Wieso das HR bei der KI-Transformation eine Schlüsselrolle spielt
Künstliche Intelligenz ist heute nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken. Dennoch führen die Veränderungen rund um KI bei vielen Mitarbeitenden zu Unsicherheiten. Am HR Experience Campus 2026 wurde diskutiert, wie das HR in seiner Vermittlerrolle eine menschzentrierte KI-Transformation herbeiführen kann.
Am 3. September 2026 fand im Trafo Baden der diesjährige HR Experience Campus statt. Unter dem Motto "Augmented HR - The Human Advantage" tauschten sich am Event rund 600 HR-Mitarbeitende und Führungskräfte über die Rolle des HR in der KI-Transformation aus. Denn "KI-Initiativen scheitern nicht an der Technologie, sondern an der mangelnden organisationalen Verankerung in den Firmen", wie Moritz Marti, CEO von HR Campus, bei der Begrüssung betonte. Deshalb müsse man die Mitarbeitenden befähigen, KI effektiv zu nutzen - und das HR spiele eine Schlüsselrolle dabei, diese Beziehung zwischen Mensch und Maschine herzustellen.
Fähigkeiten im Vordergrund
Am Vormittag standen drei kurze Keynotes auf dem Programm, gefolgt von einer Podiumsdiskussion. Als erstes gehörte die Bühne Dalith Steiger, Mitgründerin und Verwaltungsratsmitglied von Swisscognitive sowie CEO des Swiss IT Leadership Forums. Die Demokratisierung des Wissens sei heute eine der grössten Herausforderungen, sagte sie. Während Wissen früher nur durch Bücher und Bibliotheken zugänglich war, haben heute alle von überall her Zugriff darauf - somit ist reines Wissen kein Wettbewerbsvorteil mehr. Dieser Vorteil liegt laut Steiger heute "in der Fähigkeit, mit dem Wissen etwas zu tun, das andere noch nicht sehen."

Dalith Steiger, KI-Strategin, Unternehmerin und Verwaltungsrätin. (Source: zVg)
Und Fähigkeiten seien etwas, das die Menschen - die Angestellten - mitbringen. Für eine erfolgreiche KI-Initiative braucht man gemäss Steiger also Menschen, die mit KI umgehen können und Ideen haben, wie man sie einsetzen kann. Deshalb ist Steiger der Ansicht, dass die zukünftigen CEOs und COOs aus den Bereichen HR und Technologie kommen sollten: Technologie sei der Enabler, aber "die Menschen sind das wichtigste Asset der Firma - wir müssen sie verstehen und wir müssen ihnen Sorge tragen."
Gleichzeitig sei es wichtig, sich der Mächtigkeit der Technologie bewusst zu sein. Steiger sagte, sie möge den Ausdruck "Human in the Loop" nicht, sie spreche lieber von "Expert in the Loop". Denn dadurch werde klarer, dass ein Mensch mit einer bestimmten Expertise die Aufsicht über die KI haben müsse. Und es brauche diese Expertise sowie gesunden Menschenverstand, um Verantwortung übernehmen zu können, denn dazu sei die KI nicht in der Lage - sie sei nur ein Werkzeug, betont die Referentin.
KI-Vision im HR
Als nächstes sprach Anja Buser, Leiterin HR Strategies bei HR Campus. Sie begann mit einer Zukunftsvision, bei der sich HR-Mitarbeitende ganz den Menschen widmen können, während KI die mühsamen administrativen Aufgaben übernimmt. Doch wie kommt man dahin? Laut Buser wird KI gerade im HR noch nicht durchgängig und erst recht nicht skalierbar genutzt. Und auch in Unternehmen, die schon eine KI-Initiative hätten, sitze das HR oftmals nicht mit am Tisch und könne daher die Transformation nicht mitgestalten.

Anja Buser, Leiterin HR Strategies bei HR Campus. (Source: zVg)
Doch anstatt die Füsse stillzuhalten und zu warten, bis man auch an die Reihe kommt, sollten HR-Mitarbeitende mit kleinen, aber realistischen Schritten auf ihre KI-Vision zugehen. Buser brachte es so auf den Punkt: "Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten."
KI-Nutzung in der Praxis
Als drittes betrat Philip Janssen, Chief People Officer bei Axpo Services, die Bühne und erzählte von der erfolgreichen KI-Transformation im HR des Energiekonzerns. KI werde an jedem Punkt des Employee Life Cycles eingesetzt: vom Bewerbungsprozess über das Onboarding bis hin zur individuellen Weiterentwicklung. Hinzu kämen all die Daten, die nun gesammelt würden: "Wir können viel besser messen, wie effektiv wir sind", sagte Jansen. Das führe dazu, dass man Prozesse gezielter verbessern und sogar Zukunftsprognosen erstellen könne.

Philip Janssen, Chief People Officer bei Axpo Services. (Source: zVg)
Im Anschluss an die Keynotes evaluierten die drei Speaker in einer Podiumsdiskussion mehrere Gedankenexperimente über die Zukunft von KI im HR. Dabei äusserten sie unterschiedliche Meinungen, fanden jedoch am Schluss den Konsens, dass es wichtig sei, Verantwortung zu übernehmen und Grenzen zu setzen, denn den gesunden Menschenverstand könne KI nicht ersetzen.
Danach wurden die Teilnehmenden in die Mittagspause entlassen, wo sich natürlich reichlich Gelegenheit für Networking bot, bevor das Thema KI im HR am Nachmittag in diversen Breakout Sessions weiter vertieft wurde.

Beim Mittagessen gab es regen Austausch. (Source: Netzmedien)
KI stand auch im Zentrum der Empower Conference. In seiner Keynote sprach Damir Bogdan über die Notwendigkeit, angesichts der KI-Transformation Prozesse neu zu designen, wie Sie hier lesen können.
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