Wie E-ID und KI-Agenten das Identitätsmanagement auf die Probe stellen
KI-Agenten, die E-ID sowie wachsende Ansprüche an Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit fordern das Customer Identity & Access Management zunehmend heraus. Wie Unternehmen diese Herausforderungen meistern können, zeigten Netzmedien und Airlock von Ergon Informatik in einem Webinar.
Hinter jeder digitalen Interaktion steckt heute auch eine digitale Identität. Dies gilt nicht nur firmenintern, sondern auch für externe Kundeninteraktionen. Letztere werden durch das Customer Identity & Access Management (cIAM) verwaltet. Das cIAM stellt sicher, dass die Zugänge reibungslos funktionieren und moderne Sicherheitsanforderungen erfüllen. Aus diesem Grund entwickelt sich dieses Feld zunehmend zu einer strategischen Aufgabe für Security-Verantwortliche. Zugleich steht das cIAM auch vor neuen Herausforderungen, die die klassischen Ansätze in Frage stellen. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von KI-Agenten und die anstehende Einführung der E-ID ziehen nicht spurlos am cIAM vorbei.
In einem gemeinsamen Webinar zeigten Netzmedien und Airlock im August, wie Unternehmen auf diese neuen Herausforderungen rund um das cIAM reagieren sollten. Am Webinar nahmen teil: Michael Doujak, Product Manager Airlock, und
Marc-André Dumont, Product Lead Airlock as a Service, sowie Daniel Straub, Marketing Manager bei der Osteology Foundation, der ein Praxisbeispiel beisteuerte.
Zunehmende Komplexität
"Beweise, dass du der bist, der du behauptest zu sein." Dieser Satz beinhaltete laut Doujak vor 25 Jahren noch alles, was man über Authentisierung wissen musste. Doch inzwischen habe sich die Welt weitergedreht und die Komplexität habe zugenommen: Heute gibt es etwa mehr Quellen von Identitäten, das heisst, mehr Akteure - sowohl Menschen als auch KI-Agenten -, die Zugriff auf mehr Systeme benötigen.

Michael Doujak, Product Manager Airlock Secure Access Hub bei Ergon Informatik. (Source: Screenshot / Webinar)
Interne Identitäten sind dabei noch einfach zu verwalten, da oftmals alle gleich funktionieren, wie Doujak erklärte. Doch sobald mehr als eine Handvoll externe Identitäten dazu kämen, werde die Verwaltung äusserst kompliziert und aufwendig. Als Lösung präsentierte Doujak Token Exchange, ein System zur Prüfung von externen Identitäten oder Non-Human Identities und für deren Berechtigungen über mehrere Anwendungen hinweg. So seien schlussendlich alle Identitäten im IAM auch mit den unterschiedlichen Services im System kompatibel.
Zusätzliche Komplexität gibt es laut Doujak auch aufgrund ständig neuer Authentisierungsmittel. Die vergangenen Jahrzehnte hätten gezeigt, dass durchschnittlich alle fünf Jahre eine neue Generation von Authentisierungsmethoden auf den Markt komme und die vorhergehende Generation durch neue Funktionen, zusätzliche Bequemlichkeit und höhere Sicherheit zu ersetzen versuche, sagte Doujak. IAM-Betreiber stünden deshalb vor der Herausforderung, ihr System stets so aktuell zu halten, dass die nächste Innovation schnell eingeführt werden könnte.

