Die effizientesten Rechner kommen aus Japan

China verdrängt USA langsam aus der Liste der schnellsten Supercomputer

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Die 50. Liste der 500 schnellsten Supercomputer zeigt zwei Auffälligkeiten: Immer mehr Superrechner kommen aus China und die effizientesten Maschinen stehen in Japan.

(Source: The Sunway TaihuLight Supercomputer: System and Applications", Sci. China Inf. Sci., 2016, 59(7): 072001)
(Source: The Sunway TaihuLight Supercomputer: System and Applications", Sci. China Inf. Sci., 2016, 59(7): 072001)

Zwei Mal pro Jahr erscheint die Liste der 500 schnellsten Supercomputer der Welt – jeweils im Juni und im November. Diesen Monat erschien die 50. Liste und sie zeigt einen eindeutigen Trend.

Zwar veränderte sich in den Top 5 im Vergleich zur letzten Liste nur wenig: China dominiert mit den Superrechnern Sunway Taihulight und Tianhe-2, darauf folgt der Schweizer Supercomputer Piz Daint auf dem dritten Platz. Die Nummer 4 ist ein Neuling: Der japanische Supercomputer Gyoukou. Mit einer Rechenleistung von 19,1 Petaflops verdrängte er die US-amerikanische Maschine Titan auf den 5. Platz.

Macht man jedoch einen Schritt zurück und betrachtet man die komplette Liste, zeigt sich eine starke Veränderung: China verdrängte die USA. Vor einem halben Jahr waren 169 der 500 schnellsten Rechner in den USA beheimatet. China hatte damals noch knapp weniger, nämlich 160 Maschinen in der Liste.

In der aktuellen Liste ist China mit 202 Supercomputern vertreten – die USA nur noch mit 143. Damit kommen die Vereinigten Staaten jedoch noch immer mit Abstand auf den zweiten Platz. Denn an dritter Stelle folgt erst Japan mit 35 Superrechnern.

Japan dominiert dafür eine andere Liste. Nach 25 Jahren und 50 Listen hat die Top 500 erstmals auch die sogenannte Green500-Liste erfasst. In dieser werden die Supercomputer nicht nach ihrer Leistung bewertet, sondern nach dem Verhältnis zwischen Leistung und Stromverbrauch.

Mehr Leistung bedeutet nicht mehr Effizienz

Nicht weniger als 4 der 5 effizientesten Supercomputer gemäss Top500 stehen in Japan. Die vier japanischen Boliden basieren alle auf der Zettascaler-2.2-Architektur. Der "grünste" Rechner ist Shoubu System B im Forschungsinstitut Riken nahe Tokyo. Die Maschine erreicht 17 Gigaflops pro Watt.

Darauf folgen der Suiren2-Cluster und das Sakura-System mit 16,8 beziehungsweise 14,2 Gigaflops pro Watt. An vierter Stelle folgt der US-amerikanische Supercomputer DGX SaturnV Volta. Der Rechner steht in Nvidias Hauptquartier in San Jose.

Der einzige Petaflops-Rechner in der grünen Top-5-Liste ist Gyoukou. Die Maschine kann 19,1 Gleitkommaoperationen pro Sekunde berechnen und das bei einer Energieeffizienz von 14,2 Gigaflops pro Watt. Der Schweizer Supercomputer Piz Daint kommt mit einer Effizienz von 8,6 Gigaflops pro Watt auf den 14. Platz.

Der Piz Daint im CSCS in Lugano. (Source: CSCS)

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