KI-Infrastrukturen

Nvidia plant mit sechs Finanzhäusern Plattformen für KI-Finanzierung

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Andreas Huber, nki, jor

Chiphersteller Nvidia plant mit sechs Finanzhäusern unabhängige Plattformen zur Finanzierung von KI-Infrastruktur. Sie sollen im Laufe der Zeit mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Kapital externer Investoren mobilisieren.

(Source: zVg)
(Source: zVg)

Nvidia will gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR neue Finanzierungsplattformen für KI-Infrastruktur aufbauen. Dafür hat der Chiphersteller mit den sechs Finanzhäusern Absichtserklärungen für strategische Partnerschaften unterzeichnet. Über die unabhängig voneinander betriebenen Plattformen sollen langfristig mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Kapital von Drittinvestoren mobilisiert werden. Das Geld soll den Ausbau von Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz finanzieren.

Die sechs Partnerschaften basieren vorerst auf Absichtserklärungen; endgültige Vereinbarungen müssen Nvidia und die Finanzhäuser noch abschliessen. Mit den Plattformen will Nvidia grosse Kapitalpools für Kunden aus seinem Ökosystem schaffen. Davon sollen insbesondere Labore profitieren, die moderne KI-Modelle entwickeln, ebenso Unternehmen und auf KI spezialisierte Cloud-Anbieter. Goldman Sachs nennt als mögliches Ziel einen Kreditmarkt, bei dem Nvidia-Rechenkapazitäten als Sicherheit dienen. BlackRock bezeichnet die Zusammenarbeit als Fortsetzung seiner "AI Infrastructure Partnership" mit Nvidia. Brookfield und KKR stellen dagegen die langfristige Finanzierung von KI-Infrastruktur in den Vordergrund.

Die Partner wollen mit dem Kapital unter anderem sogenannte "AI Factories" finanzieren, die auf Nvidias Rechentechnik und Software-Stack basieren. Der Chiphersteller versucht damit, seine Rechenkapazitäten als neue Kategorie investierbarer Vermögenswerte zu etablieren. Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, hebt insbesondere deren Einsatz mit verschiedenen Modellen und Arbeitslasten sowie deren Übertragbarkeit zwischen Kunden und Betreibern hervor. Nvidia argumentiert zudem, dass Verbesserungen an der Software-Plattform CUDA die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Recheninfrastruktur verlängern können.

GPU soll ein finanzierbarer Vermögenswert werden

"Es ist wirklich das erste Mal, dass Technologiechips zu einer investierbaren Anlageklasse werden", sagte Jensen Huang gegenüber "CNBC". Der Nvidia-Chef beschreibt die Chips als ertragbringende Vermögenswerte, die laufend Einnahmen generieren können. Seiner Ansicht nach könnten Finanzierer sie deshalb ähnlich behandeln wie langfristige Infrastrukturprojekte.

"CNBC" weist jedoch darauf hin, dass dieser Ansatz der bisherigen Sicht auf GPUs widerspricht. Diese gelten traditionell als Anlagegüter, die vergleichsweise schnell an Wert verlieren. Entsprechend stellt sich die Frage, wie gut sie ihren Wert halten, sobald Nvidia neue Chipgenerationen auf den Markt bringt.

Huang zufolge kann Nvidia einzelne Projekte mit einer Restwertabsicherung von bis zu 25 Prozent des jeweiligen Transaktionsvolumens unterstützen. Insgesamt könnte der Hersteller damit potenziell bis zu 125 Milliarden US-Dollar absichern, berichtet "Reuters". Einen konkreten Zeitplan für die Mobilisierung der angestrebten mehr als 500 Milliarden Dollar nennt Nvidia bislang nicht. Auch konkrete Investitionszusagen der einzelnen Finanzhäuser liegen noch nicht vor. Zudem müssen die Beteiligten die endgültigen Vereinbarungen für die sechs Partnerschaften erst noch abschliessen.

 

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