AWS Summit Zürich 2026

Vom antwortenden Assistenten zum handelnden Agenten

Uhr
von Dylan Windhaber und tse

Über 4500 Teilnehmende haben sich am 2. September zum AWS Summit in der Messe Zürich getroffen, um in die Welt von Cloud und KI einzutauchen. Der rote Faden "vom Problem zur Lösung" zog sich dabei durch zahlreiche Sessions, eine Keynote und Demos.

Der AWS Summit 2026 brachte in der Messe Zürich über 4500 Besucherinnen und Besucher zusammen. (Source: zVg)
Der AWS Summit 2026 brachte in der Messe Zürich über 4500 Besucherinnen und Besucher zusammen. (Source: zVg)

Der AWS Summit 2026 in Zürich öffnete am 2. September bereits um 8 Uhr seine Türen. Nach und nach füllten sich die Hallen der Messe Zürich in Oerlikon mit über 4500 Besucherinnen und Besuchern - darunter Fachleute und Führungskräfte aus IT und Wirtschaft. Nach den ersten morgendlichen Breakout Sessions fanden sich rund 1800 frühe Vögel in Halle 6 zur Keynote zusammen.

Inhaltlich drehte sich der Event um Cloud und KI - und unter anderem um die Frage, wie Unternehmen KI-Agenten aus der Pilotphase in den produktiven Betrieb bringen können. AWS zeichnete dabei das Bild einer Arbeitswelt, in der Agenten nicht bloss Auskunft geben, sondern Aufgaben über mehrere Systeme hinweg selbständig erledigen.

Das Bild zeigt Felix Schönherr, County Manager bei AWS Schweiz, am Summit auf der Bühne

Felix Schönherr machte den Auftakt zur Keynote am AWS Summit in Zürich. (Source: zVg)

Den Auftakt machte Felix Schönherr, seit Juni 2026 Country Manager von AWS Schweiz, mit einem Blick auf den hiesigen Markt. Innovation brauche trotz des hohen Tempos ein belastbares Fundament, denn "Geschwindigkeit ohne solides Fundament ist bloss ein Risiko", sagte er. AWS wolle bis 2036 insgesamt 5,9 Milliarden Franken in der Schweiz investieren. Seit dem Start der Region Zürich im Jahr 2022 seien hierzulande 187 Dienste verfügbar geworden, betonte Schönherr.

Wenn das Momentum Fahrt aufnimmt

Rory Richardson, Director Next Generation Developer Experience GenAI GTM bei AWS, stellte ihren Auftritt unter das Schlagwort "Compounding Momentum". Sie beschrieb damit einen sich selbst verstärkender Kreislauf: Mit jeder Interaktion sammeln Agenten mehr Kontext, wodurch sich ihre Ergebnisse verbessern sollen. Das stärke wiederum das Vertrauen - und damit die Nutzung.

Viele bisherige KI-Assistenten beschleunigen laut Richardson zwar Suchvorgänge, bleiben aber isoliert und vergessen den Kontext. "Versprochen wurde Intelligenz, erhalten haben wir bloss eine etwas schnellere Suchleiste", sagte sie scherzhaft. Der nächste Schritt seien Systeme, die nicht nur einzelne Arbeitsschritte beschleunigen, sondern Zwischenschritte beseitigen.

Auf dem Bild sieht man Rory Richardson, Director Next Generation Developer Experience GenAI GTM bei AWS, auf der Bühne am AWS Summit 2026

Rory Richardson, Director Next Generation Developer Experience GenAI GTM bei AWS, über das "Compounding Momentum". (Source: zVg)

Eine zentrale Rolle spiele dabei der Kontext, auf den ein Agent zugreifen könne. Denn selbst leistungsfähige Modelle wüssten nicht automatisch, wie ein Unternehmen, seine Systeme und seine Daten funktionierten. Richardson warnte: "Wenn ein Agent die Antwort nicht kennt, hält er nicht einfach inne. Er gibt einem sehr selbstbewusst die falsche Antwort."

Wie dieses Momentum in der Praxis aussehen soll, veranschaulichte AWS mit zwei Kundenbeispielen. Dafür bat Richardson zunächst Martin Kunz, Group CTO von Pictet, und anschliessend Samuele Gantner, Chief Product Officer von Nexthink, auf die Bühne.

Auf dem Bild (Collage) sind links Martin Kunz und rechts Samuele Gantner zu sehen während der Keynote am AWS Summit

Martin Kunz, Group CTO von Pictet (links), und Samuele Gantner, Chief Product Officer von Nexthink, am AWS Summit 2026 in Zürich. (Source: zVg)

Kunz berichtete, dass KI die Anlageanalyse von mehreren Tagen auf wenige Minuten verkürze. Schweizer Bankdaten müssten jedoch hierzulande gespeichert und verarbeitet, stark verschlüsselt und vor dem Zugriff Dritter geschützt werden. Gantner seinerseits stellte den IT-Support-Agenten "Spark" vor - entwickelt auf einer AWS-basierten Plattform, versteht sich. Dieser kann laut Gantner 77 Prozent der komplexesten IT-Probleme vollständig autonom lösen.

Aber nicht allein das KI-Modell sei entscheidend, sagte Richardson. Sie verglich ein solches mit dem Gehirn und die technische Umgebung mit dem Körper eines Agenten: Erst das Zusammenspiel mache diesen handlungsfähig, betonte sie.

Zum Abschluss schlug Richardson erneut den Bogen zum "Compounding Momentum”: Amazon Bedrock habe allein im ersten Quartal 2026 mehr Tokens verarbeitet als in sämtlichen vorangegangenen Jahren zusammen. Die Zahl sagt zwar wenig über die Qualität der Ergebnisse aus, zeigt aber, wie schnell das Volumen der KI-Nutzung wächst. 

Zwischen Breakouts und Begegnungen

Nach dem Keynote-Block bot der AWS Summit mehrere Breakout Sessions über den ganzen Tag hinweg. Dabei ging es unter anderem um die Modernisierung von Legacy-Systemen, die unternehmensweite Steuerung von Coding-Agenten, digitale Souveränität sowie den sicheren Einsatz von KI in regulierten Branchen.

Das Bild zeigt einen Eindruck vom Summit von Menschen, die sich unterhalten

Der AWS Summit bot den Gästen auch reichlich Gelegenheit zum Networking. (Source: Netzmedien)

Wer nach so viel KI etwas menschlichen Kontext brauchte, wurde an der Expo ebenfalls fündig. Über mehrere Etagen hinweg präsentierten AWS-Partner ihre Projekte und Produkte. Ihre eigenen "Zones" erhielten auch Studierende, Start-ups und die Developer Community. Zwischen den verschiedenen Bereichen blieb somit auch reichlich Gelegenheit für neue Eindrücke, Gespräche und den einen oder anderen Zwischenstopp bei der Verpflegung.

 

Auch an der Empower Conference hat sich alles um KI gedreht und um die Frage, wie Unternehmen neue Technologien produktiv nutzen können. Actvide-CEO Damir Bogdan zeigte dabei auf, warum Unternehmen ihre Prozesse neu gestalten müssen - und was die Schweiz von China lernen kann.

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