Marktbericht Business-Software

Treue hält die Schweizer ERP-Marktverhältnisse stabil

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Der Schweizer Markt für ERP-Lösungen verhält sich relativ statisch. Grund dafür ist die Treue der Kunden gegenüber ihren installierten Lösungen. Im DACH-Raum gewinnen ERP-Lösungen-as-a-Service an Beliebtheit. Trotzdem ist das Angebot für Vor-Ort-Installationen noch am grössten.

(Source: alexdndz / Fotolia.com)
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Die Schweizer Marktverhältnisse bewegen sich bei ERP-Lösungen träge. Zu diesem Schluss kommt das Market-Research-Unternehmen Profondia. Die Firma hat dazu Erhebungen in 13 707 Schweizer Unternehmen gemacht, die mindestens 30 Mitarbeitende und mindestens 10 Computerarbeitsplätze haben.

Ende 2020 gab es im Vergleich zum Vorjahr nur Verschiebungen von unter einem Prozent, was die in der Schweiz installierten ERP-Lösungen betrifft. Entsprechend ist SAP mit einem Marktanteil von 17 Prozent noch immer der Marktführer, dicht gefolgt von Abacus mit einem Anteil von 16 Prozent. Auf dem dritten Platz befinden sich Sage und Microsoft Dynamics mit einem Anteil von je 7 Prozent.

Diese stabilen Marktverhältnisse zeigen gemäss Profondia, wie treu die Kunden einer einmal implementierten ERP-Lösung bleiben. Die durchschnittliche Lebensdauer einer solchen Lösung in einem Unternehmen liegt bei 15 Jahren und 7 Monaten – 4 Monate mehr als noch im letzten Jahr. Entsprechend tummelt sich im Schweizer ERP-Markt auch eine konstant hohe Anzahl an Anbietern von Branchen- und Nischenlösungen. Die Anbieter mit einem Marktanteil von 3 Prozent und weniger machen zusammen über die Hälfte des Gesamtmarktes aus.

Für die Industrie gibt’s die meisten ERP-Lösungen

Im DACH-Raum sind die meisten ERP-Lösungen auf die Industriebranche zugeschnitten. Zu diesem Schluss kommt Softselect in seiner "Softtrend Studie 295" zum Thema "ERP Software 2021". Insgesamt nahmen im Frühjahr und Sommer 128 entsprechende Anbieter aus dem DACH-Raum an der Studie teil, die zusammen 157 Lösungen anbieten.

Mit 75 Prozent der Lösungen eignen sich die meisten für die Industriebranche. 70 Prozent bieten ausserdem eine "branchenneutrale" ERP-Lösung an. Der dritte Platz beanspruchen Lösungen für den Handel für sich, gefolgt von Dienstleistungen.

Für das Transportwesen, den Bau, das Handwerk, den Öffentlichen Dienst und die Landwirtschaft stelle der Markt eine deutlich kleinere Auswahl speziell zugeschnittener Lösungen bereit. Gemäss Softselect werden diese Bereiche vielfach durch branchenneutrale Software bedient, die aber auch nur begrenzt konfigurierbar ist.

Software-as-a-Service gewinnt an Beliebtheit

Die meisten ERP-Lieferanten im DACH-Raum bieten ihre Lösungen nach wie vor als klassische Inhouse-Lösung an, wie Softselect weiter schreibt. Die befragten Unternehmen gaben an, dass 90 Prozent ihrer Lösungen vor Ort bereitgestellt werden können. Im Vorjahr waren es noch 89 Prozent.

Das Angebot von Cloud-Lösungen respektive Software-as-a-Service (SaaS) ist von 65 Prozent im Jahr 2018 auf 72 Prozent angewachsen. Application Service Providing (ASP) bieten 67 Prozent der untersuchten Lösungen an, 54 Prozent unterstützten Business Process Outsourcing.

SaaS gelte als Nachfolger von ASP. Bei ASP bezieht ein Anwender eine individuelle Lösung, die extern gehostet und bereitgestellt wird, während SaaS eine Plattform mit mehreren Anwendungen für mehrere Anwender bereitstellt. Das reduziere aber auch die Individualisierbarkeit. Vorteile seien dafür etwa Pay-per-Use, leichte Skalierbarkeit und geringere Initialkosten.

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