Wi-Fi-Calling: Salt bittet Kundschaft überraschend zur Kasse
WLAN-Telefonie im Ausland klingt gut - das dachten sich auch die Kunden und Kundinnen von Salt. In der Annahme, Anrufe laufen über Wi-Fi, tappten Sie jedoch in eine bisher verborgene Gebührenfalle.
Eine Roaming-Falle der ganz neuen Art lernen nun die Kunden und Kundinnen von Salt kennen. Wer nämlich im Urlaub lokale Anrufe tätigt - gutgläubig in der Annahme, man bewege sich im Rahmen seines Handy-Abos und dabei vergisst, dass Wi-Fi-Calling aktiviert ist, wird zur Kasse gebeten. Wie das SRF-Konsumentenmagazin "Espresso" berichtet, sei die Lücke im System nicht einmal Salt aufgefallen.
WLAN-Anrufe sind "gratis"
Sobald beim Mobiltelefon Wi-Fi-Calling aktiviert ist, und man sich in einem WLAN-Netz befindet, könnte es teuer werden. Salt verrechne dann nämlich die ansonsten gebührenfreien Anrufe im Ausland als internationales Ferngespräch. Betroffen von der Fehlfunktion seien die Salt-Abos "Swiss", "Swiss XXL" und "Europe".
Unter den Telkos ist Salt der einzige Anbieter, der Wi-Fi-Calling im Ausland unterstützt. Swisscom und Sunrise UPC verzichten auf die Funktion, da es zu viele technische Hürden auf dem Weg zum Auslands-Wi-Fi-Calling gibt. Salt-CEO Pascal Grieder gibt zu, dass sich das Angebot als kompliziert und nicht besonders kundenfreundlich erwies, erklärt aber auch, dass es momentan keine Lösung für das Problem gibt: "Immer noch besser, als Wifi-Calling im Ausland für alle Kundinnen und Kunden abzustellen".
Automatisch verhindern oder korrigieren könne man diese falsche Verrechnung der Anrufe momentan nicht. So würde den Kunden und Kundinnen, die in ihrem Abo "in der EU", aber nicht "in die EU" inklusive haben, nichts anderes übrig bleiben, als Wi-Fi-Calling im Urlaub zu deaktivieren. Salt zeigt sich bei Kunden und Kundinnen, die in die Falle getappt sind, aber kulant. Wer sich nach den Auslandsreisen meldet, bekomme die Anrufe von Salt gutgeschrieben.
Seit dem 1. Juli 2021 gelten in der Schweiz neue Bestimmungen zum Kostenschutz bei Roaming-Gebühren, wie Sie hier lesen können. Schon damals erntete Salt ordentlich Kritik vom Konsumentenschutz, für die "Senkung" der Roaming-Limite auf 500 Franken.
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