Unternehmen ringen mit ihrer Cybersicherheit - trotz Investitionen
Eine weltweit durchgeführte Umfrage im Auftrag von Arctic Wolf unter IT- und Security-Entscheidern zeigt klare Lücken in der Cybersicherheitsstrategie vieler Unternehmen auf. Fehlendes Fachwissen, ineffiziente Investitionen und unzureichende Notfallpläne zählen demnach zu den Hauptproblemen.
Der aktuelle Trends Report des Cybersecurity-Anbieters Arctic Wolf liefert ein ernüchterndes Bild zum Stand der Cybersicherheit in Unternehmen. Wie es in einer Mitteilung heisst, basiert der Bericht auf einer von Sapio Research im Auftrag von Arctic Wolf durchgeführten weltweiten Umfrage. Rund 1200 leitende IT- und Cybersecurity-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden in über fünfzehn Ländern nahmen daran teil.
Rund 28 Prozent der Befragten berichten, dass ihre Cybersecurity-Bemühungen trotz hoher Ausgaben kaum Wirkung zeigen. Vielen Unternehmen fehlt demnach die notwendige Expertise, um geeignete Schutzmassnahmen zu identifizieren und umzusetzen.
Angriffe bleiben häufig unerkannt
Wie es weiter heisst, gibt mehr als die Hälfte (52 Prozent) der befragten Unternehmen an, im Jahr 2024 mindestens einer erfolgreichen Cyberattacke zum Opfer gefallen zu sein. Etwa ein Viertel der Befragten kann nicht sicher beurteilen, ob sie betroffen waren. Zu den am meisten genannten Angriffsformen zählen Malware-Infektionen und Business-E-Mail-Compromise-Attacken, beide mit einer Häufigkeit von je 35 Prozent. Letzteres werde jedoch nur von 6 Prozent der Befragten als eine der grössten Cyberbedrohungen eingestuft, was auf ein erhebliches Wahrnehmungsdefizit hinweise.
Investitionen erzielen scheinbar wenig Wirkung
Obwohl 83 Prozent der befragten Unternehmen ihre Cyberstrategien ausbauen, scheinen echte Verbesserungen auszubleiben, wobei sie ungeeignete Tools oder eine ineffiziente Nutzung der Mittel als Ursache dafür vermuten. Insbesondere im Bereich KI besteht gemäss dem Trends Report eine Diskrepanz. So sehen zwar 45 Prozent in KI den zentralen Hebel ihrer Cybersecurity-Strategie für die kommenden zwölf Monate, 18 Prozent bewerten jedoch den Nutzen bisher realisierter KI-Lösungen als sehr gering.
Ineffizienz entzieht Ressourcen
Zwar zeigen sich viele Unternehmen zufrieden mit ihrer Cloud-Security, müssen jedoch durchschnittlich 9,4 Stunden pro Woche für die Bearbeitung von Fehlalarmen aufwenden. In einem Jahr gehen so 61 Arbeitstage dafür verloren, wie es weiter heisst. 34 Prozent der Befragten berichten von hohen False-Positive-Raten, 33 Prozent von mangelnder Wirksamkeit der eingesetzten Mittel.
Des Weiteren verfügen zwar 88 Prozent der befragten Unternehmen über finanzielle Rücklagen für Sicherheitsvorfälle, aber nur 60 Prozent haben einen formalen Incident-Response-Plan. Laut dem Trends Report ist das problematisch, da 64 Prozent der Befragten von Produktivitätsverlusten nach Cyberangriffen berichten, wobei diese bei 40 Prozent der Umfrageteilnehmern ein Quartal oder länger andauerten.
Damit Cybersicherheit im Unternehmenskontext funktioniert, braucht es nicht nur das Wissen von Fachpersonen, sondern auch die Verantwortung der Geschäftsführung. Lesen Sie hier mehr darüber.
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