KI und Social Media gewinnen bei der Online-Produktsuche an Bedeutung
Die meisten Leute beginnen die Produktsuche beim Onlineeinkauf auf einer Suchmaschine oder direkt im Onlineshop. Insbesondere junge Menschen setzen jedoch zunehmend auf KI-Chatbots und Social Media. Gleichzeitig bleiben gewisse Anforderungen ans Onlineshopping bestehen, etwa transparente Kosten sowie einfache Liefer- und Retourenprozesse.
Bequemlichkeit, grössere Produktauswahl oder die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten: Es gibt diverse Gründe, online einzukaufen. Doch was bestellen Herr und Frau Schweizer am liebsten online, wo suchen sie nach den Produkten und wieso brechen sie gewisse Einkäufe ab? Auf diese und weitere Fragen geht das diesjährige E-Commerce-Stimmungsbarometer ein, für welches die Post und der Marktforscher Ipsos 1050 Personen aus allen Sprachregionen der Schweiz befragt haben.
Digitec Galaxus ist demnach der beliebteste Onlineshop in der Schweiz: 55 Prozent der Befragten kauften laut Stimmungsbarometer in den letzten 12 Monaten dort ein. Auf Platz 2 folgt Zalando mit 48 Prozent, danach kommen Temu (41 Prozent) und Amazon (39 Prozent). Dabei hätten 77 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr Bekleidung und Accessoires gekauft, 40 Prozent Haushalts- und Elektronikgeräte sowie 39 Prozent Sport- und Freizeitartikel. Nur 11 Prozent geben an, dass sie bei keinem Produkt den Onlinekauf bevorzugen.

(Source: Stimmungsbarometer E-Commerce 2026, Schweizerische Post & Ipsos Schweiz)
Suchmaschine oder Chatbot
Nachdem Digitec Galaxus 2025 auch bei der Produktsuche die Spitzenposition einnahm, rutschte der Onlineshop 2026 wieder auf Platz 2 und muss sich Suchmaschinen wie Google und Bing geschlagen geben. Auf den Plätzen 3, 4 und 5 folgen gemäss Barometer ebenfalls Zalando, Amazon und Temu. Insbesondere die junge Generation (16- bis 24-jährig) beginne die Suche jedoch oftmals auf Social-Media-Plattformen wie Tiktok oder Instagram.
Zudem würden KI-Chatbots als Einstiegspunkt für die Produktsuche zunehmend beliebter: Laut einem Blogpost von Carpathia zum Stimmungsbarometer nutzte 2024 nur 1 Prozent der Befragten KI beim Onlineeinkauf, 2025 waren es 4 Prozent und 2026 sind es bereits 9 Prozent. Auch hier sind die jüngeren Altersgruppen die Vorreiter: Rund 66 Prozent sowohl der 16- bis 24-Jährigen als auch der 25- bis 44-Jährigen greifen bei der Produktsuche mindestens einmal im Monat auf KI zurück, wohingegen mehr als 50 Prozent der über 60-Jährigen noch nie einen Chatbot fürs Onlineshopping verwendet haben, wie das Barometer zeigt.

(Source: Stimmungsbarometer E-Commerce 2026, Schweizerische Post & Ipsos Schweiz)
Transparenz und Kontrolle
Bei der Lieferung ist es 75 Prozent der Befragten wichtig, dass sie die Sendung online verfolgen können. 69 Prozent schätzen zudem laut Barometer eine Vorankündigung des Sendungsempfangs und 58 Prozent mögen es, die Sendung zu steuern - also etwa bestimmen zu können, wo das Paket bei Abwesenheit deponiert wird. Dabei besteht die Mehrheit nicht auf eine besonders schnelle Lieferung: Für 46 Prozent ist die Zustellung am folgenden Tag wichtig, Same-Day-Delivery nur für 30 Prozent.
Wenn keine Lieferung in die Schweiz möglich ist, brechen hingegen 57 Prozent der Befragten ihren Onlineeinkauf ab. Auch zu hohe Liefergebühren (50 Prozent) und versteckte Kosten wie Mindestbestellmengen oder Zollgebühren (49 Prozent) führen gemäss Barometer zu Kaufabbrüchen.

(Source: Stimmungsbarometer E-Commerce 2026, Schweizerische Post & Ipsos Schweiz)
Als Zahlungsmittel bevorzugen 56 Prozent Twint, gefolgt von Kreditkarten (53 Prozent) und Rechnung (45 Prozent). Auch hier zeigen sich laut Barometer Altersunterschiede: Während die jüngere Generation überwiegend mit Twint bezahlt, setzen ältere Leute noch vermehrt auf Kreditkarte und Rechnung.
Im Gegensatz zu ChatGPT oder Google Gemini finden KI-Chatbots, die direkt in Onlineshops integriert sind, noch keinen grossen Anklang. Dies zeigt eine Studie der Universität St. Gallen, wie Sie hier lesen können.
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