Herbert Brecheis im Podium

Warum Ruag beim ERP auf Standardlösungen setzt

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Kaufen oder programmieren? Bei einer ERP-Lösung ist diese Frage nicht einfach. Eine Standardsoftware bietet gewisse Sicherheiten, eine Eigenentwicklung gewisse Freiheiten. Herbert Brecheis, CIO von Ruag, spricht über die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten.

Herbert Brecheis, CIO von Ruag. (Source: zVg)
Herbert Brecheis, CIO von Ruag. (Source: zVg)

Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte ­Lösung?

Herbert Brecheis: Eine Eigenentwicklung für den ERP-Bereich kommt für uns nicht infrage. Wir nutzen mehrere ERP-Standardlösungen. Mehrheitlich haben wir SAP R/3 sowie S4/Hana für alle administrativen und wertschöpfungsrelevanten Prozesse im Einsatz. Wo notwendig nahmen wir kundenspezifische Anpassungen, wie eigene Transaktionen, eigene Formulare und eigene Reports, im ERP vor.

Warum haben Sie sich gerade für diese Lösung entschieden?

Alle unsere Prozesse werden zu 90 bis 100 Prozent von der SAP-Lösung abgedeckt. Zusätzlich kann man sie, wo notwendig, kundenspezifisch erweitern, etwa durch die erwähnten zusätzlichen Transaktionen.

Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in dieser Zeit überarbeitet?

In den verschiedenen Divisionen von Ruag sind die Lösungen auf der SAP-Version SAP R/3 zehn bis zwanzig Jahre im Einsatz. Vor gut einem Jahr führten wir SAP S4/Hana in einem Bereich ein. Bis alle Divisionen auf dieser neuen S4/Hana-Lösung arbeiten, dauert es noch vier bis sechs Jahre.

Was sprach gegen die Alternative?

Es gibt zwar Alternativen bei den Herstellern. Zum damaligen Zeitpunkt gab es aber keine Alternative zu einer ERP-Standardlösung für eine Enterprise-Umgebung.

Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?

Die Dienstleister unterstützen uns primär in Projekten, aber um das ­Risiko zu minimieren auch im Betrieb.

Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Marcus Dauck, Ringier: "Die Zeiten monolithischer Systeme und reiner Wasserfallprojekte sind vorbei."

  • Elmar Gasser, Sunrise: "In jüngster Zeit beobachten wir, dass Open-Source-Lösungen so weit ausgereift sind, dass wir uns überlegen könnten, Inhouse-Lösungen zusätzlich zu dieser Software zu entwickeln."

  • Peter Hagen, Planzer-Gruppe: "Die geforderte Flexibiltät der Software kann mit einer Standardlösung nicht erbracht werden."

  • Gabriela Müller, Studerus: "Eigenentwicklungen waren bei uns trotz eingekaufter Software nötig."

  • Stefan Müller, Digitec Galaxus: "Es gibt zurzeit kein ERP im freien Markt, das unseren Ansprüchen genügen würde."

  • Ricardo Nebot, Emmi: "Mit einer Eigenentwicklung hätten wir nur das Rad neu erfunden."

  • Frederik Thomas, Interdiscount: "Grundsätzlich haben wir aber das Know-how im eigenen Haus und werden dies auch weiter aufbauen und fördern."

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DPF8_105663

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