Cryptoleaks-Affäre

US-Geheimdienst hat mutmasslich Infoguard kontrolliert

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Der US-Geheimdienst hatte mutmasslich die Möglichkeit, den Schweizer IT-Sicherheitsanbieter Infoguard zu kontrollieren. Laut einem Medienbericht führt der Weg über eine Liechtensteiner Briefkastenfirma. Infoguard dementiert jegliche Einflussnahme.

(Source: JuliarStudio / iStock.com)
(Source: JuliarStudio / iStock.com)

Infoguard ist möglicherweise vom US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst (CIA) kontrolliert worden. Wie die "Aargauer Zeitung" berichtet, gehörte die Zuger IT-Sicherheitsfirma in den Jahren 2002 bis 2018 der "The Crypto Group AG". Eigentümer dieser AG wiederum war die Liechtensteiner Briefkastenfirma "Anstalt Europäische Handelsgesellschaft" (AEH).

"Für den Zeitraum bis zur Jahrtausendwende gibt es für die CIA-Eigentümerschaft der Liechtensteiner Gesellschaft schriftliche Belege", schreibt die Zeitung weiter. Zumindest die Crypto AG habe bis 2018 indirekt dem US-Geheimdienst gehört, wenn man "übereinstimmenden Berichten von Washington Post, ZDF und SRF" glaube. Und: "Da Crypto bis Januar 2018 denselben Eigentümer wie Infoguard hatte, müsste die CIA bis zu dem Zeitpunkt also auch Infoguard besessen haben."

"Infoguard weiss nichts von einer Verbindung zur CIA"

Der Zeitungsbericht nennt einige Auffälligkeiten, die vermuten lassen, dass sich Infoguard und die Crypto AG nahe standen. So fanden etwa Verwaltungsratssitzungen von Infoguard in den Räumlichkeiten der Crypto AG statt, und teilweise hätten Mitarbeiter der Crypto AG an den Sitzungen teilgenommen. Infoguard betont gegenüber der Zeitung, das Unternehmen sei "räumlich und personell" von der Crypto AG getrennt gewesen. "An welchen Orten VR-Sitzungen stattgefunden haben, spielte (…) keine Rolle und hatte auch keine Auswirkungen auf die Tätigkeit und Entwicklung des Unternehmens", wird die Firma zitiert. Es gäbe keine Hinweise, wonach von Infoguard vertriebene Systeme manipuliert worden wären.

Und was die Besitzverhältnisse angeht, schreibt Infoguard: "Gemäss unseren Informationen gehörte die Infoguard AG der The Crypto Group AG, deren Aktionärin die Anstalt Europäische Handelsgesellschaft war. Mehr wussten wir nicht." Dass die AEH wiederum in CIA-Besitz war, habe man nicht gewusst.

Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Infoguard, dass die Firma bis Januar 2018 zu "The Crypto Group AG" und dass diese zu AEH gehörte. "Dies wurde auch immer offen so kommuniziert", schreibt Infoguard. Seit dem Management-Buy-out im Februar 2018 sei das Unternehmen selbständig und sehr erfolgreich unterwegs.

Von einer Verbindung zur CIA wisse Infoguard nichts. "Infoguard hat und hatte keine Beziehungen zu Nachrichtendiensten", schreibt das Unternehmen weiter. "Es bestanden keine Abhängigkeiten und es gab nie eine Einflussnahme auf Personen des Managements oder auf Mitarbeiter. Ausserdem vertreibe das Unternehmen Standardlösungen von international anerkannten Cybersecurity-Unternehmen und entwickle keine eigenen Verschlüsselungsverfahren.

Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe zur Cryptoleaks-Affäre. Und lesen Sie hier, wie Schweizer IT-Sicherheitsdienstleister auf die Enthüllungen reagieren.

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