Corvice im Podium zum papierlosen Büro

Wo und wieso das "papierlose" Büro noch Papier braucht

Uhr
von Coen Kaat

Der Weg zum papierlosen Büro ist nicht steinig – er ist voller Papier. Ob die Vision überhaupt realistisch ist und warum die grösste Hürde auf dem Weg nicht die Technik, sondern der Mensch ist, sagt Markus Weiler, CEO von Corvice.

Markus Weiler, CEO von Corvice. (Source: Corvice)
Markus Weiler, CEO von Corvice. (Source: Corvice)

Wie realistisch ist die Vorstellung eines komplett papierlosen Büros?

Markus Weiler: Corvice verwaltet rund 14'600 Multifunktionsprinter in der Schweiz und auf einigen Geräten ist es effektiv schon so, dass zwischenzeitlich mehr gescannt als gedruckt wird. In der Realität sprechen wir aber trotz schnell voranschreitender Digitalisierung immer noch über eine Kombination von Print- & Dokumentmanagement und nicht von einem komplett papierlosen Büro!

Ist dies überhaupt sinnvoll?

Die Frage wäre wohl vielmehr, ist dies überhaupt schon möglich? Das E-Billing hat zwar dazu geführt, dass heute schon viel weniger Rechnungen gedruckt und verschickt werden. Wenn wir jedoch über Warenlieferungen sprechen, benötigt es immer noch Begleit- und/oder Lieferpapiere, weil dies oftmals mehr Sinn ergibt oder verlangt wird (etwa vom Zoll). Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Vertragswesen. Eine Subskription für online bestellte Lizenzen zeichnet man heute schon elektronisch, aber ein Miet- oder Ehevertrag wird vermutlich auch in naher Zukunft immer noch auf Papier gedruckt werden. Da geht's unter anderem um gesetzliche Vorgaben und die Akzeptanz der Kunden.

Welche Chancen bieten Managed-Printing-Services-Angebote für Reseller und Systemintegratoren?

MPS bieten höhere Verfügbarkeit, mehr Sicherheit und vor allem weniger Aufwand. In Kombination mit unseren Cloud-Managed-Services kommt eine einfachere Integration mehr Flexibilität und mehr Transparenz dazu. Wir sehen gerade im unteren bis mittleren KMU-Segment noch ein riesiges Potenzial, denn da sind die Geräteparks oftmals noch nicht konsolidiert und DMS beschränkt sich häufig nur aufs Archivieren und weiterleiten von Dokumenten. Im Enterprise-Geschäft hingegen ist man bereits einen Schritt weiter, da ist MPS und DMS weitgehend schon Standard.

Wie sieht ein optimales Dokumentenmanagement im Büro aus?

Wir sprechen bewusst von "Print- & Dokumentmanagement", weil wir Kunden möglichst beim kompletten Prozess des Dokumentflusses beraten wollen – egal ob Papier oder elektronisch. Prozesse sollten daher möglichst digitalisiert sein und wo möglich ohne manuelle Eingriffe auskommen. Dort wo es noch Papier braucht, versuchen wir auch diesen Teil möglichst intelligent zu automatisieren. So unterschiedlich die vielen Branchen und deren teils vorgegebenen Prozesse auch sind, so unterschiedlich können unsere Lösungen aussehen.

Welche technologischen Trends prägen derzeit den Markt für Dokumentenmanagement-Systeme?

Viele unserer Kunden beziehen ihre Infrastruktur heute schon "as a Services" aus der Cloud, was sich natürlich auch bei den Print- & Dokumentmanagement Lösungen widerspiegelt. So bieten wir seit kurzem die erste CMPS-Lösung (Cloud Managed Print Services) über den Also-Cloud-Marketplace an, welche auch dem kleineren KMU eine vollumfängliche "Mobile Device Integration", sowie "secured Pull Printing" und ein einfaches Dokumentmanagement zum erschwinglichen Preis ermöglicht. Dasselbe gilt auch für den DMS Bereich, wo wir mit ELO ebenfalls schon Cloud basierende Dokumentmanagement-Lösungen für diverse Anwendungsbereiche und Branchen anbieten können.

Die Antworten der übrigen Experten:

Webcode
DPF8_168029

Kommentare

« Mehr