Zwischen "Digital Only" und "Digital First"

So will der Kanton Jura den Onlineschalter stärken

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: René Jaun, nki, tse

Der Kanton Jura hat eine "Strategie Leistungen und Prozesse" verabschiedet. Er will damit den Onlineschalter stärken, vollständig digitale Verfahren entwickeln und öffentliche Dienstleistungen vermehrt datengestützt steuern.

(Source: Ninane / CC BY-SA 3.0)
(Source: Ninane / CC BY-SA 3.0)

Die jurassische Regierung hat ihre "Strategie Leistungen und Prozesse" verabschiedet. In den kommenden Jahren soll das Dokument als Leitlinie für die Modernisierung der Kantonsverwaltung dienen, wie die Verwaltung mitteilt. Laut der Strategie wird der digitale Kanal zum Standardkanal, ergänzt durch physische Schalter und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Laut der Mitteilung der jurassischen Behörden ist dieser neue Rahmen Teil des kantonalen Modernisierungsprogramms und ergänzt die bereits eingeleiteten Strategien in den Bereichen Digitalisierung und Immobilien.

Man wolle die Verwaltung stärker an den Bedürfnissen der Bevölkerung, der Unternehmen und der institutionellen Partner ausrichten, erklärt die Regierung. Eine zentrale Rolle wird dabei der virtuelle Schalter spielen, der laut Mitteilung mehr als 40'000 Benutzerkonten zählt. Parallel dazu sollen bis 2029 in jedem Bezirk zentrale Anlaufstellen eingerichtet werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt läuft seit Anfang 2026 bereits in Moutier.

Datengetriebene Steuerung

Das Strategiepapier führt die Priorisierung des digitalen Kanals näher aus. Es sieht vor, jene Dienstleistungen zu identifizieren, die vollständig digitalisiert werden können ("Digital Only"-Prinzip). Die Zahl der ausschliesslich online verfügbaren Services möchte der Kanton je nach Nutzung und Akzeptanz schrittweise erhöhen. Für gewisse Dienstleistungen ist die Nutzung des virtuellen Schalters bereits obligatorisch. Derzeit werden mehr als 80 Prozent der jurassischen Steuererklärungen über diesen Kanal eingereicht.

Die Strategie geht zudem über die blosse Digitalisierung von Formularen hinaus. Sie sieht vor, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen, zu harmonisieren und, wo sinnvoll, zu zentralisieren. Der Kanton will seine Dienstleistungen ausserdem verstärkt mithilfe von Daten, Kennzahlen und Dashboards steuern, die unter anderem die Nutzung, Bearbeitungsfristen und Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer sowie die Effizienz abbilden.

Ein weiteres in der Strategie ausgeführtes Element: Der Staat will ein strukturiertes Verzeichnis öffentlicher Informationen aufbauen, das über seine verschiedenen digitalen Kanäle wiederverwendet werden kann. Diese Daten könnten insbesondere Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz wie JurassIA speisen. Ziel ist es, Antworten auf Grundlage offizieller und aktueller Informationen bereitzustellen.

 

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