Schweizer Bevölkerung kennt KI und Bitcoin - aber die Blockchain kaum
In einer Studie hat die HSLU untersucht, wie gut Schweizer und Schweizerinnen KI, Blockchain, Bitcoin und Quantencomputing kennen. Die Umfrage zeigt, dass die Bekanntheit und das Verständnis dieser Technologien stark variieren.
Wie nimmt die Schweizer Bevölkerung Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz (KI), Blockchain (etwa in der Form von Bitcoin) und Quantencomputing wahr? Eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) untersuchte erstmals Bekanntheit, Verständnis, Einstellungen sowie politische Erwartungen im Vergleich.
Nicht überraschend zeigen sich grosse Unterschiede zwischen der Bekanntheit der verschiedenen Technologien. So gaben etwa 93 Prozent der Befragten an, schon einmal von KI gehört zu haben, wie die HSLU schreibt. Während zwar 91 Prozent Bitcoin kennen, ist die zugrundeliegende Technologie der Blockchain deutlich weniger bekannt: Nur 60 Prozent der Befragten kennen den Begriff nach eigenen Angaben. Quantencomputing ist offenbar noch obskurer und lediglich 47 Prozent der Umfrageteilnehmenden ein Begriff.
Wenn es um das Verständnis geht, zeigt sich eine vergleichbare Verteilung, allerdings auf einem deutlich tieferen Niveau. Immerhin etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) gab an, KI gut oder sehr gut zu verstehen. Bei der Blockchain schätzen bloss 11 Prozent ihr Verständnis als gut oder sehr gut ein - und beim Quantencomputing fällt dieser Anteil auf 9 Prozent.
Die emotionale Wahrnehmung war ebenfalls Teil der Befragung. Quantencomputing begeistert und wirkt kaum bedrohlich; Bitcoin hingegen erzeugt die gegenteilige Reaktion: geringe Begeisterung mit ausgeprägter Skepsis. "Bitcoin steht im Zusammenhang mit internationaler Kriminalität und Geldwäsche immer wieder in den Schlagzeilen, wie auch die offenen Antworten der Studie zeigen. Entsprechend fällt die Bewertung von Bitcoin bei den Befragten negativ aus", erklärt Studienautor Philipp Bachmann von der HSLU.
KI und Blockchain liegen dazwischen: Die Befragten sind laut Studie zwar interessiert, aber auch besorgt. "Der Wissensstand prägt dieses Bild deutlich: Mehr Wissen über die jeweiligen Technologien geht mit mehr Zustimmung und geringerer Bedrohungswahrnehmung einher, ohne diese ganz verschwinden zu lassen", sagt Philipp Bachmann. Deshalb sei es entscheidend, dass gerade Bildungsinstitutionen aufzeigen, wie etwa Blockchain funktioniere, wo diese Technologie bereits heute eingesetzt werde und welchen Einfluss sie auf die Gesellschaft haben könne.
Der Staat soll gemäss den Befragten Innovationen fördern, Risiken begrenzen und die Bevölkerung schützen - insbesondere bei KI und Blockchain. Beim Quantencomputing soll der Fokus auf Innovationsförderung und Wettbewerbsfähigkeit liegen. Eine minimale Regulierung solcher Technologien findet wenig Zustimmung.
Zur Methodik
Für die Studie befragte die HSLU 1244 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz. Die Umfrage wurde zwischen Juni und Juli 2025 durchgeführt. Die vollständige Studie können Interessierte auf der Website der HSLU herunterladen.
Übrigens: Auch am Infoguard Innovation Day 2026 war Quantencomputing ein Thema - wie Unternehmen mit Quantencomputern umgehen sollen, können Sie hier lesen.
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