Update: Mutmasslicher Cyberkrimineller steht in Zürich vor Gericht
Am 17. August 2026 beginnt am Bezirksgericht Zürich der Prozess gegen einen 52-jährigen ukrainischen Softwareentwickler. Der Vorwurf lautet: Beteiligung an internationalen Ransomware-Angriffen. Der Beschuldigte wurde bereits 2021 im Rahmen einer international koordinierten Behördenaktion festgenommen.
Update vom 17.08.2026: Ein ukrainischer Softwareentwickler steht vor dem Bezirksgericht Zürich. Der 52-Jährige soll an der Entwicklung und dem weltweiten Einsatz von Ransomware beteiligt gewesen sein. Wie "Cash" berichtet, waren auch Schweizer Unternehmen Ziel seiner Angriffe, darunter etwa Stadler Rail.
Die Anklageschrift enthält laut Bericht Vorwürfe wegen gewerbsmässiger Erpressung, mehrfacher schwerer Datenbeschädigung, schwerer Geldwäscherei und des Besitzes von Kinderpornografie. Die Staatsanwaltschaft fordere deshalb zwölf Jahre Haft sowie einen zwölfjährigen Landesverweis. Knapp fünf Jahre Haft hat der Beschuldigte laut "Cash" aber schon hinter sich: Er wurde bereits im Oktober 2021 festgenommen und befindet sich seither in Haft.
Originalmeldung vom 07.08.2025:
Zürcher Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen mutmasslichen Cyberkriminellen
Die Zürcher Staatsanwaltschaft II erhebt beim Bezirksgericht Zürich Anklage gegen einen 51-jährigen Ukrainer. Dem Mann wird massgebliche Beteiligung an Ransomware-Angriffen auf Unternehmen in mehreren Ländern zwischen Dezember 2018 und Mai 2020 vorgeworfen. Zu den Anklagepunkten zählen gewerbsmässige Erpressung, Cyberangriffe mit den Schadprogrammen "Lockergoga", "Megacortex" und "Nefilim", Geldwäscherei, Pornografie sowie weitere Straftaten, wie es in einer Mitteilung heisst.
Grossflächige Ransomware-Angriffe
Auslöser des Verfahrens war eine Serie von Ransomware-Angriffen auf Zürcher Firmen ab Juli 2019. Die Ermittlungen führten zu einer international koordinierten Aktion mit Behörden aus Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, der Ukraine und den USA. Im Oktober 2021 wurden zwölf Mitglieder einer weltweit tätigen Gruppe von Cyberkriminellen verhaftet. In der Schweiz erfolgte die Festnahme des nun angeklagten Ukrainers.
Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, zur Entwicklung der eingesetzten Schadprogramme massgeblich beigetragen zu haben. Demnach soll er sich von seinem Wohnort in der Schweiz aus direkt an Angriffen auf zehn Unternehmen in der Schweiz, Frankreich, Norwegen, Schottland, Kanada, den Niederlanden und den USA beteiligt haben. Für seine Beteiligung habe der Mann Anteile von Lösegeldern erhalten, die meist in Bitcoin erfolgten. Diese habe er durch eine Vielzahl von Transaktionen verschleiert, um so die Einziehung zu verhindern.
Hoher finanzieller Schaden für Betroffene
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden der Angriffe auf über 130 Millionen Franken. Die Kosten entstanden vor allem aus Umsatzeinbussen durch Betriebsunterbrüche und den Aufwand für die Wiederherstellung der IT-Systeme. In einigen Fällen hätten Unternehmen Lösegelder in Bitcoin gezahlt, um von den Tätern Programme zur Entschlüsselung ihrer Daten zu erhalten. Die höchste Zahlung betrug laut der Mitteilung 450 Bitcoin – heute rund 41 Millionen Franken.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine zwölfjährige Freiheitsstrafe und Landesverweisung für den Beschuldigten. Weitere Auskünfte könne sie derzeit nicht geben.
Europol hat im Juli 2025 eine koordinierte Aktion gegen die prorussische Hackergruppe "Noname057(16)" eingeleitet, die DDoS-Angriffe auf westliche Server – darunter auch kritische Infrastrukturen in der Schweiz – durchgeführt hat. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat im Rahmen der Ermittlungen drei Haftbefehle erlassen. Mehr dazu können Sie hier lesen.
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