Mögliche Kosteneinsparungen in Unternehmen, welche die E-ID erfolgreich nutzen. (Source: Screenshot / Webinar)
Und die nächste Authentisierungsmethode steht bereits in den Startlöchern: die E-ID. Diese sei "eine natürliche Ergänzung der IAM-Funktion", sagte Doujak. Deshalb bringe es praktisch nur Vorteile, die E-ID ins IAM zu integrieren: Die Integration sei nur eine Frage der Konfiguration und erfordere keine zusätzliche Programmierung und das Resultat des konsequenten Einsatzes der E-ID seien Kosteneinsparungen von bis zu 66 Prozent.
Selbst verwaltet vs. as-a-Service
Beim Betrieb eines modernen cIAM-Systems gibt es laut Marc-André Dumont ebenfalls einige Herausforderungen. Dazu zählt beispielsweise der Trade-off zwischen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit: Heute seien die Kosten bei einem Sicherheitsvorfall sehr viel höher, weshalb man oftmals Abstriche bei der Benutzerfreundlichkeit in Kauf nehme. Weitere Herausforderungen betreffen laut Dumont etwa Integration, Regulatorik oder Datenschutz. Es ist laut Dumont grundsätzlich möglich, das alles selbst zu bewältigen - alternativ beschafft man sich ein cIAM-System out of the Box - "On-Prem oder noch viel einfacher As-a-Service aus der Cloud".

Marc-André Dumont, Product Lead Airlock as a Service bei Ergon Informatik. (Source: Screenshot / Webinar)
Der grösste Vorteil von cIAM-as-a-Service ist gemäss Dumont die Kosteneffizienz. Denn bei selbst betriebenen Lösungen gebe es versteckte Betriebskosten, die sehr schwierig zu quantifizieren seien. "Man sieht bloss die Lizenzgebühren, den Cash-out, aber was intern alles anfällt, das verschwindet in den Gemeinkosten", sagte er. Demgegenüber stehe das SaaS-Modell, "bei dem ich eine Subscription habe, die alles abdeckt, inklusive neuester Standards wie E-ID oder modernerer Authenfizierungsmittel, die ich viel besser kalkulieren kann, die planbar ist." Über einen Zeitraum von fünf Jahren seien so Einsparungen von 20 bis 30 Prozent möglich.

Gartner rechnet mit Einsparungen von 20 bis 30 Prozent bei SaaS-Lösungen gegenüber Legacy On-Premise. (Source: Screenshot / Webinar)
"The Box" - eine Erfolgsgeschichte
Im Anschluss an die beiden Experten von Ergon sprach Daniel Straub, Marketing Manager bei der Osteology Foundation. Die Stiftung verfolgt gemäss Straub das Ziel, "Ausbildung und Forschung im Bereich der oralen Geweberegeneration zu fördern". Dementsprechend bestehe die Kundschaft der Stiftung hauptsächlich aus Zahnärzten.

Daniel Straub, Marketing Manager bei der Osteology Foundation. (Source: Screenshot / Webinar)
Für diese Community hat die Osteology Foundation 2015 "The Box" lanciert - eine Plattform, über die Mitglieder auf verschiedene Ressourcen wie etwa ein Webinararchiv oder wissenschaftliche Arbeiten zugreifen können, wie Straub erklärte. Doch als die Community wuchs, stieg auch die Komplexität der Verwaltung der Plattform.
Auf der Suche nach einer cIAM-as-a-Service-Lösung sei man auf Airlock gestossen. "Von allen Anbietern, die wir angeschaut haben, war Airlock wirklich der einzige, der unsere Anforderungen vollumfänglich erfüllen konnte", sagte Straub. Damit sei es möglich gewesen, 33’000 User zu migrieren; und das Potenzial für weitere Skalierung sei ebenfalls gegeben. Zudem sind die Anforderungen sowohl für die Stiftung als auch für die Mitglieder der Community niederschwellig, wie Dumont betonte. "Und das hat alles extrem gut funktioniert", sagte er. "Wir haben sehr viel gutes Feedback erhalten."
Hier geht es zur vollständigen Videoaufzeichnung des Webinars.
Der Kenncode lautet: FX&2Zz%G
Und die Slides zu den Präsentationen können Sie hier herunterladen.
Passend zur Einführung der E-ID bietet die HSLU übrigens ab Frühling 2027 den CAS "Digital Identity & Trust" an. Lesen Sie hier mehr dazu.
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