Thomas Bolliger von KPMG im Podium

Diese Trends prägen den Markt für Datenmanagement

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von Coen Kaat

Daten zu speichern, ist nur die halbe Miete. Denn um einen Mehrwert daraus zu generieren, benötigt man ein Datenmanagement. Dieses bringt die gesammelten Informationen in eine übersichtliche Form. Wo die Marktpotenziale liegen, sagt Thomas Bolliger, Leiter Information Management & Compliance bei KPMG Schweiz.

Was muss im Zusammenhang mit dem revidierten Schweizer Datenschutzgesetz beachtet werden, wenn es um Datenmanagement geht?

Thomas Bolliger: Das revidierte Datenschutzgesetz fordert von Unternehmen und öffentlichen Institutionen eine erheblich grössere Sorgfalt im Umgang mit Personendaten. Firmen und öffentliche Verwaltungen tragen neu mehr Verantwortung und können auch mit Sanktionen belegt werden. Um die erhöhten Anforderungen umzusetzen, braucht es eine agile Datengovernance sowie eine geschulte Benutzer-Community, die weiss, was sie mit diesen Daten machen darf und was nicht. Die Datenmanagement-Organisation muss zudem technisch, juristisch und organisatorisch in der Lage sein, die Betroffenenrechte (Auskunft, Korrektur, sichere Aufbewahrung und Löschung) umzusetzen. Um die Nutzung der entsprechenden Daten zu steuern, werden vermehrt Metadaten nötig sein - also Daten, welche die einzelnen Datenfelder und deren Nutzungskonditionen beschreiben.

Welche Trends erkennen Sie zurzeit im Bereich Datenmanagement?

Wir sehen drei Trends: 1. Den Anfang des Datenmanagements bildete bislang meist das "Master Data Management", das den Fokus auf ­korrekte Finanzdaten legte. Heute beginnen die Unternehmen ihre Daten weit darüber hinaus zu managen. Sie bauen hierfür grösser gefasste ­Datenmanagement-Organisationen mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten auf. 2. Es werden vermehrt Methoden und Tools eingesetzt, um Datenbestände zu klassifizieren. 3. Der Bedarf an Metadaten wird grösser. Zudem sehen wir eine starke Nachfrage nach Mechanismen, welche die Daten sicher halten (etwa Verschlüsselung) und steuern lassen - zum Beispiel mittels "Data Loss Prevention".

Worauf gilt es beim Datenmanagement zu achten?

Das Datenmanagement muss mit all seinen Aktivitäten dem Unter­nehmen einen spürbaren Mehrwert bringen und ist eine dauerhafte, organisatorische Veränderungsaufgabe, die ein profundes Verständnis des Informationsbedarfs und des Informationsflusses des Unternehmens ­voraussetzt. Die Datenmanagement-Organisation muss von ganz oben unterstützt sein und die gesamte Firma umfassen. Sie erfordert zudem grosse soziale Fähigkeiten, weil man mit Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen gemeinsame Ziele definieren und erreichen können muss.

Was muss ein Reseller können, um Datenmanagement-Lösungen anzubieten?

Ein Reseller sollte den Kunden und dessen Informationsbedarf auf der Businessseite verstehen und mit der IT über verschiedenste Bereiche hinweg zusammenarbeiten können. Er muss zudem IT und Business so zusammenbringen und orchestrieren, dass die gemeinsamen Ziele erreicht werden können.

Wie können Fachhändler, Systemintegratoren und andere Unternehmen im Channel hier Geld verdienen?

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Ich denke hier beispielsweise an den Aufbau von Metadatensystemen und automatischen Datenklassifizierungssystemen, die technische Sicherstellung der Betroffenenrechte im Zuge des neuen Datenschutzgesetzes oder den Aufbau von DLP-Lösungen ("Data Loss Prevention").

Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:

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