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Bucherer verrät, was IT-Dienstleister unbedingt vermeiden sollten

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

In ihrer 130-jährigen Firmengeschichte hat die Bucherer-Gruppe einige technologische Veränderungen miterlebt. Heute unterhält das Luzerner Familienunternehmen 31 Uhren- und Schmuckgeschäfte in Europa. Die fast vollständig virtualisierte IT-Infrastruktur dahinter betreibt Bucherer selbst. Welche Anforderungen das mit sich bringt, sagt CIO Roger Patrick Vetter.

Roger Patrick Vetter, CIO, Bucherer-Gruppe
Roger Patrick Vetter, CIO, Bucherer-Gruppe

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Roger Patrick Vetter: Als CIO von Bucherer bin ich in alle Disziplinen der IT, wie etwa Operation- und Projektmanagement sowie Strategie- und Führungsthemen zur Steuerung der IT, involviert. Wir beschäftigen uns intensiv mit Digitalisierungsthemen. Von zentraler Bedeutung ist dabei ein gutes Netzwerk von IT-Dienstleistern, die uns bei der Umsetzung unsere Vorhaben unterstützen.

 

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Unsere Top 3 sind Fachkompetenz, Skalierbarkeit und optimale Kosteneffizienz. Das ist nur möglich, wenn der Partner uns, unsere Prozesse und Strategien gut kennt und sein Lösungs- beziehungsweise Serviceportfolio beherrscht. Dann kann er dieses auch optimal einsetzen.

 

Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?

Bitte nicht mehr versprechen, als Sie wirklich halten können! Wichtig ist auch, eventuelle Problemstellungen gleich offen und transparent zu kommunizieren und mit einem Lösungsvorschlag zu unterlegen.

 

Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?

Aufgrund meiner früheren Funktion habe ich noch immer gute Kontakte zu Herstellern. Diese nutze ich auch heute noch gerne in der Initiierungsphase. Die eigentliche Beschaffung erfolgt dann in der Regel über zertifizierte Reseller, bei denen wir Volumen bündeln und somit Synergien und Kostenvorteile nutzen können.

 

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ­ausgelagert? Welche Bereiche würden Sie hingegen nie auslagern?

Bis auf wenige SaaS-Lösungen betreiben wir die ICT-Infrastruktur und Systeme selbst. Unsere Infrastruktur ist praktisch zu 100 Prozent virtualisiert und standardisiert, sodass diese äusserst stabil und kosteneffizient betrieben werden kann.

 

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Der Uhren- und Schmuckmarkt verändert sich rasend schnell. Die Digitalisierung und der gesellschaftliche Wandel verlangen nach neuen Ansätzen und innovativen Konzepten. Damit wir unsere Marktposition weiter ausbauen können, stehen verschiedene Projektinitiativen mit Fokus auf Online- und Customer-Services auf der Roadmap. Deren Entwicklung, aber auch die Integration in die bestehende IT-Landschaft bringt eine Fülle von Herausforderungen mit sich. Die nachhaltige Verknüpfung von bestehenden und neuen Technologien ist das "pièce de résistance" in den aktuellen Integrations- und Projektvorhaben.

 

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Aus anderen oder ähnlich gelagerten Projekten bringen IT-Dienstleister eine grosse Menge an Know-how und Erfahrungen mit. Diese Best Practices unterstützen uns dabei, nachhaltige und optimale Lösungen in der geforderten Zeit zu implementieren.

 

Welche Rolle spielen Cloud, IoT, KI und Cybersecurity in Ihrer IT-Strategie?

Das Thema IT-Security beschäftigt uns – nicht zuletzt durch die Datenschutz-Grundverordnung der EU – sehr intensiv und geniesst einen hohen Stellenwert und entsprechend Visibilität. Unsere Cloud-Erfahrungen beschränken sich im produktiven Umfeld aktuell auf die Integration von Microsoft Office 365. Wir prüfen bei neuen Services oder Updates, ob es sinnvoll ist, Leistungen aus der Cloud zu beziehen.

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