KI-Agenten finden im Onlineshopping noch wenig Anklang
KI-Agenten spielen beim Onlineshopping bislang nur eine Nebenrolle. Eine Studie der Universität St. Gallen zeigt, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten die digitalen Assistenten zwar kennen, ihnen beim Einkauf aber nur begrenzt vertrauen.
KI-Agenten, die Produkte selbständig suchen, vergleichen und auch bestellen können, gehören zu den wegweisenden Entwicklungen im E-Commerce. Eine Studie der Universität St. Gallen hat untersucht, wie gross die Bereitschaft von Konsumentinnen und Konsumenten ist, KI-Agenten beim Onlineshopping einzusetzen. Dazu hätten die Forschenden knapp 3000 Personen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt.
Laut einem Beitrag der Hochschule kommt die Studie "Wie Konsumenten KI-Agenten beim Einkaufen einsetzen" zum Schluss, dass KI-Agenten vielen Menschen bereits bekannt sind. Im Alltag würden sie beim Onlineeinkauf bislang jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen. So hätten rund 15 Prozent der Befragten bereits KI-Agenten zur Unterstützung bei Online-Einkäufen beigezogen. Nur 5 Prozent trauten ihnen jedoch zu, den gesamten Einkaufsprozess selbständig durchzuführen.
Konsumentinnen und Konsumenten mangelt es noch an Vertrauen
Gemäss Mitteilung entscheidet sich das Konsumentenverhalten in erster Linie am Vertrauen in die digitalen Assistenten. Demnach glaubt nur jede fünfte befragte Person daran, dass KI-Agenten Produkte zuverlässig suchen, filtern oder vergleichen können. Lediglich 15 Prozent sind zudem der Ansicht, KI könne den Einkauf komplett selbständig tätigen, wie die Uni schreibt.
Grösser sei die Akzeptanz hingegen, wenn es um objektive Informationen gehe: Fast jede zweite Person würde KI-Agenten Preisvergleiche zwischen verschiedenen Anbietern oder die Suche nach günstigen Angeboten durchführen lassen. Wenn beim Kaufentscheid subjektive Einschätzungen wie Kundenrezensionen oder persönliche Vorlieben wichtig seien, hätten die Befragten hingegen deutlich zurückhaltender reagiert.
Deutliche Unterschiede zeigen sich der Studie zufolge auch bei verschiedenen Altersgruppen. Ältere Personen würden KI-Agenten zwar leicht häufiger kennen, diese jedoch nur selten nutzen. Unter den 16- bis 24-Jährigen habe hingegen bereits mehr als jede fünfte Person KI-Agenten zur Unterstützung beim Online-Shopping eingesetzt.
Eine wichtige Rolle spielt gemäss der Uni St. Gallen auch, welcher Kategorie ein Produkt angehört. Eine Automatisierung des Einkaufs von Elektronik, bei der Vergleiche gut aufgrund objektiver Kriterien möglich seien, sei für Konsumentinnen und Konsumenten eher vorstellbar. Bei Lebensmitteln, Kleidung oder Kosmetik möchten hingegen die meisten weiterhin selbst eine Auswahl treffen, wie es heisst.

Thomas Rudolph (links), Direktor des Forschungszentrums für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen und Mitverfasser der Studie. (Source: zVg)
"KI-Agenten werden den Onlinehandel verändern. Entscheidend ist, ob sie das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten durch überzeugende Ergebnisse gewinnen können", schlussfolgert Studien-Mitverfasser Thomas Rudolph vom Institut für Handelsmanagement der Universität St. Gallen.
Die Universität St. Gallen hat 2025 auch Ergebnisse einer Studie zum Online-Einkaufverhalten im Ausland publiziert. Welche Ergebnisse daraus resultierten, können Sie hier nachlesen.
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