Wegen US-Bann:

Huawei will Smartphone-Tochter Honor für 15 Milliarden US-Dollar verkaufen

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von pls / Watson

Wegen dem US-Bann plant Huawei seine Smartphone-Tochter Honor zu verkaufen. Der Kaufpreis soll 15,2 Milliarden US-Dollar betragen. Huawei will sich Künftig auf Highend-Geräte und unternehmensorientierte Geschäfte konzentrieren.

(Source: Honor)
(Source: Honor)

Huawei will seine Smartphone-Tochter Honor verkaufen. Das berichtet Reuters mit Berufung auf Quellen, die mit der Materie vertraut seien. Die Budget-Marke wird demnach für 15,2 Milliarden US-Dollar an ein Konsortium verkauft. Dieses besteht aus dem Elektronikhändler Digital China und der Regierung von Shenzhen. Digital China war bisher der grösste Vertriebspartner von Honor-Smartphones, während in Shenzhen der Hauptsitz von Honor angesiedelt ist.

Wie Reuters weiter schreibt, soll Huawei diesen Entschluss wegen der anhaltenden US-Sanktionen gefasst haben. Der Technologiekonzern möchte sich zukünftig auf Highend- Geräte und unternehmensorientierte Geschäfte konzentrieren.

Schwierige Zukunft für Honor

Der Verkauf wird fast alle Vermögenswerte von Honor umfassen, inklusive Marken-, Forschungs- und Entwicklungskapazitäten als auch das Lieferkettenmanagement. Die neuen Besitzer sollen auch einen Grossteil der rund 7000 Angestellten übernehmen. Nach der Abspaltung von Huawei plane man innerhalb von drei Jahren an die Börse zu gehen.

Natürlich hat Honor auch die Hoffnung, dass man so den US-Sanktionen entkommen kann. Da Honor keine Netzwerkausrüstung anbietet, besteht durchaus die Möglichkeit, dass die USA Honor von den Sanktionen befreien, sobald der Verkauf abgeschlossen ist. Eine Garantie, dass die US-Regierung die Sanktionen für Honor lockere, gebe es aber nicht.

Auch beim Vertrieb wird Honor nun einiges selbst stemmen müssen. Während im Heimatland vor allem Digital China für den Vertrieb der Marke verantwortlich war, lief der weltweite Verkauf grösstenteils über das Vertriebsnetzwerk von Huawei. Sollte Honor aber weiterhin keine Google-Apps nutzen dürfen, wird sich das Unternehmen wohl vorerst auf den Heimatmarkt fokussieren.

Huawei weht weiterhin harter Wind entgegen

Laut Reuters könnte Huawei den Verkauf am Sonntag kommunizieren. Bisher haben sich die Chinesen aber nicht zur Thematik geäussert. Sollte der Verkauf tatsächlich stattfinden, wäre dies ein Indiz dafür, unter welch grossem Druck Huawei steht. Laut den Analysten von Canalys hat Huawei von Juli bis September knapp 52 Millionen Smartphones ausgeliefert. Davon waren 26 Prozent Honor-Handys. Letztes Jahr betrug der Umsatz der Tochtermarke rund 12,5 Milliarden Schweizer Franken.

Für Huawei gibt es indes zumindest einen kleinen Silberstreif am Horizont: Laut der "Financial Times" haben die USA ersten Zulieferern Ausnahmegenehmigungen erteilt. So dürfe unter anderem Sony wieder Kamerasensoren liefern, während Samsung die Produktion für Huawei-Displays wieder anwerfen kann. Angeblich verlange das Commerce Department einen Nachweis, dass die gelieferten Teile nicht in Geräten verbaut werden, die für 5G-Netzwerke benutzt werden, respektive Geräte, die auf 5G zugreifen. So soll Huawei weiterhin daran gehindert werden, 5G-Netzwerke und damit kompatible Endgeräte wie Smartphones zu produzieren.

Huawei plant im Gegenzug eine eigene Chipfabrik, die in Shanghai angesiedelt sein wird. Diese soll komplett ohne US-Technologie auskommen und schon 2021 erste Chips fertigen. Zu Beginn sollen Low-End-Chips mit einer Strukturbreite von 45 Nanometern hergestellt werden. Damit hinkt die Produktion ohne US-Patente rund 13 Jahre hinterher: Chips im 45-Nanometerverfahren wurden von Intel erstmals 2007 in Massen gefertigt.

Bis Ende 2021 will man dann bereits 28-Nanometer-Chips fertigen können. Diese sind mindestens nötig, um vernetzte Geräte für das Internet of Things herzustellen. Ende 2022 sollen erste 5G-Chips mit 20 Nanometer vom Band laufen. Zum Vergleich: Der neuste Chip von Huawei, der noch US-Technologie verwendet, wird im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt. Für Huaweis Highend-Smartphones können die 20-Nanometer-Chips also noch nicht eingesetzt werden, aber zumindest für Netzwerkausrüstung.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Watson.ch

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