Philippe Buthey sagt, was Kunden wollen

Was die Groupe Mutuel von ihren IT-Partnern erwartet

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von Coen Kaat

Die Groupe Mutuel gehört zu den grössten Krankenversicherern in der Schweiz. Sie betreut mehr als 1,3 Millionen ­Versicherte. Wie IT-Dienstleister sie dabei unterstützen können, erklärt Philippe Buthey, Leiter IT bei Groupe Mutuel Versicherungen.

Philippe Buthey, Leiter IT bei Groupe Mutuel Versicherungen. (Source: zVg)
Philippe Buthey, Leiter IT bei Groupe Mutuel Versicherungen. (Source: zVg)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Philippe Buthey: Ich verantworte die Informatik der Groupe Mutuel, die etwa 300 Mitarbeitende beschäftigt. In unserer Abteilung entwickeln wir die Applikation für unser Kerngeschäft und verwalten die Produktionsprozesse. Wir betreiben auch ein eigenes Rechenzentrum. Natürlich spüren wir den Wettbewerb um die besten Fachkräfte und sind ständig auf der Suche nach externen Mitarbeitern, die unsere Teams punktuell mit ihrer Expertise ergänzen. Suchen wir Lösungen für unsere Versicherten oder intern, zum Beispiel beim Personalmanagement, schreiben wir diese aus. Beim technischen Support arbeiten wir sehr eng mit unseren externen Dienstleistern zusammen.

Welches sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Sie müssen ein grundsätzliches Verständnis für die Problemstellung mitbringen. Hinzu kommt die Kompetenz, Lösungen gemeinsam mit uns zu entwickeln. Als Versicherer stellen wir höchste Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz. Deshalb erwarten wir von unseren IT-Partnern auch, dass sie über das dafür notwendige Branchen-Know-how verfügen und uns vorausschauend und frühzeitig auf mögliche Probleme aufmerksam machen.

Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?

Sie sollten nicht versuchen, uns eine Lösung aufzuzwingen, bevor deren kurz- und langfristigen Auswirkungen nicht vollumfänglich geklärt sind. Die Groupe Mutuel ist ein Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern und 1,3 Millionen Kunden. Es ist deshalb oft nicht möglich, Produktanwendungen gleichzeitig auf mehreren Kanälen zu implementieren. Zudem entsprechen Kleinlösungen meistens nicht unserer Corporate IT.

Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?

Beide Wege sind machbar und situativ angebracht. Der Kauf beim Hersteller ist vor allem dann interessant, wenn es sich um einen lokalen oder einen kleinen Hersteller handelt. Beim Kauf des Produkts eines multinationalen Herstellers ist es oft sinnvoll, sich die fachliche Unterstützung eines Händlers zu sichern, der unabhängig von den Interessen des Produzenten agiert.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert? Welche Bereiche würden Sie hingegen nie auslagern?

Ausgelagert haben wir in erster Linie die Entwicklung von internen Supportlösungen und Applikationen für Routine-Dienstleistungen. Als Versicherer verfügen wir über geschützte Daten, und die Sicherheit hat einen ganz grossen Stellenwert. Deshalb würden wir Teile unseres Kerngeschäfts nie auslagern.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Sicher die hybride Cloud, aber auch die agile Transformation und die Öffnung unserer Systeme. Es geht dabei insbesondere um die Beibehaltung der Kontrolle über vertrauliche Patienteninformationen und die Cybersecurity allgemein.

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

Indem sie uns proaktiv unterstützen, alternative und/oder innovative Lösungen zu finden. Dazu gehört auch, dass sie uns auf Trends zum Beispiel im Bereich E-Health in unserer Branche aufmerksam machen.

Welche Rolle spielen Cloud, Internet of Things, künstliche Intelligenz und Cybersecurity in Ihrer IT-Strategie?

Cloud, KI und Cybersecurity sind integrale Bestandteile unserer IT-Strategie. Die Entwicklung im Bereich IoT beobachten wir sehr genau.

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