Bund enttäuscht Hoffnungen auf einen raschen 5G-Ausbau
Das Bundesamt für Umwelt verschiebt die Publikation technischer Richtlinien für 5G auf unbestimmte Zeit. Kantone und Telkos müssen weiter auf Regeln für den Ausbau des Mobilfunk-Netzes warten.
Der Ausbau des Mobilfunkstandards 5G erhält einen Dämpfer. Wie das Börsenportal "Cash" berichtet, verschiebt das Bundesamt für Umwelt die Publikation technischer Richtlinien für 5G auf unbestimmte Zeit. Diese seien jedoch nötig, damit eine Einhaltung von Strahlungs-Grenzwerten messtechnisch kontrolliert werden könne.
In einem Brief an die Kantone von Ende Januar heisse es, dass der Bund noch an technischen Richtlinien arbeite. "Einen konkreten Zeithorizont für diese Arbeiten können wir nicht nennen", zitiert Cash aus dem Schreiben. Grund dafür seien etwa Tests, die im realen Betrieb gemacht werden müssten.
Die Verzögerungen sind eine schlechte Nachricht für Kantone und 5G-Provider. Beide warten auf Regeln für den Aufbau des Mobilfunknetzes. Dabei gehe es um eine konkrete Definition von Messverfahren, die 5G in vollem Umfang ermöglichten. Heute würden die Kantone teilweise Bewilligungen für Anlagen erteilen, obwohl eine Einhaltung der Grenzwerte messtechnisch noch gar nicht kontrolliert werden könne.
5G steht aktuell von verschiedenen Seiten unter Beschuss. Anfang Woche hatte die Stadt Kriens bekannt gegeben, keine Bewilligungen für adaptive 5G-Antennen mehr zu vergeben, wie Sie hier lesen können. Solche adaptiven Antennen geben die Mobilfunkstrahlung laut Cash gerichtet ab und können kurzzeitig zu einer höheren Exposition führen. Dazu fehlen noch Messempfehlungen des Bundes.
Sehen Sie hier, wie Swisscom-CEO Urs Schaeppi die Kritik an 5G kontert.
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