So krempelt KI gemäss HP den Büroalltag um
Wie wirkt sich der Wandel zum KI-gestützten Büro auf die Mitarbeitenden aus? Welche Kompetenzen nun gefordert sind und inwiefern der Effizienzdruck einen neuen Vendor-Lock-in oder Einbussen bei der digitalen Souveränität provoziert, sagt Peter Zanoni, Managing Director von HP Schweiz
Wie verändert KI die Anforderungen an den IT-Arbeitsplatz von heute? Wie viel KI benötigt ein moderner IT-Arbeitsplatz wirklich?
Peter Zanoni: KI wird zunehmend Teil des Arbeitsalltags. Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wo und wie sie den grössten Mehrwert schafft. Die Zukunft ist hybrid: Je nach Anwendungsfall werden KI-Funktionen lokal auf dem Gerät oder in der Cloud ausgeführt. Wichtig sind Nutzen, Sicherheit und Benutzererlebnis. Unternehmen müssen dabei die richtige Balance zwischen Innovation, Kosten, Leistung und klaren Regeln finden.
Welche Fähigkeiten müssen Mitarbeitende entwickeln, um KI am Arbeitsplatz sinnvoll und verantwortungsvoll einsetzen zu können – und wer trägt die Verantwortung dafür, diese Kompetenzen aufzubauen?
Mitarbeitende müssen verstehen, wann KI sinnvoll eingesetzt werden kann, wie Ergebnisse kritisch hinterfragt werden und wie mit Daten verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Die Verantwortung liegt dabei nicht nur beim Einzelnen. Unternehmen müssen klare Leitlinien schaffen und praxisnahe Möglichkeiten zum Lernen bieten. KI-Kompetenz umfasst dabei nicht nur die Nutzung von Tools, sondern auch kritisches Denken und den bewussten Umgang mit Informationen.
KI soll Mitarbeitende produktiver machen und von Routineaufgaben entlasten. Gleichzeitig bestehen Ängste vor Arbeitsplatzverlust und einer stärkeren Automatisierung. Wie sollten Unternehmen mit diesem Spannungsfeld umgehen?
Transparenz ist entscheidend. Unternehmen sollten offen kommunizieren, warum sie KI einsetzen und welche Auswirkungen dies auf Arbeitsabläufe hat. Ich sehe KI vor allem als Werkzeug zur Unterstützung von Menschen. Sie kann Routineaufgaben übernehmen und Freiräume für kreative, strategische und kundennahe Tätigkeiten schaffen. Der grösste Mehrwert entsteht dort, wo menschliche Fähigkeiten und KI sinnvoll zusammenspielen.
Was bedeutet die steigende KI-Nutzung in Bezug auf die digitale Souveränität? Inwiefern erhöhen Unternehmen ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern aufgrund eines KI-bedingten Effizienzdrucks?
Digitale Souveränität bedeutet für Unternehmen vor allem Transparenz, Wahlfreiheit und Kontrolle über Daten und Prozesse. Nicht jede Anwendung muss in der Cloud laufen. Eine hybride KI-Strategie ermöglicht es, sensible Daten dort zu verarbeiten, wo dies aus Sicht von Sicherheit, Datenschutz und Compliance sinnvoll ist. Entscheidend ist, dass Unternehmen nachvollziehen können, wo Daten verarbeitet werden und welche Regeln dabei gelten.
Was sind aktuell die grössten Hürden bei der Einführung von KI am Arbeitsplatz?
Die grössten Herausforderungen sind häufig nicht technologischer Natur. Unternehmen müssen einen klaren geschäftlichen Nutzen nachweisen und gleichzeitig Fragen rund um Sicherheit, Governance, Datenschutz und Kompetenzen adressieren. Erfolgreich sind diejenigen, die mit konkreten Anwendungsfällen starten und deren Mehrwert messen. Die Herausforderung besteht heute weniger im Zugang zu KI als in ihrer sicheren und nachhaltigen Skalierung.
Genügen Monitor, Laptop, ein Collaboration-Tool und ein gutes Netzwerk? Was darf an einem modernen IT-Arbeitsplatz auf keinen Fall fehlen?
Ein moderner Arbeitsplatz ist ein Zusammenspiel aus leistungsfähigen Geräten, sicheren Plattformen, Collaboration-Lösungen und professionellem Management. Ebenso wichtig sind gut ausgestattete Meetingräume für hybride Zusammenarbeit. Entscheidend ist, dass die Technologie Mitarbeitende dabei unterstützt, produktiv, sicher und flexibel zu arbeiten. Ziel sollte nicht sein, möglichst viel Technologie bereitzustellen, sondern die passende Technologie für die jeweilige Aufgabe.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
- Oliver Bachmann, TD Synnex: "Ein Training allein reicht nicht aus, um KI nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern."
- Karin Bühler, Adnovum: "Transparenz, Weiterbildung und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden sind zentrale Erfolgsfaktoren."
- Ann Jameson, Microsoft: "Entscheidend ist nicht das Pilotprojekt, sondern die nachhaltige Verankerung im operativen Alltag."
- Tobias Quelle, Brack Alltron: "Wer Mitarbeitende aktiv zu Gestaltern macht, nimmt Ängste und setzt Innovationskraft frei."
- Patrice Steiner, Procloud: "Der beste Start ist ein klar abgegrenzter Use Case."
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