Podium-Antworten von Tom Hager, Infotrust
Wohin entwickelt sich der Markt im Zusammenhang mit Security?
Der generelle Hype um das Thema Cloud hat natürlich Auswirkungen auf die IT-Security. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl cloudbasierter Angebote. Neue Anbieter erobern den Markt und bestehende ergänzen ihr Produktportfolio mit neuen Cloud-Services. In verschiedenen Bereichen, z. B. Vulnerability Management oder Anti-Spam, können diese einen direkten Mehrwert generieren. Bei hohen Sicherheitsanforderungen sind aber die klassischen Sicherheitslösungen den cloudbasierten Lösungen meist noch überlegen. Zudem können heute manche Sicherheitsanforderungen noch gar nicht mit Cloud-Services abgedeckt werden. Ein starker Trend ist die Erhöhung der Sicherheit auf Applikationsebene. Im Fokus liegt hier vor allem die Kontrolle der unzähligen Webapplikationen, die häufig Angriffspunkt für Malware sind und bei exzessiver Nutzung natürlich die Produktivität der Mitarbeiter verringern. Der Erfolg der neuen Smartphone- und Tablet-Generation wie iPhone und iPad tragen dazu bei, dass der Bereich Mobile-Security einen Boom erlebt. Die Herausforderung hier ist die sichere Integration dieser Geräte in das Enterprise-Umfeld.
Welchen Status haben Security-Lösungen heutzutage bei der Bereitstellung von IT-Dienstleistungen in Unternehmen?
Das Sicherheitsbewusstsein in den IT-Abteilungen ist heute branchenübergreifend vorhanden. Es gibt hier aber grosse Unterschiede: In Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen, z. B. im gesamten Finanzumfeld, ist Security ein fester Bestandteil des IT-Bereitstellungsprozesses. In der Industrie müssen beispielsweise auch Assets wie Konstruktionspläne und der Source-Code von Steuerungen geschützt werden. Bei mittelständischen und kleinen Unternehmen aus dem Industrie- und Handelssektor hingegen treffen wir oft auf weniger hohe Sicherheitsanforderungen. Eine Herausforderung ist der Betrieb der Security-Lösungen. Auf Kundenseite fehlen oft die nötigen Ressourcen, das Know-how und die Erfahrungen. Hier bieten wir Unterstützung mit Managed Security Services oder Outtasking-Dienstleistungen. Neben den technischen Lösungen ist auch das Sensibilisieren der Mitarbeiter ausserhalb der IT-Abteilung ein kritischer Punkt. Durch Social-Engineering-Angriffe können noch so ausgeklügelte technische Schutzsysteme einfach ausgehebelt werden. Mitarbeiter-Awareness bleibt ein elementares Thema in der Security.
Wo sehen Sie Probleme/Herausforderungen im Geschäft mit Security-Lösungen?
Die Herausforderungen liegen einerseits in der Komplexität der Materie und andererseits in den immer kürzeren «Time-to-Market»-Zyklen der Hersteller. Die Komplexität hat zur Folge, dass die Anforderungen an das Know-how der Mitarbeiter immer weiter steigen, das heisst, es müssen mehr Ressourcen in die Weiterbildung investiert werden. Der Hochsicherheitsbereich auf Applikationsebene ist heute immer noch ein Nischenbereich. Hier fehlen gut ausgebildete bzw. erfahrene Fachkräfte auf dem Markt. Der Druck auf die Hersteller bezüglich Time-to-Market wiederum führt dazu, dass die Qualität der Softwarekomponenten abnimmt. Dies ist kein Phänomen eines einzelnen Herstellers, wir können dies über die gesamte Herstellerlandschaft beobachten. Dies führt zwangsläufig zu höheren Supportaufwendungen für den Kunden, aber auch für uns als Systemintegrator.
Wie sind die Zukunftsaussichten im Geschäft mit Security-Lösungen?
Die Zukunftsaussichten aus Marktsicht betrachtet sind sehr gut. Aus Ressourcensicht fehlen aber die Spezialisten. Die Komplexität und die Know-how-Anforderungen in der IT-Security werden weiter steigen. Ein Treiber hierfür ist auch die Virtualisierung. Auf Kundenseite wird es für Unternehmen ohne dedizierte Security-Teams immer schwieriger, mit dem Tempo mitzuhalten. Hier bieten wir Unterstützung mit unseren Managed Security Services. Dieser Bereich wird zukünftig weiter wachsen.
KI-Boom bringt Halbleiter-Hersteller ans Limit
Infomaniak bereitet Börsengang vor
Update: Dream Security liebäugelt mit Schweizer Cybersecurity-Markt
Aricoma übernimmt Schweizer Unternehmen Dentsu Tracking
Update: Datenabfluss bei Genfer Stiftung für Erwachsenenbildung schwerer als gedacht
So variantenreich tricksen Betrüger mit Deepfakes
Was das Logistikunternehmen Swissconnect von seinen IT-Partnern erwartet
Microsoft lanciert KI-Modell zur Erkennung und Behebung von Schwachstellen
So realistisch sind die Heldentaten in Hollywood-Filmen