Editorial

Was Drucker und die EU-DSGVO gemein haben

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat
Coen Kaat, stv. Chefredaktor des IT-Markt. (Source: Netzmedien)
Coen Kaat, stv. Chefredaktor des IT-Markt. (Source: Netzmedien)

Vor genau einem Jahr hat Chefredaktor Marc Landis Sie an dieser Stelle gefragt, ob Sie sich schon mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) befasst haben. Die Frage ist nach wie vor relevant. Die Verordnung gilt seit 8 Monaten. Das Schweizer Pendant, die DSG, rückt ebenfalls schon näher. Aber noch immer sind sich viele Unternehmen nicht der Tragweite bewusst.

Haben Sie sich etwa schon einmal überlegt, was mit den Daten passiert, die zum Drucker geschickt werden? Zumindest zeitweise befinden sich die Informationen im Arbeitsspeicher des Geräts. Das bedeutet, dass in jedem Büro, in jedem Unternehmen eine potenzielle Datenschutzfalle steht. Wie die Druckerbranche mit dem Thema Datenschutz umgeht, lesen Sie hier.

Das Problem ist übrigens bei einem Laserdrucker sogar noch grösser als bei Inkjets. Warum? Weil Laserdrucker funktionsbedingt über grössere Arbeitsspeicher verfügen als ihre mit Tinte druckenden Pendants. Worin sich Laser- und Tintenstrahldrucker sonst noch unterscheiden, lesen Sie hier.

Die Frage, wer die Verantwortung für die im Arbeitsspeicher befindlichen Daten trägt, muss derzeit neu geklärt werden. Der Grund dafür ist das papierlose Büro. Diese Idee ist zwar nicht neu. Sie kam schon in den 1960er-Jahren auf, als die ersten Computer, wie etwa der IBM 2260, noch daran waren, ihren Siegeszug anzutreten. Aber der durchschnittliche Papierverbrauch ist noch immer immens. Jedes Jahr verbrauchen Schweizer gemäss dem WWF pro Kopf 194 Kilogramm Papier (Stand: 2015). Doch zeigen Studien wie der "Managed Print Services (MPS) Landscape 2018" von Marktforscher Quocirca, dass Unternehmen in den vergangenen Jahren zunehmend papierlose Prozesse implementieren. Knapp 85 Prozent der Unternehmen in den USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland hätten schon teilweise umgestellt.

Ein Blick auf den Markt für Managed Print and Document Services zeigt, dass der Trend dabei immer mehr von den klassischen Funktionen Drucken, Scannen und Kopieren weggeht. Stattdessen sind individuelle, auf den Workflow fokussierte Lösungen gefragt. Mehr dazu lesen Sie im Marktbericht an dieser Stelle.

Aber auch wenn der Drucker im Büro nicht mehr dem Benutzer gehört, sondern einem Dienstleister, wird dies die Datenschutzfrage nicht aus der Welt schaffen. Im Gegenteil: Sie wird sich dadurch nur noch verschärfen. Wer diese Fragen jetzt beantwortet, kommt später nicht in Zugzwang.

Ich wünsche viel Lesevergnügen mit der Februar-Ausgabe des "IT-Markt" und natürlich: Viel Erfolg und gute Geschäfte für 2019!

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