ICT-Reseller-Index August

Komponenten, Storage und Software vergessen das Sommerloch

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Der ICT-Reseller-Index ist im Monat August um ein paar Punkte gesunken. Von diesem Sommerloch sind jedoch nicht alle Produkttypen betroffen. Auch gegen Jahresende wird das Reseller-Geschäft 2015 wohl nicht an das Vorjahr anschliessen können.

Nach der Annäherung an den Vorjahreswert ist der ICT-Reseller-Index im Monat August erneut abgesackt. Im August rutschte der Index von 86 auf einen Wert von 78 Punkten. Auch im Vergleich zum Vorjahr hinkt der vergangene Monat hinterher, wie Proseller mitteilt. Hier zeigt sich ein Minus von 7 Prozent im Jahresvergleich.

Der Autor der Studie beschwichtigt die Resultate etwas: "Letztendlich war der August nicht wirklich schlecht", sagt Thomas Czekala, Verwaltungsrat bei Proseller, auf Anfrage. "Ich denke, die Monate Juni und Juli waren eher etwas zu gut und haben Nachholkäufe aus den extrem schlechten Monaten März und April enthalten." In der Mitteilung zum Index spricht er daher von einem "grenzwertig normalen August-Wert".

Umsatzrückstand bleibt

Am Umsatzrückstand gegenüber dem Vorjahr änderte sich auch im August nicht viel. Der kumulierte Umsatz für das Jahr 2015 liegt bisher 9 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Bereits im Vormonat lag der kumulierte Umsatz 9 Prozent hinter 2014 zurück. Die Preise pro verkaufte Einheit fielen im August weiter. Die einzige Ausnahme bildet gemäss Mitteilung der Bereich Zubehörartikel.

Die Kategorien Komponenten, Storage und Software hatten dieses Jahr scheinbar vergessen, dass es ein Sommerloch gibt. Diese Bereiche zeigten gemäss Mitteilung keine Anzeichen einer Flaute im August.

Storage wächst - noch

Der Verkauf von Storage-Lösungen wächst zwar nur langsam, aber dafür seit vergangenem Mai konstant. Im August lag der Index mit 81 Punkten nun erstmals über dem Gesamtindex. Dieser gute Absatz "ist aber im Zusammenhang mit dem sich langsam beschleunigenden Trend für Cloud-Applikationen und dem grundsätzlichen Wechsel der ICT-Strategien zu sehen", sagt Czekala. Dieser Trend sei sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich zu spüren.

Czekala vergleicht die Entwicklungen mit einem Umzug in eine neue Wohnung. "Entrümpeln und neu einrichten sind da auch üblich", sagt der Verwaltungsrat. "Wenn aber alle umgezogen sind und die Cloud-Umgebung zur Gewohnheit geworden ist, dann dürfte sich der Absatz bei Storage und wohl auch bei Komponenten deutlich nach unten bewegen."

Zahlen am Jahresende ebenfalls rückläufig

"Ohne wirklich in die Zukunft schauen zu können, lässt sich aber vermuten, dass auch die kommenden Monate jeweils zwischen 7 und 10 Prozent unter den Vorjahreswerten sein werden", sagt Czekala.

Der Ausblick ist gemäss seiner Einschätzung aber nicht komplett getrübt. Die steigende Vernetzung werde sich positiv auf das Geschäft der Reseller auswirken. "Steigende Vernetzung erfordert zunehmend Fachwissen", sagt Czekala. "Der ICT-Reseller kann hier als bekannte Vertrauensperson vor Ort Dienstleistungen anbieten und verkaufen."

Bilaterale Kamingespräche im nächsten Jahr

Das Unternehmen kündigte ferner an, 2016 eine eigene Eventreihe zum ICT-Reseller-Index auf die Beine stellen zu wollen. Diese Events seien als "Workshops mit bilateralen Kamingesprächen zu verstehen", sagt Czekala. Pro Jahr will er etwa vier solcher Workshops organisieren.

Das Zielpublikum besteht aus einer gemischten Runde von Resellern, Distributoren und Herstellern. "Im Idealfall kommen dann bessere Strategien für jeden Teilnehmer heraus", sagt Czekala. Wer sich für die Workshops interessiert, kann sich online über die Events informieren.

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