Sonderschau an der Com-Ex

Smarte Schweizer Städte präsentieren sich

Uhr | Aktualisiert
von George Sarpong

Die Digitalisierung von Städten nimmt zu, auch hierzulande. An einer Sonderschau an der Berner Fachmesse Come-Ex präsentieren sich verschiedene Anbieter von Smart-City-Lösungen.

IT&T und Microsoft arbeiten an Lösungen für die Städte der Zukunft. (Quelle: Istockphoto)
IT&T und Microsoft arbeiten an Lösungen für die Städte der Zukunft. (Quelle: Istockphoto)

Vom 20. bis 22. September präsentieren an der Fachmesse Com-Ex Anbieter von Kommunikations-Infrastruktur Trends, Produkte und Services. Die Messe, die unter dem Patronat der Fachverbands Asut steht, adressiert Fachbesucher aus den Bereichen Datacenter- und LAN-Infrastrukturen wie auch Betreiber von Kabelnetzen (CATV), wie die Veranstalter mitteilen.

Auch für Entscheider der öffentlichen Hand, wie etwa von Städten und Kommunen oder von Elektrizitätswerken, biete die Messe attraktive Angebote. Hinzu kommen Lösungen für aktuelle Entwicklungen in der Vernetzung wie M2M-Kommunikation, Smart Metering FTTx.

Schweizer Smart-City-Projekte im Fokus

Ein Highlight ist die Sonderschau "Forum Smart Communication" zeigt unter dem Motto "Switzerland goes Smart" Schweizer Smart-City-Projekte verschiedener Städte, Regionen und Unternehmen.

Anhand dieser Modellbeispiele wollen die Aussteller den Besucher aufzeigen, wie die Digitalisierung das öffentliche Leben in naher Zukunft verändern wird. Folgende Projekte stellen sich vor:

Smart City Competence Center

Das Westschweizer Kompetenzzentrum Cityzen zeigt, wie Smart-City-Projekte geplant, umgesetzt und gefördert werden. Laut Com-Ex-Veranstalter werden alle Kernbereiche einer intelligenten Stadt beleuchtet: Strategie, Mobilität, Energie, Abfall-Management, Building Technology, Sicherheit, Big Data, Internet of Things.

Low Power Network und "schlaues Parken"

Swisscom präsentiert anhand von Pilotprojekten in Genf und Zürich, wie bald Gegenstände aus unserem Alltag miteinander verbunden sein werden, wie etwa Briefkästen, Kleider, Wasserspender oder Velos. Für viele Anwendungen braucht es kein Hochleistungsnetzwerk. Swisscom zeigt, wie ein Low Power Network kleinere Datenmengen energie- und kostensparend transportiert, unabhängig vom Stromnetz.

Ein weiteres Swisscom-Projekt ist Smart Parking, der Providerin in verschiedenen Städten in der Deutsch-Schweiz und der Romandie. So soll demnächst in Lenzburg ein Parkleitsystem Automobilisten zum nächstgelegenen freien Parkfeld führen. Jeder Parkplatz übermittelt dem System in Echtzeit, ob er frei ist. Eine App lotst den Autofahrer zum nächsten freien Parkplatz.

Ein smartes Velo

Der Velo-Hersteller My Stromer zeigt ein Bike, das über einen eingebauten Chip Daten über das Mobilfunknetz mit einem Zentralrechner austauscht. Über eine App kann der Besitzer des Velos nicht nur Geschwindigkeit, Batterieladestand oder die gefahrenen Kilometer ablesen, sondern auch mit dem Fahrrad kommunizieren.

Über die App wird der Diebstahlschutz aktiviert, das Bike auf- oder abgeschlossen, die Firmware aktualisiert und der System- und Service-Status abgelesen. Die Velos sind laut Hersteller derzeit als Firmenfahrzeuge im Einsatz bei Postauto, Mobiliar und Appenzeller.

Smarte Energielösungen von BKW

Der Energieanbieter BKW präsentiert "Home". Die modulare Lösung für Eigenheime produziert und speichert Solarenergie und macht diese rund um die Uhr nutzbar. Die Zusammenstellung der einzelnen Komponenten orientiert sich laut Anbieter an den individuellen Bedürfnissen der Kunden.

Digital Signage in Luzern

Der Werbevermarkter Clear Channel zeigt Wege der Zusammenarbeit zwischen Smart Cities und Aussenwerbeunternehmen auf. Als konkretes Beispiel zeigt das Unternehmen das Pilotprojekt in der Stadt Luzern, wo Bildschirme mit einem extra dafür entwickelten interaktiven City-Plan installiert werden sollen.

Neben einem Übersichtsplan und einem Wegleitungssystem enthält der interaktive City-Plan laut Aussteller weitere Informationen, zum Beispiel zu Sehenswürdigkeiten oder zu ÖV-Verbindungen.

Schwerpunkt smartes wohnen

In der Region Biel erfahren Einwohner über die App "Easy Living" Dienstleistungen von Gemeinden, Gewerbe und der Post. Die angebotenen Dienste und Produkte kann der User direkt über die App beziehen. Angebote werden nach persönlicher Relevanz für den User angezeigt, versprechen die Entwickler der Anwendung.

Ein weiteres Projekt, das den Wohnalltag durch Technologie verbessern soll, ist Plusenergie-Quartier. Durch Verknüpfung von Infrastruktursystemen in den Bereichen Transport, Energie und Kommunikation wird eine maximale Lebensqualität bei minimalem Ressourcenverbrauch angestrebt. Die Hauptstadtregion Schweiz trägt dazu bei, dass die Synergien aus der Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Regionen, Städten und Unternehmen möglichst konsequent genutzt werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Im Projekt Plusenergie-Quartier der sogenannten Smart Capital Region ist das Bauunternehmen Losinger-Marazzi Partner für die Konzeption, Planung, Ausschreibung und Umsetzung. Mit der "Allthings App" bietet das Unternehmen über 50 Micro-Apps mit Diensten für besseres Wohnen an: Concierge-Dienste, Services für die nachhaltige und komfortable Gebäudenutzung, Community-Funktionen für die Kommunikation mit den Nachbarn. Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel des Basler Quartiers Erlenmatt.

Die Abfallentsorgung der Zukunft

Die Müllentsorgung ist ein Problem. Immer mehr Verpackungen und steigender Konsum erfordern neue Wege der Entsorgung oder, noch besser, der Abfallvermeidung. Anhand eines Referenzprojekts in Genf werden die Lösungen von Eco Waste aufgezeigt. Eco Waste erleichtert laut Anbieter Städten und Gemeinden das Abfall-Management. Verbraucher entsorgen ihren Müll mithilfe einer Chipkarte.

Ob Vorauszahlung oder Faktura: Müllmenge und Kosten werden via GSM gemeldet. Der Müllcontainer teilt selbständig mit, wenn er geleert werden muss, woraufhin in Echtzeit die optimale Abfalltour für das Entsorgungsfahrzeug berechnet wird. Mit der Verwaltungsplattform Wise können alle Container und Konten via Internet verwaltet werden.

Überwachungs- und Steuerungslösung für smarte Städte

Die Firma Trigon zeigt, wie Mess-, Überwachungs- und Steuerungslösungen ein reibungsloses Miteinander auf engem Raum unterstützen. Foto- und Videosysteme erlauben das Steuern des Individualverkehrs, das Leiten von Besucherströmen und die Überwachung von Orten, Räumen oder Maschinen. Wie all das die Lebensqualität als auch die Sicherheit steigern kann, zeigen die Anbieter auf dem Forum Smart Communication.

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