Innovation im Bankwesen

Deutsche Bank setzt auf Google

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Colin Wallace

Die Deutsche Bank will ihre IT modernisieren. Dazu wollen sie eine mehrjährige Partnerschaft mit Google eingehen, die unter anderem die Bereitstellung von Clouddiensten umfasst. Mit Hilfe von Google möchte die Bank innovative Banklösungen schaffen, die sich auf KI stützen.

(Source: Deutsche Bank)
(Source: Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank möchte die Modernisierung ihrer IT-Systeme vorantreiben. Dafür will die Grossbank einen Vertrag mit einem der führenden Anbieter auf diesem Gebiet abschließen. Es ist Google, das sich mittlerweile gegenüber AWS und Microsoft Azure behaupten konnte. Dieser Vertrag mit einer Laufzeit von mehreren Jahren (laut Bloomberg mindestens 10 Jahre) gehe über eine einfache Bereitstellung von Dienstleistungen hinaus. Die beiden Partner möchten gemeinsam Innovationen vorantreiben mit dem Ziel, "die nächste Generation technologiebasierter Finanzprodukte für Kunden zu entwickeln", heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Bank.

Mit dieser Partnerschaft, die sich auf Cloud-Dienste der Firma aus Mountain View konzentriert, könnte die deutsche Bank, die sich seit mehreren Jahren in ernsten finanziellen Schwierigkeiten befindet, ihren Teil dazu beitragen. Im vergangenen Sommer kündigte sie einen massiven Stellenabbau an und stellte ihre Überlebensstrategie vor: Bis 2022 sollten 13 Milliarden in Technologie investiert werden. Die digitale Transformation der Bank wurde Bernd Leukert anvertraut, dem ehemaligen Leiter der Produktentwicklung und Innovation bei SAP. "Diese Zusammenarbeit mit Google Cloud ist ein bedeutender Schritt für unsere Technologiestrategie. Sie wird die Art und Weise verändern, wie wir unsere Dienstleistungen für Kunden neu denken und bereitstellen", sagt der Chief Technology, Data and Innovation Officer der Bank zur Partnerschaft.

Mit Hilfe von Google will die Deutsche Bank ihre IT-Architektur umgestalten und ihre Systeme modernisieren, aber nicht nur das: Das Finanzinstitut werde nach eigenen Angaben auch vom direkten Zugang zu den Dienstleistungen und Lösungen des Technologiegiganten in den Bereichen Datenmanagement, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen profitieren. Ziel sei es, Anwendungen wie Personal Financial Management (PFM) zu entwickeln, die Kunden bei der Verwaltung ihrer Ausgaben unterstützen. Aber auch, Cashflows zu prognostizieren und von optimierten Risikoanalysefunktionen zu profitieren. "Im Privatkundengeschäft wiederum werden intuitive digitale Lösungen im Mittelpunkt stehen, die den Dialog zwischen Kunden und Mitarbeitern erheblich vereinfachen werden", heisst es in der Pressemitteilung. Die Bank plane auch, "fortschrittliche Sicherheitslösungen zum Schutz der Kundenkonten" zu entwickeln.

Digitalbanken sind auf dem Vormarsch. In einer Finanzierungsrunde konnte die künftige Genfer Digitalbank Alpian 12,2 Millionen Franken einsammeln.

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