Studie von Deloitte

Smartphone lässt Grenzen zwischen Arbeit und Privatem verschwinden

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Rund zwei Drittel der Schweizer nutzen ihr Smartphone während der Freizeit, um Geschäftliches zu erledigen. Die Anzahl derjenigen, die das Handy während der Arbeitszeit für Privates nutzen ist noch höher.

(Source: Bruno Cervera / Unsplash)
(Source: Bruno Cervera / Unsplash)

Am Wochenende noch schnell ein Geschäftsmail beantworten, den Terminkalender checken oder ein geschäftliches Telefongespräch erledigen – für 68 Prozent der Schweizer ist das ganz normal. Eine Studie von Deloitte ergab, dass rund zwei Drittel der Schweizer während der Freizeit auf dem Smartphone arbeiten. 29 Prozent gaben an, das oft oder sehr oft zu tun.

Mit 84 Prozent der Befragten nutzen noch mehr Mitarbeiter ihr Smartphone während der Arbeitszeit auch für Privates. Die strikte Trennung von Beruflichem und Freizeit scheint den meisten Schweizern schwer zu fallen. So gaben lediglich 10 Prozent an, ihr Smartphone nicht während der Freizeit für Berufliches oder während der Arbeitszeit für Privates zu nutzen. 66 Prozent der Befragten sagten von sich, dass sie durch die private Nutzung des Smartphones von der Arbeit abgelenkt würden.

Digitale Technologien verändern das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Unternehmen

"Die Arbeitswelt richtet sich immer mehr auf Flexibilisierung, Kollaboration und Konnektivität aus. Die neuen digitalen Technologien stellen das Verhältnis zwischen den Mitarbeitenden und dem Unternehmen auf eine völlig neue Basis; sie verändern auch den Arbeitsplatz und die Aufgaben an sich", sagt Myriam Denk, Partnerin und Leiterin Future of Work bei Deloitte Schweiz. Mobile Geräte und deren flexible, selbstbestimmte Anwendung seien ein wesentliches Element zur Realisierung der neuen Arbeitswelt. Noch bestehe allerdings grosser Nachholbedarf bei Unternehmen und Mitarbeitern.

Wie sich Digitalisierung und flexible Arbeitsweisen auf Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter auswirken und weshalb gezielte Erholung im digitalen Zeitalter extrem wichtig ist, erfahren Sie im Interview mit Arbeitswissenschaftler Georg Bauer.

Das Nutzungsverhalten ist laut Studie privat und beruflich ähnlich. Zu den geschäftlich am häufigsten verwendet Anwendungen gehören E-Mail (48 Prozent), Telefon (44 Prozent), Kalender (36 Prozent) und Sofortnachrichten (35 Prozent). Administrative Prozesse wie die Spesenerfassung, Planung von Arbeitseinsätzen, Stundenabrechnung oder Projektabwicklung werden von knapp 10 Prozent via Smartphone verwendet.

Chancen für Unternehmen

"In der stärkeren Verwendung von Smartphones für administrative Prozesse liegt ein grosses Potenzial zur Effizienzsteigerung – Unternehmen sollten dies nutzen, um Kosten zu sparen und konkurrenzfähig zu bleiben. Zudem werden die Angestellten von lästigem Papierkram entlastet", so Denk. Mit einer einfachen und intuitiven Benutzeroberfläche auf dem Smartphone sei es möglich, voneinander getrennte und aufwändige Prozesse komplett zu integrieren und zu digitalisieren, schreibt Deloitte.

In der Schweiz kommen 8 Prozent der Erwachsenen ohne Smartphone aus. Ausserdem tendieren die Nutzer immer mehr zu SIM-only-Verträgen und setzen beim Kauf von Smartphones in erster Linie auf Qualität. Lesen Sie hier mehr dazu.

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