.

 

Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in der Zeit überarbeitet?

Unser System beinhaltet die verschiedensten Module, die in Absprache mit den zuständigen Businesseinheiten kontinuierlich verbessert oder aktualisiert werden. Einige der letzten grossen "Erneuerungen" waren die Entwicklung eines vollständig neuen, userfreundlichen Front-Ends, die vollintegrierte elektronische Notenerfassung und die papierlose Verfügung der Noten.

 

Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?

Im Bereich SAP haben wir schon jetzt ganz klassisch unsere Businesspartner. Im Bereich der Eigenentwicklung gibt es für uns keine Dienstleister. Für in sich abgegrenzte Bereiche versuchen wir, Ressourcenengpässe mit externen Entwicklern zu überbrücken. Einzelmodule wurden auch im Werksvertrag durch externe Dienstleister erstellt, dies stellt aber bis heute die Ausnahme dar.

 

Inwiefern haben Sie die eingekaufte Standardlösung individualisiert?

Im Bereich ERP sind wir in verschiedener Ausprägung jeweils nur ein Kunde des Kantons St. Gallen. Aus diesem Grund sind mögliche Individualisierungen sehr stark von der Umgebung des Kantons und dessen Vorgaben abhängig. Ich persönlich verfolge mehrheitlich den Ansatz "back to the standard".

 

Woher holten Sie sich die nötige Expertise?

Das war damals "learning by doing". Es gab eine grundlegende Vorstellung vom Funktionsumfang, der damals und bis heute mit unserem Business besprochen und umgesetzt werden muss. Die technische Umsetzungsexpertise war zu Beginn schon im Haus und wurde im Laufe der Jahre weiter ausgebaut.

 

 

 

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