Massimiliano D’Auria im Podium

Mobile Mythen & papierlose Prophezeiungen: Computacenter über IT am Arbeitsplatz

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Das Smartphone ersetzt den Arbeits-PC. Der Drucker verstaubt im papierlosen Büro. Und überhaupt arbeiten alle nur noch unterwegs ... Versprechen gibt es viele. Doch wie der moderne Arbeitsplatz wirklich aussieht, sagt Massimiliano D’Auria, CEO von Computacenter.

Massimiliano D’Auria, CEO von Computacenter. (Source: zVg)
Massimiliano D’Auria, CEO von Computacenter. (Source: zVg)

Welche IT braucht der moderne Arbeitsplatz noch? PC? Laptop? Thin Client? Oder nur noch das Smartphone?

Massimiliano D’Auria: Das hängt von der Aufgabe ab: Für einen CAD-Arbeitsplatz ist eine Workstation nötig, der Vertriebsmitarbeiter nutzt eher Notebook und Smartphone, die Sekretärin oft die komplette Infrastruktur mit Desktop-PC, Drucker und Tischtelefon. Je nach Bedürfnis kommen Peripherie-Geräte hinzu: Bildschirme, Spezialdrucker, Konferenz-Systeme etc.

Welche Rolle spielen As-a-Service-Angebote wie Workplace- oder Device-as-a-Service in der Schweiz?

Virtuell gemanagte Arbeitsplätze sind ein Wachstumsgeschäft. Alles kommt aus der Cloud: Storage, Serverleistungen, Software. Es gibt eine flexible Ressourcenzuordnung und mandantenspezifische Abrechnung pro Nutzer und Ressource. Das Device-as-a-Service-Modell rückt seit etwa zwei Jahren in den Fokus. Bei Betrachtung aller Kosten sind Einsparungen von bis zu 10 Prozent realistisch. Die Stadtverwaltung Zug wird auf diese Art Zuger Schulen mit über 3000 Laptops ausrüsten.

Wo stehen wir auf dem Weg zum papierlosen Büro? (Wozu) Braucht es Drucker noch?

Lösungen gibt es, vom Scanner über Software bis zu digitalen Signaturen und elektronischer Speicherung. Wir sind – zumindest unsere Generation – an Papier zu sehr gewöhnt. Das Bewusstsein entwickelt sich, aber bis das "papierlose Büro" existiert, dauert es noch.

Was bedeuten diese Entwicklungen für Reseller, Systemintegratoren und Distributoren?

Bei IT-Projekten ist ein Dienstleister nötig, der alle Belange rund um die technische Planung, den Betrieb und die Funktionalität elektronischer Arbeitsplätze professionell steuert. Das ist nicht nur ein Dienstleistungs- und Servicegeschäft. Das ist auch IT-Management und -Organisation. Dazu gehört die Entwicklung von IT-Strategien, Prozessgestaltung und die Hardware-Beschaffung mit den dazugehörigen Services; also (Rollout-)Logistik, Staging, Monitoring, Reparatur, Re-Marketing, Recycling etc.

Welche Hürden werden in diesem Jahr den Schweizer Markt plagen?

IT ist ein wettbewerbsintensives Geschäft mit zum Teil erodierenden Margen und quantitativ relevanten Schwankungen bei der Nachfrage von Hardware. Grundlage von Wachstum ist die Kombination von Professional und Managed Services sowie Beratung. Diversifizierung und eine exzellente Kundenbetreuung sind weitere wichtige Stärken.

Die Antworten der übrigen Podiumsteilnehmer:

  • Simone Antonelli, Littlebit: "Der Trend geht klar in Richtung von As-a-Service-Angeboten, meiner Meinung nach nur nicht in der erhofften Geschwindigkeit."

  • Roman Feierabend, Isolutions: "Die Vorteile überwiegen. Mit diesem Modell sind grosse Einsparungen bei der IT möglich. Zudem sind die Kosten kalkulierbar."

  • Donal Greene, Fujitsu: "Workplace-as-a-Service ist kostengünstiger und flexibler als bisherige Modelle."

  • Stefan Szalai, Serverbase: "Solange Firmen ihre Rechnungen noch per Post versenden oder Bestellungen per Fax tätigen, wird das papierlose Büro nicht Realität werden."

Webcode
DPF8_140606

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