Was Kunden wollen

Was das Kantonsspital Baden von seinen IT-Dienstleistern erwartet

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Digitalisierung soll Prozesse im Spital verbessern, gleichzeitig muss die IT jederzeit stabil und sicher laufen. Enzo Sileno, ­Leiter Digitalisierung & ICT am Kantonsspital Baden, verrät, wie er diese Anforderungen unter einen Hut bringt, welche Rolle externe Partner dabei spielen – und was er nie auslagern würde.

Enzo Sileno, Leiter Digitalisierung & ICT, Kantonsspital Baden. (Source: zVg)
Enzo Sileno, Leiter Digitalisierung & ICT, Kantonsspital Baden. (Source: zVg)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Enzo Sileno: Meine Hauptaufgabe besteht darin, einen stabilen und sicheren IT-Betrieb im Kantonsspital Baden sicherzustellen. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung sowie innovative Projekte voran, um Prozesse kontinuierlich zu verbessern und den Anforderungen eines modernen Spitals gerecht zu werden. Mit IT-Dienstleistern kommen wir in verschiedenen Bereichen in Berührung – sei es bei Projekten, bei der Wartung und Weiterentwicklung bestehender Systeme oder im Rahmen langfristiger Partnerschaften.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind für uns insbesondere drei Eigenschaften entscheidend: Verbindlichkeit, Kompetenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir erwarten, dass wir uns auf unsere Partner verlassen können, dass sie über das notwendige Fachwissen verfügen und dass die Zusammenarbeit pragmatisch sowie lösungsorientiert erfolgt.

Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?

Der grösste Fehler eines IT-Dienstleisters ist es, Probleme erst dann anzusprechen, wenn sie bereits eskaliert sind. Lieber eine unangenehme Wahrheit früh kommunizieren, als eine angenehme Zusage später nicht einhalten zu ­können.

Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?

Wir verfolgen je nach Produkt und Anforderung unterschiedliche Beschaffungswege. Sowohl Direktbezüge beim Hersteller als auch Einkäufe über Händler kommen infrage. Grundsätzlich vergleichen wir verschiedene Offerten, prüfen die jeweiligen Vor- und Nachteile, führen Verhandlungen und treffen anschliessend die für uns wirtschaftlich und technisch sinnvollste Entscheidung.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert und welche würden Sie nie auslagern?

Wir haben keine kompletten IT-Bereiche ausgelagert. Stattdessen arbeiten wir gezielt mit Partnern in ausgewählten Teilbereichen zusammen, beispielsweise beim Betrieb eines redundanten Rechenzentrums oder beim Service Desk. Die strategische Steuerung der IT, die Architektur sowie zentrale Kernkompetenzen möchten wir jedoch weiterhin intern behalten, da wir diese als entscheidende Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Weiterentwicklung und Digitalisierung sehen.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Zu den wichtigsten Herausforderungen gehört die Einführung eines neuen ERP-Systems auf Basis von Business Central. Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Projekten im Bereich künstliche Intelligenz, beispielsweise an Lösungen für Speech-to-Text-Anwendungen und die automatisierte Erstellung von medizinischen Austrittsberichten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Etablierung eines Zuweiserportals, bei dem insbesondere die Interoperabilität und die nahtlose Integration verschiedener Systeme eine zentrale Rolle spielen.

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Bereits in der Projektvorbereitung analysieren wir sorgfältig, in welchen Bereichen externe Unterstützung sinnvoll ist und welchen konkreten Mehrwert sie bietet. IT-Dienstleister können uns insbesondere mit spezialisiertem Fachwissen, zusätzlichen Ressourcen sowie Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten unterstützen. Wichtig ist dabei, dass die Unterstützung gezielt und bedarfsgerecht erfolgt.

Setzen Sie KI bereits produktiv ein? 

Ja, wir setzen künstliche Intelligenz bereits produktiv ein. Dazu gehört unter anderem unser «KS_Bot», der etwa in den Bereichen HR, Infektiologie, Schreibkorrektur und Pflege zum Einsatz kommt. Darüber hinaus nutzen medizinische Fachbereiche wie die Radiologie KI-gestützte Lösungen zur Unterstützung ihrer Arbeit. Auch im Bereich der medizinischen Codierung kommen entsprechende Technologien bereits zum Einsatz.

Mit welchen besonderen Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit hatten oder haben Sie zu tun und wie packen Sie diese an?

Wie viele Organisationen sind auch wir mit Phishing-Angriffen und einer generell steigenden Bedrohungslage im Cyberbereich konfrontiert. Um diesen Risiken zu begegnen, setzen wir verschiedene technische und organisatorische Sicherheitsmassnahmen um. Die konkreten Massnahmen sind aus Sicherheitsgründen vertraulich, verfolgen jedoch das Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Angriffsfläche möglichst klein zu halten.

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