Wo die Schweiz im Markt für Rechenzentren steht
Die Schweiz zählt zu den etablierten Märkten für Rechenzentren. Bauprojekte in Zürich, Lupfig und Genf stärken die strategische Bedeutung des Standorts. Für den weiteren Ausbau bleiben eine sichere Stromversorgung und ausreichende Netzkapazitäten ein zentraler Vorteil, aber auch eine Herausforderung.
Die Schweiz stärkt ihre Position als europäischer Rechenzentrums- und KI-Standort, wie eine Analyse des "London Construction Magazine" zeigt. Der Bedeutungszuwachs sei vor allem auf die Bauprojekte für Rechenzentren in Zürich, Lupfig und Genf zurückzuführen. Als Standortvorteile der Schweiz nennt das Magazin die politische und wirtschaftliche Stabilität, die hohen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, die starke Forschungslandschaft, internationale Konnektivität, einen CO2-armen Strommix und die steigende Nachfrage nach leistungsfähiger digitaler Infrastruktur.
Speziell hebt der länderspezifische Bericht für die Schweiz den Baustart des Rechenzentrums ZUR4 von Digital Realty in Glattbrugg hervor. Weitere wichtige Projekte seien das Rechenzentrum von NorthC in der Nähe des Kernforschungszentrums CERN bei Genf und das Swiss National Supercomputing Centre in Lugano. In der Schweiz seien vor allem die Standorte Zürich und Genf für Rechenzentren attraktiv - dies aufgrund der lokalen Nachfrage und der internationalen Konnektivität.
Energie als wichtiger Faktor für die Zukunft
Die Energieeffizienz gewinnt mit dem weiteren Ausbau des Schweizer Rechenzentrumsmarktes an Bedeutung. Eine Studie des Bundesamts für Energie beziffert den Stromverbrauch der Schweizer Rechenzentren im Jahr 2024 auf 3,6 Prozent des nationalen Stromverbrauchs, also rund 2,1 Terawattstunden (TWh). Für das Jahr 2030 prognostiziert die Studie einen Verbrauch von 2,5 bis 3,2 TWh. Effizientere Technik könnte den Stromverbrauch demnach um rund 0,8 TWh senken.
Europaweite Entwicklung des Rechenzentrum-Marktes
Aufgrund der Expansion von KI-Infrastrukturen und des Wachstums grosser Cloud-Plattformen steigt die Nachfrage nach Rechenzentren und Rechenleistung. Dabei gewinnen Länder mit sicherer und CO2-armer Stromversorgung an Bedeutung, wie das "London Construction Magazine" feststellt. Europaweit führt die Entwicklung zu einer wachsenden Kluft im Markt für Rechenzentren: Länder mit gesicherter Stromversorgung ziehen neue Projekte an, während Netzengpässe andernorts den Ausbau bremsen.
Das Magazin beobachtet ein Aufkommen alternativer Märkte in Europa neben den etablierten Standorten. Bei der Bautätigkeit führend seien das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich und Irland.
Für die Analyse hat das "London Construction Magazine" Marktdaten europäischer Länder ausgewertet. Als wichtigen Indikator für die zukünftige Entwicklung nutzte das Magazin Projekte mit nachweislich laufenden Bauarbeiten.
Übrigens: Digital Realty will den Bau seines Rechenzentrums ZUR4 bis 2028 fertigstellen. Mehr zum Rechenzentrum beim Flughafen Zürich lesen Sie hier.
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