Generative Engine Optimization

Schweizer KMUs bleiben in KI-Antworten oft unsichtbar

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von Elia Ferrari und dwi

Kleine Betriebe haben es offenbar schwer, in den Antworten von KI-Modellen sichtbar zu werden. Eine Messung von Frascati zeigt, dass Filialketten dabei häufig im Vorteil sind. Eine Studie von Propus Codestudio zeigt zudem, dass viele Deutschschweizer KMUs in KI-Antworten gar nicht erst vorkommen.

(Source: vektorjuice/magnific.com)
(Source: vektorjuice/magnific.com)

KI-Chatbots übernehmen bei der Suche nach bestimmten Geschäften zunehmend die Rolle von klassischen Suchmaschinen. Nutzende greifen dabei auf KI-Dienste wie Gemini, ChatGPT oder Perplexity zurück. Eine Messung der Agentur Frascati zeigt nun, wie schwierig es für kleine Betriebe sein kann, dort gefunden zu werden. 

Für die Messung wertete Frascati im September 2026 insgesamt 1116 Antworten von Perplexity, Gemini und ChatGPT zu 50 Schweizer Hotels sowie je 50 Schweizer und deutschen Optikern aus, wie "Markt-kom" berichtet.

Unabhängige im Nachteil

Auf die Frage nach einem Optiker in einer Deutschschweizer Stadt nennen die geprüften Modelle gemäss Bericht in 87,7 Prozent der Fälle mindestens eine Filialkette. In Deutschland sei der Anteil gleich hoch. Ein unabhängiger Optiker aus der jeweiligen Stadt erscheint dagegen in 83 Prozent der Schweizer Antworten und in 63,7 Prozent der deutschen Antworten, wie aus den Messungen von Frascati hervorgeht. Ein einzelner unabhängiger Betrieb erscheint in der Schweiz im Schnitt jedoch nur in 42,9 Prozent der Antworten seiner Stadt, wie "Markt-kom" schreibt.

Zudem zeigen sich laut "Markt-kom" deutliche Unterschiede zwischen den KI-Plattformen. ChatGPT nannte demnach in 59 Prozent der Schweizer Antworten mindestens einen der geprüften Optiker. Bei Gemini waren es 94 Prozent, bei Perplexity 96 Prozent.

Populäre Portale

Bei Hotels verweisen die Modelle gemäss "Markt-kom" auf die Frage nach einer Buchungsmöglichkeit in 89 Prozent der Fälle auf die hauseigene Website. Jede zehnte Antwort nenne jedoch ausschliesslich Buchungsportale, bei ChatGPT sogar jede fünfte.

Suchen Gäste ohne konkreten Hotelnamen, erscheint laut Frascati in 62,2 Prozent der Antworten eines der fünf geprüften Hotels am jeweiligen Ort. Zudem stellte die Messung Unterschiede zwischen den geprüften Städten fest. Zwölf der 50 Hotels kamen in keiner einzigen Antwort vor, wie es heisst. 

Ihre Informationen beziehen die Modelle gemäss Bericht aus Verzeichnissen, Portalen und den Websites der Betriebe. Frascati rät deshalb unter anderem dazu, Einträge vollständig und einheitlich zu halten, für jeden Standort eine eigene Seite anzulegen und häufige Fragen verständlich zu beantworten. Eine Nennung sei damit allerdings nicht garantiert, sagt Geschäftsführer Fabiano Frascati.

Die Agentur weist darauf hin, dass für die Messungen die Websuche der Modelle über eine Programmierschnittstelle verwendet wurde und nicht die Apps von ChatGPT und anderen Anbietern. Die Messungen seien zudem Momentaufnahmen und liessen keine Aussagen darüber zu, wie viele Anfragen die Nennungen tatsächlich generieren.

Andere Messung, ähnliche Ergebnisse

Zu einem ähnlichen Befund kommt eine Messung von Propus Codestudio. Das Zuger Unternehmen prüfte die Websites von 98 Deutschschweizer KMUs aus den Bereichen Handwerk, Treuhand, Immobilien, Gastronomie und Gesundheit. Pro Firma stellte Propus gemäss Mitteilung sechs typische Kundenfragen an ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI. 

63 Prozent der Firmen seien dabei in keiner einzigen KI-Antwort aufgetaucht. Über alle 2178 ausgewerteten Antworten hinweg nannten die KI-Systeme die jeweils untersuchte Firma in nur 3 Prozent der Fälle. Am häufigsten wurden laut Ergebnissen Firmen aus dem Handwerk genannt: 45 Prozent der untersuchten Betriebe tauchten mindestens einmal auf. Im Gesundheitsbereich waren es 21 Prozent.

Technik ist selten das Problem

An den technischen Grundlagen liegt es laut Propus meist nicht. Bei 13 technischen Prüfpunkten erreichten die Websites im Median 81 von 100 Punkten. Firmen mit strukturierten Firmendaten wurden ebenfalls nicht häufiger genannt als andere, wie das Unternehmen schreibt. Am häufigsten fehlten gemäss Propus Angaben, die ein Unternehmen als vertrauenswürdige Quelle ausweisen. Dazu zählten etwa Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Hinweise zu Urheberschaft und Quellen.

Statt auf die Websites der KMUs verweisen KI-Systeme laut Propus häufig auf Verzeichnisse und Plattformen. Dabei gehörte local.ch bei 63 Prozent der untersuchten Firmen zu den genannten Quellen, search.ch bei 24 Prozent und comparis.ch bei 23 Prozent.

Propus hebt jedoch ebenfalls hervor, dass es sich bei der Messung um eine Momentaufnahme eines einzelnen Tages handelt und sich die Antworten von KI-Chatbots von Tag zu Tag verändern können. Zudem stammten die untersuchten Firmen aus Websuchen nach typischen lokalen Anfragen und seien damit tendenziell überdurchschnittlich gut auffindbar. Die Ergebnisse seien deshalb als Obergrenze zu verstehen.

 

Um die Sichtbarkeit für KI-Algorithmen von Unternehmen zu erhöhen hat Cohaga ein auf KI-Suchen ausgerichtetes Firmenverzeichnis lanciert. Die Plattform soll beispielsweise kleineren Betrieben zeigen, wie sichtbar sie in den Antworten von Chatbots sind. Mehr zu der Plattform lesen Sie hier. 

Webcode
5wKVmb2H