IBM Impact 2014

IBM beschwört sein Hardware-Geschäft

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IBM hat eine Reihe neuer Updates und Features für sein Hardware-Geschäft angekündigt. Mit ihnen sollen Unternehmen das Maximum aus ihren Anwendungen herausholen. Mit den neuen Power-Systemen könnte der Hersteller sogar das Server-Geschäft aufmischen.

Unter dem Motto "Infrastructure matters" hat IBM den zweiten Tag seiner Hausmesse Impact eingeläutet. IBMs Manager boten eine Rundschau über Updates und Neuerungen. Ausserdem gab der Hersteller Einblick in künftige Technologien.

Daten sind unsere neuen Rohstoffe

Daten sind für IBM die neue natürliche Ressource, betonte Bob Picciano, General Manager Software Group. Um diese Ressourcen auszuschöpfen, müssten Entscheider ihre Daten kennen, den Kontext verstehen, Entscheide treffen und rasch handeln. Hierfür müssten innerhalb von Mikrosekunden strukturierte und unstrukturierte Daten analysiert werden.

Im Rahmen einer Preview demonstrierte IBM ein Predictive-Analytics-System auf Basis von verschiedenen Blue-Mix-Anwendungen. Der Bluemix Integration Service wertet in Echtzeit Daten aus verschiedenen Quellen, darunter Social Media, aus. Ähnliches präsentierte HP Ende letzten Jahres mit seiner Haven-Plattform. Beide Systeme sollen sich ideal für Sicherheitsorganisationen einsetzen lassen.

Für Datenanalysten lanciert IBM die Lösungen Data Refiner und Catalyst Insight. Mit Data Refiner sollen sich aus grossen Daten-Mengen relevante Informationen herausfiltern lassen. Catalyst Insight berechnet Wahrscheinlichkeiten und gibt entsprechende Informationen an Daten-Analysten aus. IBM möchte die Analytik-Lösung über seine Cloud einem möglichst grossen Kundenkreis anbieten, etwa auch KMU-Kunden, die sich ein dermassen aufwändiges System selbst nicht leisten könnten.

Infrastruktur bleibt wichtig

Das Thema Hardware bleibt für IBM wichtig. Nur mit leistungsfähiger Hardware liessen sich die Software-Lösungen optimal nutzen, betonte Mills. Das Mainframe-System etwa sei die beste Lösung für die Cloud, glaubt IBM. Das System wurde um Hadoop-Funktionen und Flash-Optionen ergänzt. Mit Netezza wurde zudem die Effizienz des z-Systems verbessert. IBM verspürt besonders durch das Mobile-Geschäft eine gestiegene Nachfrage nach Mainframe-Systemen.

Mit Elastic Storage bietet IBM eine neue Managementsoftware für Software-Defined-Storage. Neue Applikationen kündigte IBM auch für seine Pure Systems an.

Power 8 - Der Gamechanger?

Das interessanteste Thema in Sachen Hardware dürfte derzeit wohl die neue Generation der Power-Systeme sein. Mit der Generation 8 öffnete IBM seine Unix-Chips für die Opensource-Community. Hierfür gründete IBM die Open Power Foundation. Prominente Partner sind Google, das derzeit Powersysteme für künftige Rechenzentren evaluiert, und Canonical.

Der britische Linux-Distributor bietet eine Lösung an, mit der x86-Anwendungen kompiliert und so an Unix-Systeme angepasst werden können. In über 90 der Prozent der Fälle müsse hinterher kein Code mehr angepasst werden und wenn doch, seien nur kleine Verbesserungen nötig, erklärten Ubuntu-Gründer Mike Shuttleworth und Doug Balog, General Manager Power Systems bei IBM, in einem Hintergrundgespräch.

Mit der Partnerschaft gelang IBM ein geschickter Schachzug: Mit den Power-8-Chips wird IBM seine führende Position im Unix-Server-Geschäft wohl behaupten und gegenüber Oracle und HP vielleicht sogar ausbauen können.

Mit der Migration von x86-Anwendungen auf Power-8-Systeme, dürften sich auch OEM-Hersteller aus der Server-Welt für IBM interessieren, hofft der Hersteller. Damit setzt IBM Chip-Marktführer Intel auf zwei Wegen unter Druck. Intel wollte mit der neuesten Generation seiner Xeon-Chips Risc-Architekturen vom Markt verdrängen.

Die Leistungsdaten der IBM-Chips sind denen von Intels Chips, zumindest auf dem Papier, überlegen. Mit der Brücke in die x86-Welt könnte IBM auch für Unternehmenskunden auf der Anwenderseite und Independent Software Vendors interessant werden. Letztere lädt IBM dazu ein, die neuen Systeme gratis zu testen.

Mit den neuen Powersystemen bietet sich IBM gewissermassen die Chance, wieder am x86-Servermarkt durchzustarten und HP, Dell, Cisco, etc. Marktanteile abzujagen. Oder wie Balog an der Keynote prophetisch anmerkte: "Kein Hersteller sollte für sich die Marktführerschaft im Server-Geschäft beanspruchen."

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