Analyse von Atlas VPN

Malware-Angriffe auf Windows gehen zurück

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von René Jaun und lha

Atlas VPN vermeldet für das Jahr 2020 mehr als 111 Millionen Malware-Befunde auf Windows-Systemen. Das sind 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings legten einige spezifische Malware-Typen durch us zu.

(Source: Michael Geiger / Unsplash)
(Source: Michael Geiger / Unsplash)

Die Zahl der Malware-Infektionen auf das Betriebssystem Windows ist zurückgegangen. Dies ergibt zumindest eine Analyse des VPN-Anbieters Atlas VPN in Zusammenarbeit mit Malwarebytes. Demnach registrierten die Unternehmen im Jahr 2020 zwar mehr als 111 Millionen Malware-Befunde auf Windows-Systemen, dies seien aber 12 Prozent weniger als 2019.

Den Rückgang beobachtete Atlas VPN sowohl auf Businesscomputern als auch auf jenen für Privatkunden (Consumer Devices). Bei letzteren gingen die Infektionen um 11 Prozent (von 103,5 auf 92,3 Millionen), und bei Business-Systemen um 24 Prozent (von 22 auf 16,7 Millionen) zurück.

(Source: Malwarebytes / Atlas VPN)

Hacktool schiesst in die Höhe

Gemäss dem Bericht könnte der Rückgang der Malware-Infektionen darauf hindeuten, dass Cyberkriminelle andere, effektivere Methoden gefunden haben, um ihre Opfer online auszunutzen. Allerdings zeigt die Untersuchung auch, dass längst nicht alle Malware-Typen weniger oft entdeckt wurden.

Die Malware "Hacktool" legte laut Bericht deutlich zu, nämlich von 7,4 Millionen Infektionen im Jahr 2019 auf 18,4 Millionen im Jahr 2020 – eine Zunahme um 150 Prozent. Bei Business-Geräten war der Anstieg mit 173 Prozent besonders drastisch, führt Atlas VPN weiter aus.

Adware ist am weitesten verbreitet

Weiter verzeichneten auch "Rogue" (117 Prozent) und "Spyware" (28 Prozent) eine Zunahme, heisst es im Bericht. Um 23 Prozent zurückgegangen sind dagegen Befunde mit Malware-Trojanern. Gemäss Atlas VPN gibt sich diese Malware-Kategorie als legitime Software aus, während sie im Hintergrund bösartige Aktivitäten ausführt. Die Anzahl Infektionen mit dieser Art Malware ging insgesamt um fast 23 Prozent zurück, von 38,5 auf 29,9 Millionen Befunde.

(Source: Malwarebytes / Atlas VPN)

Doch trotz dieses Rückgangs stellten Trojaner die häufigste Malware-Bedrohung für Unternehmensgeräte dar, mit insgesamt 6,1 Millionen Infektionen.

Die am meisten verbreitete Malware auf Consumer-Geräten ist dagegen Ddware: Die Softwarekategorie, die den Bildschirm meist ungewollt mit Werbebannern schmückt, wurde 31,5 Millionen mal registriert. Weitere fast 4 Millionen Infektionen traten auf Business-Geräten auf.

Nicht nur Windows-Systeme sind Ziel von Malware-Angriffen. Das Schadprogramm Silver Sparrow hat sich etwa auf Zehntausenden Macs eingenistet – und zwar auch auf den aktuellen Macbooks mit M1-Chip. IT-Security-Dienstleister Datto bietet Managed-Service-Providern nun ein kostenloses Skript an, das den Dropper aufspüren soll.

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