Podium-Antworten von Mike Gasser, Norman Data Defense Systems
Wohin entwickelt sich der Markt im Zusammenhang mit Security?
So wie sich die Cyberbedrohung mit dem technologischen Fortschritt neuer Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt, so wird sich auch der Security-Markt entwickeln. Die Komplexität der vernetzten Infrastrukturen in Unternehmen, die zunehmende Mobilisierung, die Verbreitung von Social-Media, Cloud Computing und Virtualisierung sind nur einige Herausforderungen, denen wir uns allen stellen müssen. IT-Security verlangt heute einen komplett neuen, ganzheitlichen Ansatz, der auf einem mehrschichtigen Abwehrkonzept basiert und das ganze Unternehmen – vom Office, über die Produktionshalle bis hin zu Betriebsanlagen – mit einbezieht. Insbesondere nach Stuxnet müssen sich vor allem Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen vermehrt mit IT-Security auseinandersetzen. Einen Trend sehen wir zudem in Richtung Hosted- und Managed-Security-Services.
Welchen Status haben Security-Lösungen heutzutage bei der Bereitstellung von IT-Dienstleistungen in Unternehmen?
Security-Lösungen scheinen unwichtig, solange nichts passiert, und werden sehr wichtig, wenn etwas passiert. Welchen Status sie in einem Unternehmen effektiv einnehmen ist deshalb sehr unterschiedlich und hängt von der Branche und vom jeweiligen Umfeld ab. Generell sehen wir aber, dass das Sicherheitsbewusstsein in Unternehmen nicht überall durchgängig vorhanden ist und auch Ereignisse wie Stuxnet, die Wikileaks-Enthüllungen oder der Datenklau bei Sony keinen Run auf Security-Produkte auslösen. Viele können sich das Ausmass und die Folgen eines Vorfalles zudem gar nicht vorstellen. Auch massiv unterschätzt werden die Gefahren, die von innen kommen; allen voran die Verbreitung von Malware über mobile Geräte, die ans Unternehmensnetzwerk angeschlossen werden. Soziale Netzwerke oder auch Sicherheitslücken in Softwarelösungen und fehlende Patches sind weitere Brennpunkte.
Welche Unternehmen welcher Sparten wollen welche Arten von Security-Lösungen?
Eine generelle Antwort auf diese Frage gibt es nicht, da die Bedürfnisse je nach Unternehmen und Branche unterschiedlich sind. Banken, Versicherungen oder auch öffentliche Verwaltungen, wo der Datenschutz eine zentrale Rolle spielt, behandeln das Thema sicher sensibler als andere. Ein Sicherheitskonzept und der Einsatz entsprechender Lösungen müssen immer individuell erfolgen. Die gesamte Infrastruktur als Ganzes betrachtet muss mitwachsen können und auf die Zukunft ausgerichtet sein. Letztlich gilt aber, dass das Sicherheitsniveau nur durch das Zusammenspiel von technischen Massnahmen und der Anhebung des Sicherheitsbewusstseins erhöht werden kann. Gleichzeitig ist IT-Sicherheit ein kontinuierlicher Prozess, der laufend hinterfragt und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden muss.
Wo sehen Sie Probleme/Herausforderungen im Geschäft mit Security-Lösungen?
Die Norman-Signaturdatenbank ist seit Januar 2001 um vier Millionen Signaturen auf ca. 14 Millionen angewachsen. Das Malware-Aufkommen wächst weiterhin stark, täglich kommen bis zu 50 000 neue Schadcodes in Umlauf. Unsere Herausforderung ist es, bestehende Produkte zu verbessern und neue zu entwickeln, um mit den Cyberkriminellen und dem rasanten Anstieg von Malware und Varianten davon Schritt halten zu können. Besser noch ist es, ihnen einen Schritt voraus zu sein. Insbesondere die Professionalität, wie Malware heute programmiert wird, stellt uns vor eine grosse Herausforderung und erfordert eine kontinuierliche Verbesserung der Schutzmechanismen für Malware-Signaturen.
Wie sind die Zukunftsaussichten im Geschäft mit Security-Lösungen?
Da sich Cyberkriminellen immer wieder neue Angriffswege auftun, sind Sicherheitslösungen und Strategien, die bis vor kurzem noch als verschwenderisch galten, Teil des Pflichtprogramms. Die Aussichten sind deshalb nach wie vor interessant und spannend. Nicht nur im klassischen AV-Umfeld, sondern vor allem mit komplexeren Produkten wie Endpoint Protection, Patch-Management- oder Applications- und Device-Control-Lösungen, die viel weiter gehen als der klassische AV-Schutz und die Firewall. Diese stellen konzeptionell höhere Anforderungen hinsichtlich Know-how. Nur eine Lösung installieren und sich denken, das reicht, genügt definitiv nicht mehr.
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