Editorial

Das post-papierlose Büro

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von Coen Kaat
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor, IT-Markt. (Source: Netzmedien)
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor, IT-Markt. (Source: Netzmedien)

Papier ist wahrlich en vogue. Das sieht man etwa an der Nachfrage nach Heimdruckern. Pandemiebedingt ging dieser Bedarf, sowie auch derjenige nach Tintenpatronen, durch die Decke. Dies ­betonte etwa Adrian Müller, Geschäftsführer von HP Schweiz, während des Channel Roundtables in den neuen Büros im Glatt Tower (Lesen Sie hier mehr dazu). Der Druckerspezialist hatte eigentlich erwartet, dass das Druckvolumen nach der erneuten Öffnung der Schulen wieder zurückgehen werde. Wider Erwarten sei das Volumen jedoch höher als noch vor der Pandemie. Der Lockdown habe bei vielen Firmen ein Umdenken bewirkt. Früher fehlten vielerorts die Lizenzen, um im Homeoffice geschäfts­relevante Dokumente ­auszudrucken. Dank dieser Umstrukturierung werde nun überall gedruckt.

Eine ausnahmslos erfreuliche Neuigkeit für Druckeranbieter ist diese gestiegene Nachfrage trotzdem nicht. Die Stückzahlen der verkauften Einheiten steigen zwar. Der damit generierte Umsatz geht allerdings zurück. Den grössten Umsatzrückgang in ganz Westeuropa verzeichnete Marktforscher Context übrigens in der Schweiz (Lesen Sie hier mehr dazu).

Auch in der Buchhaltung der hiesigen KMUs regiert das Papier (Lesen Sie hier mehr dazu). Kreditorenrechnungen kommen mehrheitlich noch immer in Papierform ins Unternehmen, Quittungen auf demselben Weg zum Treuhänder. Von digitalisiert spricht man bereits, wenn dieselben Dokumente einfach als PDF verschickt werden. Eine Buchhaltung, etwa in der Cloud, ist vielerorts reinste Zukunftsmusik.

Nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz scheint das schon vor langer Zeit prophezeite papierlose Büro erneut in weite Ferne gerückt. Und ich frage mich: Gehen wir überhaupt noch darauf zu oder entfernen wir uns schon wieder von der Idee, ohne sie jemals umgesetzt zu haben? Willkommen im post-papierlosen Büro!

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