IBM kann's auch ohne Silicon
Wissenschaftler von IBM Research haben eine nach eigenen Angaben bedeutende Entdeckung gemacht. Sie wollen die Silizium-Ära beenden. Ein paar Jahre brauchen sie aber noch.
IBM-Forscher sind auf dem Weg zu einer neuen Art von Computerchip. In einem aktuellen Projekt nutzten sie anstelle von Silizium sogenannte Kohlenstoffnanoröhren für die Transistoren, wie IBM mitteilte.
Den Wissenschaftlern gelang es nach eigenen Angaben, die Transistoren auf unter 10 Nanometer zu schrumpfen. Damit sind sie 10'000 Mal dünner als ein menschliches Haar. Die Leistung der Transistoren sei aber die Gleiche geblieben. Das war bisher laut IBM nicht möglich.
Gemäss Mitteilung könnten sich mit Nanoröhrchen-Chips künftig die Fähigkeiten von High-Performance-Computern stark verbessern. Ein Anwendungsgebiet wäre etwa die Analyse von grossen Datenmengen.
Nicht vor 2020 marktreif
"Diese Chip-Innovationen sind notwendig, um den steigenden Anforderungen im Cloud-Computerwesen, Internet of Things sowie grosser Datensysteme gerecht zu werden", sagt Dario Gil, Vizepräsident von Science & Technology bei IBM Research. "Es müssen neue Materialien, Vorrichtungen und Schaltungseinrichtungen bereitgestellt werden, um die fortschrittlichen Technologien zu liefern, welche die kognitive Computer-Ära benötigt."
Der Erfolg der Wissenschaftler ist auch deshalb wichtig, da die Miniaturisierung von Bauteilen auf Siliziumbasis an ihre Grenzen stösst. Heutige Chips werden im 14 Nanometer-Verfahren gefertigt.
Bis die neuartigen Chips zum Einsatz kommen, dürfte es aber noch etwas dauern. Die Kohlenstoffröhren sollen im Jahr 2020 marktreif sein, wie IBM weiter schreibt.
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