Auch Ericsson, Sony und Nvidia sagen ab

Update: Weniger Hersteller, mehr Temperaturmessungen am MWC 2020

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Das Coronavirus hat Auswirkungen auf die Ausstellerliste am Mobile World Congress in Barcelona. Nach LG sagen nun auch Ericsson und Nvidia ihre Teilnahme am Event in Barcelona ab. Die Veranstalter reagieren derweil mit neuen Sicherheitsvorkehrungen.

(Source: geralt / Pixabay.de)
(Source: geralt / Pixabay.de)

Update vom 10.2.2020: Drei weitere Hersteller haben ihre Teilnahme am Mobile World Congress (MWC) abgesagt: Ericsson, Sony und Nvidia bleiben dem Event fern. Der Grund: Sicherheitsbedenken rund um den neuartigen Coronavirus.

 

Vergangene Woche hatte bereits LG seine Teilnahme am MWC zurückgezogen. Mit Ericsson sagte nun einer der grössten Ausssteller am MWC ab. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden hätten höchste Priorität, begründet der schwedische Netzwerkausrüster seine Absage. Der Hersteller werde die Neuheiten, die er am MWC vorgeführt hätte, an kleineren, lokalen Veranstaltungen unter dem Namen "Ericsson Unboxed" zeigen.

 

Sony entschied sich dafür, seine Neuheiten am 24. Februar via Youtube zu verkünden.

 

Nvidia bedauert es laut Mitteilung, nicht am MWC teilnehmen zu können. "Aber wir glauben, dass es die richtige Entscheidung ist." Ob Nvidia eine Ersatzveranstaltung plant, ist noch nicht bekannt.

 

Veranstalter GSME meldet derweil, die Vorbereitungen liefen nach Plan. In einer Mitteilung heisst es: "Die GSMA bestätigt, dass einige grosse Aussteller ihre Teilnahme an dem diesjährigen Kongress abgesagt haben und andere die nächsten Schritte noch in Erwägung ziehen." 2800 Aussteller seien aber weiterhin mit an Bord.

 

Die Veranstalter hätten weitere Massnahmen getroffen:

 

  • Reisende aus der chinesischen Provinz Hubei erhalten keinen Zutritt zu der Veranstaltung

  • Alle Reisenden, die sich in China aufgehalten haben, müssen nachweisen, dass sie in den 14 Tagen unmittelbar vor der Veranstaltung nicht in China gewesen sind (Stempel im Reisepass, ärztliches Attest)

  • Temperatur-Screenings werden durchgeführt

  • Teilnehmer müssen selbst bestätigen, dass sie keinen Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

 

Originalmeldung vom 5.2.2020: Coronavirus bedroht den Mobile World Congress

Ende Februar findet in Barcelona der jährliche Mobile World Congress (MWC) statt. Laut eigener Website handle es sich um die weltweit grösste Ausstellung für die Mobile-Branche. Erwartet werden tausende Aussteller und an die 100'000 Besucher aus aller Welt. Doch dieses Jahr könnte die Messe weniger Besucher anlocken als von den Organisatoren erhofft.

 

LG und ZTE sagen ab

Denn das Coronavirus wirkt sich auch auf die Teilnehmer des MWC aus. So hat sich der koreanische Smartphone-Hersteller LG entschieden, dem Event komplett fernzubleiben. "Im Hinblick auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit im Allgemeinen, hat LG beschlossen, sich vom MWC 2020 Ende dieses Monats zurückzuziehen", schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Damit werde verhindert, dass hunderte von LG-Mitarbeitern sich unnötigerweise internationalen Flugreisen aussetzen müssten. Der Konzern bezieht sich auf "die meisten Gesundheitsexperten", die empfehlen, wenn möglich keine internationalen Reise zu unternehmen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

 

Auch ZTE bleibt der Messe dieses Jahr fern. Einige Mitarbeiter würden es nicht rechtzeitig nach Barcelona schaffen, sagte der chinesische Hersteller gegenüber "The Verge". Als Grund nennt das Unternehmen etwa Reisebeschränkungen und Visum-Verzögerungen.

 

Hersteller HMD Global, Produzent der Nokia-Smartphones, lässt sich vom Coronavirus nicht beirren: "Unsere Teilnahme am MWC 2020 wird wie geplant fortgeführt", heisst es im knappen Statement, welches der Redaktion vorliegt.

 

Teilnahme schon, aber mit gestutztem Programm

LG war bislang der prominenteste Aussteller, der sich komplett von der MWC 2020 zurückzieht. Die Redaktion hat bei weiteren Smartphoneherstellern gefragt, ob sie trotz Coronavirus am Kongress anzutreffen sein werden. So plant etwa Samsung, sein Messeprogramm abzuspecken: "Samsung plant weiterhin, am Mobile World Congress teilzunehmen", schreibt Pia De Carli, Press Officer bei Samsung Schweiz. Man habe sich allerdings entschieden, grössere geplante Veranstaltungen abzusagen.

 

Vom chinesischen Handyhersteller Huawei traf kein offizielles Statement ein. Man kann aber annehmen, dass sich das Unternehmen durchaus Gedanken macht, die Gefahr einer Ansteckung seiner Angestellten am MWC zu minimieren. Vorstellbar sind etwa Massnahmen zur Reduktion des chinesischen Standpersonals oder ganz grundsätzliche eine Reduktion des Personals.

 

Ebenfalls keine Antwort erhielt die Redaktion bislang von Nokia und Oppo.

 

Organisator: "Wir raten zu einer No-Handshake-Policy"

Inzwischen hat sich auch GSMA, die den Mobile World Congress durchführt, mit einem aktualisierten Statement zu den Auswirkungen des Coronavirus zu Wort gemeldet. Man überwache die möglichen potenziellen Auswirkungen des Virus auf die Konferenz fortlaufend, heisst es darin. "Die GSMA bestätigt, dass es bisher nur minimale Auswirkungen auf die Veranstaltung gibt." Der Kongress werde wie geplant stattfinden.

 

Man ergreife aber diverse Massnahmen, um einer Verbreitung des Virus vorzubeugen. So werden stark frequentierte Berührungspunkte (WCs, Touchscreens, Handläufe oder Eingänge) verstärkt gereinigt und desinfiziert. Auch die medizinische Versorgung sei aufgestockt worden, und man führe eine Aufklärungskampagne im Internet und vor Ort durch. Desinfektionsmaterialien liegen für den öffentlichen Gebrauch auf, und Aussteller sowie Personal werden in Hygienefragen sensibilisiert. Neu rate man allen Teilnehmern, sich an eine "No-Handshake-Policy" zu halten.

 

Am Mobile World Congress in Barcelona zeigen viele Handyhersteller, was sie für das kommende Jahr in petto haben. Hier lesen Sie, was es letztes Jahr zu entdecken gab.

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