Allianz-Studie

KI-Boom erhöht Brand- und Ausfallrisiken in Rechenzentren

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Andreas Huber, nki, jor

Der KI-Boom treibt den Ausbau von Rechenzentren voran – und erhöht damit deren Bedarf an Strom, Kühlung und Spezialausrüstung. Laut Allianz Commercial wächst mit der immer leistungsfähigeren Infrastruktur auch das Risiko von Bränden, Stromausfällen und Betriebsunterbrüchen.

(Source: Kanibsut / AdobeStock)
(Source: Kanibsut / AdobeStock)

Der Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz verändert das Risikoprofil von Rechenzentren. Früher galten sie vor allem als spezialisierte Immobilien, heute entwickeln sie sich zunehmend zu kritischer Infrastruktur. Zu diesem Schluss kommt Allianz Commercial in einem Bericht über die Risiken beim Bau und Betrieb von Rechenzentren.

Die jährlichen Investitionen in Rechenzentren könnten laut den im Bericht zitierten Daten von rund 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 ab 2027 auf mehr als 1000 Milliarden Dollar steigen. Ein wachsender Anteil dieser Investitionen fliesst in GPUs, spezialisierte KI-Prozessoren, Speicher mit hoher Bandbreite, leistungsfähige Netzwerktechnik und Flüssigkeitskühlung.

Doch der Ausbau stösst an handfeste Grenzen. Allianz Commercial nennt vor allem begrenzte Strom- und Netzkapazitäten sowie Engpässe bei wichtigen Komponenten wie Transformatoren, Schaltanlagen und Hochspannungskabeln. Auch fehlende Fachkräfte bremsen den Bau neuer Rechenzentren.

Dichte Infrastruktur erhöht die Anfälligkeit

Mit der zunehmenden Leistungsdichte wachsen auch die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Systemen. Fallen Stromversorgung, Kühlung oder Konnektivität aus, kann das den Betrieb der IT-Anlagen direkt beeinträchtigen. Höhere Leistungsdichten und der vermehrte Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien erhöhen zudem das Brandrisiko, insbesondere durch mögliche thermische Durchgehreaktionen.

Die von Allianz Commercial analysierten Schadensfälle zeigen die Folgen dieser Entwicklung. Von Schäden in Höhe von insgesamt rund 700 Millionen Euro entfällt mehr als die Hälfte auf Brände. Naturkatastrophen verursachen die zweithöchsten Schäden. Auf Rang drei folgen vorsätzliche Handlungen wie Kriminalität und Cybervorfälle, danach Stromausfälle. Am häufigsten registriert Allianz hingegen Wasserschäden. Besonders hohe Entschädigungen verursachen Betriebsunterbrüche.

Der Versicherer nennt ausserdem Schäden an externen Kühlsystemen, Brände infolge von Bauarbeiten und Stromausfälle, die jeweils Verluste zwischen 50 und 100 Millionen Euro verursacht haben. Hinzu kommen Klimarisiken: Rund 79 Prozent der weltweiten Rechenzentrumskapazitäten liegen in Gebieten mit erhöhter Naturkatastrophengefahr. 54 Prozent befinden sich zudem in Regionen, die chronisch von Hitze und Trockenheit betroffen sind. Das kann den Kühlbedarf erhöhen und die Wasserressourcen zusätzlich belasten.

Christian Kolbe, Global Head of Construction Claims bei Allianz Commercial, betont deshalb, dass Unternehmen die Widerstandsfähigkeit ihrer Rechenzentren bereits bei der Planung und über deren gesamten Lebenszyklus berücksichtigen sollten. Der Bericht empfiehlt unter anderem, Komponenten laufend zu überwachen, Lecks frühzeitig zu erkennen und Systeme zur Brand- und Batterieüberwachung einzusetzen. Auch Tests und die Inbetriebnahme spielen laut Allianz eine zentrale Rolle.

 

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