Datacenter Zürich-West zertifiziert

Van der Graaff gründet Beratungsfirma

Uhr | Aktualisiert

Frits van der Graaff wird ab kommendem Jahr ein Beratungsunternehmen im Bereich Sourcing starten.

Frits van der Graaff
Frits van der Graaff

Greens Senior Vice President Frits van der Graaff wird nächstes Jahr das Beratungsunternehmen "ICT Sourcing GmbH" starten, wie er am Carriers Christmas Dinner am Donnerstag vergangener Woche bekannt gegeben hat. "Ich berate schon lange Leute, ausserdem habe ich Freude daran, anderen Leuten eine Freude zu machen", begründet van der Graaf sein Start-Up.

Damit es losgehen kann, gebe es noch viel zu organisieren, wie er am nächsten Tag auf Nachfrage erklärte: "Heute war ich noch auf der Bank, aber ab Januar geht es dann los." Seit heute, Dienstag, ist sein Unternehmen auch notariell bestätigt. Obwohl das Consulting-Unternehmen zu Beginn des nächsten Jahres starten wird, gebe es bereits drei Kunden, so van der Graaff weiter. Der Kundenkreis besteht aus Zulieferbetrieben für Rechenzentren und KMUs, die Unterstützung brauchen in den Bereichen Rechenzentrum, IT-Services, Internet oder Telekommunikation. Bei vielen KMUs fehlen laut van der Graaff die Ressourcen oder Kenntnissen, da es sich nicht um deren Kerngeschäft handelt.

Carriers Lunch wird weiterhin stattfinden

Mit seiner Erfahrung aus über 20 Jahren IT-Business und seinem in dieser Zeit aufgebauten Netzwerk ist er sich sicher, dass keine Frage unbeantwortet bleiben werde. Doch damit nicht genug: "ICT Sourcing soll die zentrale Drehscheibe in der Schweiz werden." Um alle Kunden bedienen zu können, setzt van der Graaf auf externe Spezialisten. Diese werden nicht eingestellt, sondern auf selbständiger Basis beschäftigt, je nach Projekt.

Seine langjährige Assistentin Sarah Duttner ist ihm sehr wichtig: "Sarah und ich bilden seit über neun Jahren ein Team." Daher wird sie von Green in das neue Unternehmen wechseln. Trotz seines künftigen Unternehmens wird van der Graaff Green weiterhin unterstützen, als Botschafter. Das heisst, er wird weiterhin für Green über Green berichten und den Rechenzentrenbetreiber vertreten. Van der Graaf findet, konkret "ändert sich eigentlich nicht soviel, nur kann ich endlich meine Energie loswerden." Auch werde sich an der Netzwerkveranstaltungsreihe "Carriers Lunch" nichts ändern, ausser dass sie in das neue Unternehmen integriert werde.

Mitgliedschaft bei "Uptime Institute Network"

Hingegen hat sich etwas für Greens Rechenzentrum in Lupfig, das Datacenter Zürich-West, geändert. Dessen Design ist neuerdings offizell Tier-III zertifiziert. Das sei für die Schweiz einzigartig, erklärte van der Graaf. Zertifiziert ist allerdings nur das Design, dass heisst, die Baupläne wurden in einem Audit geprüft, nicht die Anlage selbst.

Zertifiziert wurde das Design des Rechenzentrums durch das Uptime Institute, einer nach eigenen Angaben selbständigen Division des Marktforschungsunternehmens "451 Group". Das Uptime Institute wurde im Jahr 1993 ins Leben gerufen, mit dem Ziel die ständige Verfügbarkeit von Datacenter-Infrastrukturen zu messen und zu verbessern. Das Tier-Klassifikationssystem wurde vom Institut begründet, um Datacenter-Infrastrukturen unter Berücksichtigung der Anforderungen eines Unternehmens an die Verfügbarkeit zu bewerten.

Die Tier-III-Klassifizierung verlangt eine redundante Auslegung der Infrastruktur, so dass die Wartung oder der Ersatz der Anlagenteile keinen Unterbruch notwendig macht. Dank der doppelt vorhandenen Zufuhr von Strom und Kühlung kann jede einzelne Komponente ohne Einfluss auf den IT-Betrieb abgeschaltet werden. Das Uptime-Institut unterhält ein Netzwerk von verschiedenen Rechenzentrenbetreibern, dem zum Beispiel auch Interxion angehört. In dieses Netzwerk wurde Green ebenfalls aufgenommen.

Geschäft boomt

Zu den Kosten für den Audit konnte van der Graaf keine Zahlen nennen. Branchenkenner schätzen diese auf ungefähr 40'000 Franken. Ein komplettes Audit, bei dem Spezialisten das Rechenzentrum vor Ort selbst prüfen, soll um die 100'000 Franken kosten.

Die Kosten scheinen auch der Grund dafür zu sein weshalb einige Rechenzentren-Betreiber in der Schweiz ihre Services auf dem Tier-III-Level anbieten, ihre Rechenzentren aber nicht zertifizieren lassen. Die Kunden scheint dies jedoch nicht zu stören, das Geschäft boomt: So steigt der Bedarf nach Rechenzentrumsfläche jährlich um ein Fünftel. Alle Anbieter gemeinsam können jedoch weniger als zehn Prozent neu bauen.

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