Speicherknappheit treibt europäischen PC-Markt kurzfristig an
Die Speicherengpässe verleihen dem europäischen PC-Markt ein kurzfristiges Wachstum. Händler und Reseller tätigen vorgezogene Käufe, um sich Geräte vor drohenden Preiserhöhungen zu sichern. Grund dafür sind Speicherengpässe, wie eine Analyse des Marktforschungsunternehmens Context zeigt.
Der PC-Markt verzeichnet seit Anfang 2026 ein Wachstum: In den ersten zehn Wochen des Jahres stiegen die Umsätze für Notebooks um 10 Prozent und für Desktops um 18 Prozent. Laut einer Analyse von Context ist dieses Wachstum jedoch nicht auf eine gestiegene Endkundennachfrage, sondern auf Speicherengpässe und die damit verbundenen Preiserhöhungen zurückzuführen. Deshalb kauft der Channel derzeit in grossen Mengen vorab, um sich Geräte zu sichern, bevor die Teuerung durchschlägt.
"Die Marktentwicklung bleibt oberflächlich betrachtet stark, wird jedoch eher durch vorgezogene Nachfrage als durch langfristige Stabilität angetrieben", sagte Marie-Christine Pygott, Senior Analyst bei Context. "Partner kaufen aktiv im Voraus, um sich die Preisstrukturen von 2025 zu sichern, da sie wissen, dass sich dieses Zeitfenster schnell schliesst."
Die Auswirkungen dieser Speicherknappheit sei entlang der gesamten Lieferketten zu spüren, schreibt Context weiter. So seien die Preise in den wichtigsten europäischen Märkten auf das Drei- bis Vierfache gegenüber dem dritten Quartal 2025 gestiegen. Händler reagieren darauf, indem sie ihre Preisstrategien anpassen. Um Risiken zu minimieren, reduzieren sie zudem ihre Werbe- und Rabattaktionen und verkürzen die Gültigkeitsdauer von Angeboten.
Für IT-Einkäufer bedeutet dies Budgeteinschränkungen - für das gleiche Geld bekommt man weniger Geräte als noch vor sechs Monaten.
Lagerbestände drücken Kosten
Die Analyse von Context zeigt Unterschiede in den verschiedenen europäischen Regionen auf: Während Frankreich ein besonders starkes Wachstum verzeichne, zeige sich der Markt in Deutschland eher zurückhaltend. Grossbritannien hingegen habe im Jahresvergleich eine stagnierende Entwicklung erlebt.
Die vorhandenen Lagerbestände bilden laut Context einen vorübergehenden Puffer im Vertriebskanal gegen die steigenden Komponentenkosten. Dieser dürfte jedoch rasch verschwinden. "Die Lagerbestände der Distributoren schützen derzeit Teile des Marktes vor den vollen Auswirkungen der Speicherpreisinflation, aber dies ist ein vorübergehender Effekt", sagt Pygott. "Wenn wir uns dem Ende des zweiten Quartals nähern und ins dritte Quartal übergehen, werden diese Bestände aufgebraucht sein, und die Preise werden sich zwangsläufig an die zugrunde liegenden Komponentenkosten anpassen."
Ausserdem geht das Marktforschungsunternehmen davon aus, dass der PC-Markt in der ersten Jahreshälfte 2026 aufgrund dieses Lagerpuffers und weiterhin laufender Aufrüstungszyklen - unter anderem im Zusammenhang mit dem Support-Ende für Windows 10, relativ stabil bleiben wird.
Übrigens: Laut einer Prognose von Gartner sollen die globalen Speicherkosten den Preis für PCs bis Ende 2026 um 17 Prozent in die Höhe treiben. Lesen Sie hier mehr dazu.
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