Twitter kappt Verbindungen zu Zuger Firma Mitto
Twitter hat sich dazu entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Mitto zu beenden. Der Firma werden die heimliche Überwachung und Verfolgung von Mobiltelefonen vorgeworfen.
Twitter will sich von der Schweizer Firma Mitto distanzieren. Der Mikroblogging-Dienst habe diese Absicht dem U.S. Senator Ron Wyden (Demokrat, Oregon) mitgeteilt, wie Bloomberg berichtet. Der Grund dafür seien die negativen Berichte über Mitto in den Medien. Twitter nahm gegenüber der Nachrichtenagentur nicht Stellung zu der Meldung.
Mitto mit Sitz in Zug verschickt die Kurzmitteilungen bzw. SMS für fast alle grossen Tech-Unternehmen. Ausser Twitter zählen auch Facebook, Google und Microsoft zu den Kunden. Vergangenen Dezember erhoben Bloomberg und das Londoner Bureau of Investigate Journalism schwere Vorwürfe gegen den Mitgründer und Verwaltungsratsmitglied mit Einzelunterschrift Ilja Gorelik.
Vorwurf der staatlichen Überwachung auf Umwegen
Gorelik soll über die Infrastruktur des Unternehmens die Ortung bzw. Überwachung von Mobilfunk-Nutzern und -Nutzerinnen ermöglicht haben. Den Zugriff darauf habe er privaten Überwachungsunternehmen verkauft, die wiederum für staatliche Sicherheitsbehörden arbeiteten. Dabei wurde angeblich auch Schwachstellen im Telekommunikationsprotokoll SS7 (Signaling System 7) - eine Art Schaltzentrale für die weltweite Telekommunikationsindustrie. Der EDÖB nahm Mitto daraufhin ins Visier, wie Sie hier nachlesen können.
Gegenüber Bloomberg erklärte Mitto, dass das Unternehmen keine Informationen über seine Geschäftspartner preisgibt. Solche Vereinbarungen seien im Allgemeinen gegenseitiger Natur, wobei beide Parteien sich verpflichten, die Privatsphäre und die Integrität der anderen zu schützen.
In einer früheren Stellungnahme versicherte Mitto, dass es nicht in Überwachungsgeschäfte verwickelt sei. Eine interne Untersuchung soll nun zeigen, ob die Infrastruktur des Unternehmens komprommittiert wurde. Gemäss Bloomberg sollen einige Kunden darüber informiert worden sein, dass Gorelik nicht mehr für das Unternehmen arbeite.
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