IKRK testet digitales Schutzzeichen für humanitäre Infrastruktur
Das Rote Kreuz will medizinische und humanitäre Infrastrukturen im Cyberraum mit einem digitalen Schutzzeichen kenntlich machen. Das Projekt "Digital Emblem" tritt nun in die nächste Entwicklungsphase ein.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) treibt seine Initiative "Digital Emblem" voran und startet in Genf eine neue Projektphase. Das digitale Schutzzeichen soll Systeme kennzeichnen und authentifizieren, die medizinische oder humanitäre Aufgaben erfüllen. Microsoft unterstützt das Vorhaben, wie das Unternehmen mitteilt.
In bewaffneten Konflikten kennzeichnen die Embleme des Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds und des Roten Kristalls Personen und Einrichtungen, die besonderen Schutz geniessen. Im Cyberraum fehlt bislang ein vergleichbarer, breit etablierter Mechanismus. Gleichzeitig hängen Spitäler und Hilfsorganisationen zunehmend von digitalen Infrastrukturen wie Logistikplattformen, Klinikinformationssystemen, Cloud-Diensten oder Rechenzentren ab.
Das “Digital Emblem” soll diese Lücke mit einem maschinenlesbaren Signal schliessen. Cybersecurity-Werkzeuge und deren Betreiberinnen und Betreiber könnten damit digitale Systeme erkennen, authentifizieren und bei automatisierten Abläufen gezielt ausnehmen, sofern diese medizinische oder humanitäre Aufgaben unterstützen. Das Projekt schafft jedoch keine neuen rechtlichen Schutzansprüche und ersetzt keine Cybersicherheitsmassnahmen. Vielmehr soll es dazu beitragen, die bestehenden Schutzbestimmungen des humanitären Völkerrechts auch im digitalen Raum besser umzusetzen.
IKRK startet Test- und Standardisierungsphase
Nach mehreren Jahren gemeinsamer Arbeit mit Staaten, Hilfsorganisationen, technischen Fachleuten, Hochschulen und Unternehmen beginnt nun die Test- und Standardisierungsphase. In den kommenden Monaten wollen die Projektbeteiligten unter anderem den Einsatz, die Erkennung und die Überprüfung des digitalen Emblems unter realen Bedingungen erproben. Microsoft will sich nach eigenen Angaben an den technischen Tests beteiligen und das Schutzzeichen in Sicherheitswerkzeuge integrieren.
Übrigens: Wie sich das IKRK auf die Zukunft der humanitären Hilfe vorbereitet und welche Rolle digitale Technologien dabei spielen, erklärte Balthasar Staehelin vom IKRK in einem Interview.
Digitales Vertrauen unter Druck: Wie KI die Cybersicherheit verändert
Kameras und Sensoren in autonomen Fahrzeugen bieten Angriffsfläche
Heute kann man alles auch mit Gratis-Software
Microsoft kürzt Onedrive-Speicherplatz
Harvard-Studie stellt Produktivitätsversprechen von KI infrage
DSAG-Fachvorstand Schweiz wird auch stellvertretender Verbandsvorsitzender
Dieses Tool hilft beim Einschätzen digitaler Souveränität
Update: Warum der Kanton Waadt Epic gegenüber der Genfer Spitallösung bevorzugt
Walliser Privatschule korrigiert Prüfungen mit KI